- 16.08.2016, 10:51:56
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Altes Handwerk der Fassbinderei ist wieder gefragt
Schwarz: Aktive Nachwuchsarbeit für Weiterbestand der Fassbinderei
Utl.: Schwarz: Aktive Nachwuchsarbeit für Weiterbestand der
Fassbinderei =
St. Pölten (OTS/NLK) - Früher waren die Fassbinder in jeder Stadt zu
finden, heute sind sie sehr selten geworden, obwohl die Nachfrage
nach handgemachten Holzfässern ständig steigt. An der Fachschule
Warth unterweist Fassbindermeister Josef Walli Schüler und
Schülerinnen in der alten Handwerkskunst, um die schon fast
vergessene Tradition des Fassmachens aufrecht zu erhalten.
„Die Nachwuchsarbeit ist für den weiteren Bestand der Fassbinder
entscheidend, denn nur wenig junge Leute zeigen Interesse an diesem
Beruf. Daher ist es wichtig, die Jugendlichen in das Handwerk
einzuführen und nach Talenten Ausschau zu halten, die gerne mit Holz
arbeiten“, betonte Bildungs-Landesrätin Mag. Barbara Schwarz bei
einem Besuch.
„In den letzten Jahren setzen die Winzer wieder verstärkt auf das
traditionelle Verfahren der Gärung im Eichenfass, weil durch die
Poren des Holzes der Wein Sauerstoff erhält und sich harmonischer
sowie aromatischer entwickelt. Daher sind die Fassbinder sehr
gefragt, was für die Jugendlichen wiederum Jobchancen eröffnet“, so
Schwarz.
„Das Schöne an dem Beruf ist, dass man mit der Natur arbeiten kann.
Die Anfertigung eines Fasses beginnt mit der richtigen Auswahl des
Holzes, wofür ein geschultes Auge und viel Erfahrung sowie Geduld
notwendig sind. Neben Akazie und Edelkastanie wird vorwiegend Eiche
verwendet, aus diesen Hölzern werden die einzelnen Bretter, man nennt
sie Dauben, geschnitten“, informiert Fassbindermeister Josef Walli,
der weiter ausführt: „Über offenem Feuer wird das Holz erwärmt, damit
es sich leichter verformen lässt, um die nötige Wölbung für ein Fass
zu erreichen. Wichtig ist auch ein anderer Effekt: Durch das Feuer
ändert sich der Geschmack der Gerbsäure im Holz, was sich wiederum
auf den darin gelagerten Wein auswirkt. Ein guter Fassbinder muss
auch die Sprache der Winzer verstehen, er muss offen für ihre Ideen
sein.“
Der Beruf des Fassbinders existiert schon seit vielen hundert Jahren,
wahrscheinlich so lange es Wein gibt. Lange Zeit hat man nahezu alles
in den Holzfässern transportiert, egal, ob flüssig oder fest: Butter,
Fisch, Getreide, Salz und natürlich Bier und Wein. In der
Zwischenzeit haben neue Materialien und Methoden die Holzfässer
weitgehend ersetzt. Bei den Winzern hingegen kommen Barriquefässer
wieder vermehrt zum Einsatz, weil das Holz durch die Abgabe von
Gerbstoffen (Tanninen) zum Ausbau des Weines dient. Auch große
Holzfässer werden wieder wichtiger für die Weinproduktion.
Nähere Informationen: Büro LR Schwarz, Mag. (FH) Dieter Kraus,
Telefon 02742/9005-12655, e-mail [email protected].
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