- 05.08.2016, 12:14:09
- /
- OTS0080 OTW0080
Stronach/Steinbichler: Russische Milchkrise - Palmöl bringt Topfen zum Brennen
Rund zehn Prozent der Produkte mit billigen Pflanzenfetten gestreckt
Utl.: Rund zehn Prozent der Produkte mit billigen Pflanzenfetten
gestreckt =
Wien (OTS) - „Was derzeit in Russland passiert ist knallharter Betrug
am Konsumenten“, kommentiert Team Stronach Agrar- und
Konsumentenschutzsprecher Leo Steinbichler jüngste Berichte über
brennenden Topfen in St. Petersburg. Bei einem Test zeigte sich, dass
dieser Topfen kein Milchfett enthielt, sondern mit Zusatzstoffen
verunreinigt war. Rund zehn Prozent der russischen Milchprodukte
würden laut Agraraufsicht mittlerweile mit billigen Pflanzenfetten
wie Palmöl gestreckt. Der Palmölimport stieg zwischenzeitlich um rund
ein Fünftel.
„Das ist ein Skandal, der schlechte Zustand der russischen
Milchbranche ist auch auf das Russlandembargo zurückzuführen, welches
sich diesen Samstag, den 06. August zum zweiten Mal jährt“, so
Steinbichler. Qualitativ hochwertige EU-Ware kann nicht mehr nach
Russland exportiert werden und „die von den Oppositionsparteien
gestellten Anträge auf Aufhebung wurden von den Regierungsparteien
abgelehnt bzw. vertagt“, kritisiert Steinbichler.
„Dabei wissen wir längst, dass die vermehrte Verwendung von Palmöl in
der Lebensmittelindustrie eben auch an der Milchkrise weltweit die
Hauptschuld trägt“, mahnt Steinbichler. Von den Umweltbelastungen
ganz zu schweigen, schließlich wird Palmöl unter massivem Einsatz von
Glyphosat und mit ruinöser Regenwaldabholzung produziert. „Im Sinne
der Konsumenten gehört eine klare Kennzeichnungspflicht eingeführt,
das fordere ich schon seit 2009“, so Steinbichler.
Neben der klaren Palmölkennzeichnung, fordert Steinbichler auch die
Einführung einer Palmölsteuer und weiter: „Die Einnahmen daraus
sollen für eine ehrliche Partnerschaft von Konsument und Produzent
eingesetzt werden und zur Steigerung der inhaltlichen
Lebensmittelqualität, besonders aus Sicht der Gesundheit, beitragen.
Auf keinen Fall darf man über Russland lächeln, da wir in Europa und
Österreich teilweise auch bereits dieselben Zustände in der
Lebensmittelversorgung haben“, erklärt der Team Stronach Agrar- und
Konsumentenschutzsprecher.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | TSK