• 12.08.2016, 10:00:01
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Leitfaden „Menschen mit Migrationshintergrund besser erreichen“ veröffentlicht

Menschen mit Migrationshintergrund häufig gesundheitlich benachteiligt

Utl.: Menschen mit Migrationshintergrund häufig gesundheitlich
benachteiligt =

Wien (OTS) - Menschen mit Migrationshintergrund sind häufig
sozioökonomisch und gesundheitlich benachteiligt und damit eine
wichtige Zielgruppe für Maßnahmen zur Gesundheitsförderung. Deshalb
haben das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, die Stadt
Wien, die Wiener Gebietskrankenkasse, die Arbeiterkammer Wien und der
Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) die Erstellung eines Leitfadens bei
der Gesundheit Österreich GmbH in Auftrag gegeben, der nun zur
Veröffentlichung vorliegt. Der Leitfaden richtet sich an
PraktikerInnen aus den Bereichen Gesundheitsförderung, Prävention
oder Kuration und bietet Anregungen und Tipps, wie man Menschen mit
sozioökonomischer Benachteiligung, insbesondere MigrantInnen, besser
mit Gesundheitsangeboten vertraut machen kann. ****

Trotz formaler Gleichstellung im österreichischen Gesundheitssystem
weisen Menschen mit Migrationshintergrund durchschnittlich gesehen
öfter einen schlechten Gesundheitszustand auf und nehmen präventive
Angebote seltener in Anspruch als Menschen ohne
Migrationshintergrund. Dies liegt nicht am Migrationshintergrund per
se, sondern hat mit schwierigen sozioökonomischen Verhältnissen,
kombiniert mit Diskriminierungs- und Stigmatisierungserfahrungen
sowie sprachlichen und interkulturellen Barrieren zu tun.

„Rechtzeitige Prävention und Intervention kann Folgekosten im
Gesundheitssystem verhindern. Dieser Leitfaden soll dazu beitragen,
Menschen mit Migrationshintergrund besser zu erreichen und damit die
gesundheitliche Chancengerechtigkeit zu verbessern“, erklärt
Gesundheitsministerin und FGÖ-Präsidentin Sabine Oberhauser.

Der Leitfaden fokussiert darauf, welche Aspekte für die Zielgruppe
der PraktikerInnen aus dem Gesundheitswesen zu berücksichtigen sind
und eignet sich, bestehende Maßnahmen für die Zielgruppe zu
adaptieren oder gegebenenfalls auch neue Maßnahmen zu konzipieren.

„Mit dem Leitfaden sollen nicht Maßnahmen geschaffen werden, die
ausschließlich auf Menschen mit Migrationshintergrund hinzielen. Es
sollen vielmehr sämtliche Maßnahmen so gestaltet werden, dass sich
alle Menschen, unabhängig von Herkunft und sozialer Lage,
angesprochen fühlen und damit dazu befähigt werden, aktiver an
Angeboten des Gesundheitssystems teilzunehmen“, erklärt die Wiener
Stadträtin für Gesundheit, Sonja Wehsely.

„Die gesundheitsfördernden Maßnahmen sollen so gestaltet werden, dass
sich auch Migrantinnen und Migranten daran beteiligen können. Wir
selbst beschäftigen uns schon länger mit diesem Thema und bieten zum
Beispiel Ernährungsworkshops für Schwangere und Familien mit Babys in
mehreren Fremdsprachen an. Diese werden sehr gut angenommen. Gut
besucht und sehr beliebt sind auch die muttersprachlichen Kurse des
Abnehmprogramms 'rundum g’sund', betont Ingrid Reischl, Obfrau der
Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK).

„Faktoren wie Schulabschluss, Bildung oder Beruf und Einkommen haben
große Auswirkungen, auch auf die Gesundheit. Wir wissen, dass
Menschen mit Migrationshintergrund sich gesundheitlich wesentlich
schlechter fühlen als Menschen ohne Migrationshintergrund. Und sie
nehmen auch die Angebote des österreichischen Gesundheitssystems
seltener in Anspruch. Das gilt auch für die zahlreichen Angebote der
Gesundheitsförderung und der Prävention. Aber gerade diese Angebote
sind Basis für eine höhere Lebensqualität und ein längeres
Arbeitsvermögen. Mit dem nunmehr vorliegenden Leitfaden, kann hier
Positives bewirkt werden“, sagt AK Präsident Rudi Kaske.

Der Leitfaden steht unter http://bmgf.gv.at/home/Gesundheit_Migration
zum Download zur Verfügung. (Schluss)

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