Küberl zu ORF-Wahl: Sowohl Wrabetz als auch Grasl wählbar

Unabhängiger Stiftungsrat will sich erst nach Anhörung am Dienstag entscheiden

Wien (KAP) - Für Franz Küberl, langjähriger Kirchenvertreter im ORF und nunmehr von der Bundesregierung nominiertes Mitglied im Stiftungsrat, sind bei der anstehenden Wahl des ORF-Generaldirektors sowohl der derzeitige Amtsinhaber Alexander Wrabetz als auch ORF-Finanzdirektor Richard Grasl "wählbar". Beide hätten Konzepte vorgelegt, die "vernünftige Ausgangspunkte" für die Weiterentwicklung des Unternehmens bezeichnen. Deshalb habe er auch beide nominiert, teilte Küberl am Donnerstag im Gespräch mit "Kathpress" mit.

Der "Druck auf eine bestimmte Stimmabgabe" sei im Vorfeld der Wahl "enorm", so der scheidende steirische Caritasdirektor. Er werde sich jedenfalls aber erst nach der Anhörung der Kandidaten im Stiftungsrat am kommenden Dienstag, 9. August, entscheiden, stellte Küberl klar.

Als von der Regierung nominierter Stiftungsrat wolle er sich eine Bemerkung im Hinblick auf den Ausgang der Wahl erlauben, bei der ja nur eine der beiden Regierungsparteien ihren Kandidaten "durchbringen" könne: Küberl sprach sich im Sinne des Wohls des ORF für eine "General-Fairness" der unterlegenen Partei aus; es gelte an einem Strang zu ziehen, um dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Österreich eine gute Zukunft zu sichern. Für Küberl gilt: "Der ORF ist logischerweise weit mehr als die Summe der Parteien."

Er persönlich empfinde es auch als "kleine Enttäuschung", dass sich der Wahl zum ORF-Generaldirektor nicht auch andere namhafte Medienfachleute ohne entsprechenden parteipolitischen Rückhalt stellen. Es sei schade, dass sich "da niemand aus der Deckung getraut hat", sagte Küberl.

Der ORF soll "Qualitäts-, Meinungs- und Marktführer" in Österreich bleiben, so der Wunsch des langjährigen Gremienmitglieds. Als "zentrales Fundament" dafür sieht Küberl hohe Glaubwürdigkeit in der Berichterstattung. Das sei umso wichtiger angesichts der Entwicklung, dass in sozialen Medien viele oft nur mit der eigenen Meinung konfrontiert werden. Guter Journalismus müsse diesbezüglich für gut aufbereitete Vielfalt sorgen, betonte Küberl.

((ende)) RME/GUT
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