Olympia in ORF III: Umfassender Programmschwerpunkt zum Thema Sport und Propaganda

u. a. mit Ausstrahlung der erstmals kommentierten Version von Leni Riefenstahls Dokumentarfilm über die Olympischen Sommerspiele 1936

Wien (OTS) - Anlässlich der am 5. August beginnenden Olympischen Sommerspiele 2016 und 80 Jahre Olympische Spiele 1936 in Berlin widmet ORF III Kultur und Information dem Sportgroßereignis einen in der Vorwoche gestarteten umfassenden „zeit.geschichte“-Schwerpunkt, der sich mit dem Spannungsfeld Politik – Sport – Inszenierung sowie dem politischen/propagandistischen Missbrauch von Großereignissen auseinandersetzt. Ein besonderes Beispiel dafür ist der viel kritisierte und umstrittene zweiteilige Dokumentarfilm „Olympia“ von Leni Riefenstahl über die Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin, den ORF III am Samstag, dem 6. August 2016, um 21.30 Uhr im „zeit.geschichte“-Programmabend zeigt. Die vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) frei gegebene restaurierte, mehr als dreieinhalbstündige Originalversion des Werks ist in einer redaktionell eingebetteten und wissenschaftlich kommentierten Fassung erstmals in voller Länge in deutschsprachiger Erstausstrahlung zu sehen. Der von einer ORF-III-Kurzdoku eingeleitete Film wird an zehn prägnanten Stellen unterbrochen und von Experten, darunter Universitätsprofessor Dr. Rudolf Müllner (Institut für Sportwissenschaft), Universitätsprofessor Dr. Fritz Hausjell (Institut für Publizistik), Gastprofessor Dr. Hannes Leidinger (Institut für Geschichte), Mag. Karin Moser (Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte), Dr. Otto Penz (Institut für Soziologie) und Regisseur Robert Dornhelm, eingehend analysiert und in seinen zeit- und medienhistorischen Kontext gesetzt.

Riefenstahls Film, dessen Ausstrahlung ORF III unter redaktionellen Auflagen vom IOC gewährt wurde, ist eines der meist diskutierten Werke der Filmgeschichte. Die Nähe der Filmemacherin zu den Mächtigen des NS-Regimes und ihre propagandistische Inszenierung des NS-Körperkults ist unbestritten. In späteren, von Riefenstahl mitgestalteten Versionen des „Olympia“-Films wurden zahlreiche Bezüge zum NS-Regime entfernt und damit versucht, den Film so vom Vorwurf der Nazi-Propaganda zu befreien. Im Internet kursieren vielfach verbreitete unkommentierte Schnittversionen, die auch ganz legal käuflich auf allen gängigen Plattformen erworben werden können. Darüber hinaus ist die Doku in unkommentierter Form auch in öffentlichen Bibliotheken entlehnbar. ORF III ist es deshalb ein Anliegen, diesen Film darzustellen und erstmals kommentiert von namhaften Wissenschaftern und Experten dem interessierten Publikum näher zu bringen.

Details zum ORF-III-Programmschwerpunkt

„Kultur Heute“ (19.50 Uhr) widmet sich bereits am Freitag, dem 5. August 2016, in einer Schwerpunktsendung umfassend dem Thema Sport und dem propagandistischer Missbrauch sowie der NS-Bildästhetik und dem historisch verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema. Zu Gast im Studio sind dazu die Historikerin und Rektorin der Akademie der bildenden Künste, Eva Blimlinger, der Präsident des Österreichischen Olympischen Komitees, Karl Stoss, und die Filmhistorikerin Karin Moser.
Den Auftakt des „zeit.geschichte“-Abends am 6. August macht Christoph Webers vom ORF koproduzierte Dokumentation „Olympia 1936 – Der verratene Traum“ (20.15 Uhr; am 5. August bereits in „Universum History“ um 22.40 Uhr in ORF 2). Erzählt wird dabei die wahre Geschichte dreier junger Schwimmerinnen des Wiener Sportclubs Hakoah, die – angeführt von Judith Deutsch, die als Sportlerin des Jahres 1935 große Medaillenchancen bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin hatte – trotz Drohungen des Schwimmverbands beschließen, nicht nach Berlin zu fahren, um ein Zeichen gegen das NS-Regime zu setzen. „Leni Riefenstahl – Propaganda im Nationalsozialismus“ (21.05 Uhr) ist die detailreiche Einleitung zu den beiden darauf folgenden „Olympia“-Teilen „Fest der Völker“ und „Fest der Schönheit“. Regisseur Robert Dornhelm, Filmhistorikerin Karin Moser und Kommunikationswissenschafter Fritz Hausjell erklären Hintergründe und Techniken der Entstehung des Films und analysieren die eingesetzten Propagandamittel, die Bildsprache sowie die filmerischen Tricks von Riefenstahl.
Der anschließend gezeigte Zweiteiler „Olympia“ (ab 21.30 Uhr) gehört zu den umstrittensten Filmen der Geschichte. Riefenstahl, Hitlers Lieblingsregisseurin und ehrgeizige Filmemacherin, setzte mit diesem Dokumentarfilm neue Maßstäbe in der Sportberichterstattung. Sie inszenierte dieses Sportgroßereignis unter der NS-Herrschaft und machte es zu einem propagandistischen Vorzeigefilm für den nationalsozialistischen Körperkult und die faschistische Filmästhetik. Umso wichtiger ist es heute, den Film in den entsprechenden Kontext zu setzen sowie die Entstehung, Bedeutung und Umsetzung dieses Propagandawerks von Experten beleuchten zu lassen. Anschließend an diese erstmals kommentierte Originalversion zeigt ORF III die Dokumentation „Hitlers Frauen: Leni Riefenstahl – Die Regisseurin“ (1.45 Uhr) von Sebastian Dehnhardt und Friederike Dreykluft, die das Leben und Wirken der umstrittenen Starregisseurin im „Dritten Reich“ beleuchtet.

Chronologische Übersicht zum ORF-III-Gesamtschwerpunkt Sport und Propaganda

„Kriegs-Spiele – Wenn das Schlachtfeld zum Sportplatz wird“, Samstag, 30. Juli 2016, 20.15 Uhr, verfügbar in der ORF-TVthek bis 5. August „Als Olympia die Unschuld verlor“, Samstag, 30. Juli 2016, 21.10 Uhr „Jesse Owens – Ein Läufer gegen Hitler“, Samstag, 30. Juli 2016, 21.55 Uhr
„Karpow gegen Kasparow – Krieg auf dem Schachbrett“, Sonntag, 31. Juli 2016, 10.45 Uhr
„Kultur Heute“-Schwerpunktsendung, Freitag, 5. August 2016, 19.50 Uhr „Olympia 1936 – Der verratene Traum“, Samstag, 6. August 2016, 20.15 Uhr
„Leni Riefenstahl – Propaganda im Nationalsozialismus“, Samstag, 6. August 2016, 21.05 Uhr
Leni Riefenstahls „Olympia“, Originalversion und erstmals in kommentierter und eigebetteter Form, Samstag, 6. August 2016, 21.30 Uhr
„Hitlers Frauen: Leni Riefenstahl – Die Regisseurin“, Samstag, 6. August 2016, 1.45 Uhr

Die ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) stellt alle ORF-III-Sendungen, für die entsprechende Lizenzrechte vorhanden sind, als Live-Stream und als Video-on-Demand bereit.

Das gesamte TV-Angebot des ORF – ORF eins, ORF 2, ORF III sowie ORF SPORT + – ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090 010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

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