- 04.08.2016, 12:38:57
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Küberl zu ORF-Wahl: Sowohl Wrabetz als auch Grasl wählbar
Unabhängiger Stiftungsrat will sich erst nach Anhörung am Dienstag entscheiden
Utl.: Unabhängiger Stiftungsrat will sich erst nach Anhörung am
Dienstag entscheiden =
Wien (KAP) - Für Franz Küberl, langjähriger Kirchenvertreter im ORF
und nunmehr von der Bundesregierung nominiertes Mitglied im
Stiftungsrat, sind bei der anstehenden Wahl des ORF-Generaldirektors
sowohl der derzeitige Amtsinhaber Alexander Wrabetz als auch
ORF-Finanzdirektor Richard Grasl "wählbar". Beide hätten Konzepte
vorgelegt, die "vernünftige Ausgangspunkte" für die Weiterentwicklung
des Unternehmens bezeichnen. Deshalb habe er auch beide nominiert,
teilte Küberl am Donnerstag im Gespräch mit "Kathpress" mit.
Der "Druck auf eine bestimmte Stimmabgabe" sei im Vorfeld der Wahl
"enorm", so der scheidende steirische Caritasdirektor. Er werde sich
jedenfalls aber erst nach der Anhörung der Kandidaten im Stiftungsrat
am kommenden Dienstag, 9. August, entscheiden, stellte Küberl klar.
Als von der Regierung nominierter Stiftungsrat wolle er sich eine
Bemerkung im Hinblick auf den Ausgang der Wahl erlauben, bei der ja
nur eine der beiden Regierungsparteien ihren Kandidaten
"durchbringen" könne: Küberl sprach sich im Sinne des Wohls des ORF
für eine "General-Fairness" der unterlegenen Partei aus; es gelte an
einem Strang zu ziehen, um dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in
Österreich eine gute Zukunft zu sichern. Für Küberl gilt: "Der ORF
ist logischerweise weit mehr als die Summe der Parteien."
Er persönlich empfinde es auch als "kleine Enttäuschung", dass sich
der Wahl zum ORF-Generaldirektor nicht auch andere namhafte
Medienfachleute ohne entsprechenden parteipolitischen Rückhalt
stellen. Es sei schade, dass sich "da niemand aus der Deckung getraut
hat", sagte Küberl.
Der ORF soll "Qualitäts-, Meinungs- und Marktführer" in Österreich
bleiben, so der Wunsch des langjährigen Gremienmitglieds. Als
"zentrales Fundament" dafür sieht Küberl hohe Glaubwürdigkeit in der
Berichterstattung. Das sei umso wichtiger angesichts der Entwicklung,
dass in sozialen Medien viele oft nur mit der eigenen Meinung
konfrontiert werden. Guter Journalismus müsse diesbezüglich für gut
aufbereitete Vielfalt sorgen, betonte Küberl.
((ende)) RME/GUT
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