- 04.08.2016, 11:28:12
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„Olympia 1936 – Der verratene Traum“: „Universum History“ erzählt die Geschichte von Judith Deutsch – am 5. August in ORF 2
Antonia Moretti in der Rolle der Hakoah-Schwimmerin
Utl.: Antonia Moretti in der Rolle der Hakoah-Schwimmerin =
Wien (OTS) - Die Olympischen Spiele von Berlin – das internationale
Sportfest vor 80 Jahren – wurde zur einzigartigen Demonstration des
NS-Regimes. Eine pompöse Inszenierung, die der Welt die Überlegenheit
der „deutschen Herrenrasse“ klarmachen sollte – mit allen Mitteln.
Neueste Forschungen zeigen ganz deutlich, wie sehr das IOC mit dem
Hitler-Regime paktierte, um der Weltöffentlichkeit eine Show zu
bieten, die alle bisherigen Dimensionen sprengen sollte. Nürnberger
Rassengesetze und staatlicher Terror gegen Juden, Roma und Sinti
wurden verschwiegen, der Erfolg der Spiele sollte nicht durch Protest
und Boykott getrübt werden. Drei junge Schwimmerinnen vom Wiener
Sportclub Hakoah aber machen nicht mit. Angeführt von Judith Deutsch
– dargestellt von Antonia Moretti –, die als Sportlerin des Jahres
1935 große Medaillenchancen hat, beschließen sie trotz Drohungen des
Schwimmverbands, nicht nach Berlin zu fahren, und setzen damit ein
Zeichen. Die „Universum History“-Dokumentation „Olympia 1936 – Der
verratene Traum“ von Christoph Weber (szenische Regie: Heinz Leger)
und wirft basierend auf neuen Recherchen in Archiven auf der ganzen
Welt am Freitag, dem 5. August 2016, um 22.40 Uhr in ORF 2 eine
brisante Frage auf: Warum durfte ausgerechnet ein Diktator wie Hitler
die Olympischen Spiele 1936 ausrichten?
Minutiös enthüllt die Dokumentation – eine Koproduktion von pre tv,
ORF, täglich media, ZDF und PBS, gefördert von Fernsehfonds Austria,
Filmfonds Wien und VAM und unterstützt vom Creative Europe Programme
MEDIA der Europäischen Union –, wie das IOC und die
Nationalsozialisten kooperierten, um die Olympischen Spiele zu dem zu
machen, was sie heute sind: Ein spektakuläres Weltereignis, dessen
Bilder in alle Welt übertragen werden und das die Massen in
Begeisterung versetzt. Der Film räumt dabei mit der Legende auf, dass
das IOC von Hitler getäuscht wurde und nicht wusste, was die
Nationalsozialisten vorhatten. Wie sie die Spiele kultisch
inszenierten und zu einem Ersatzkrieg der Nationen um Medaillen
machten – das war dem IOC ebenso bewusst wie die eklatanten Verstöße
gegen die Amateurregeln und die Diskriminierung von jüdischen
Sportlerinnen und Sportlern in der NS-Diktatur. Das IOC nahm all dies
in Kauf, weil es von „den größten Spielen aller Zeiten“ träumte. Und
genau die lieferte Hitler.
Neben dem „teuflischen Deal“, auf den sich das IOC mit den
Nationalsozialisten einließ, bildet die Geschichte der jüdischen
Schwimmerin Judith Deutsch einen zweiten Erzählstrang der
Dokumentation. Anders als das IOC war sie mit drei weiteren
Schwimmerinnen des jüdischen Sportvereines Hakoah in Wien dazu
bereit, die Olympischen Spiele von Berlin zu boykottieren – aus
Protest gegen Hitlers Rassenhass und die Ausgrenzung der Juden.
Judith Deutsch musste mit ihren damals 17 Jahren einen hohen Preis
zahlen. Sie wurde lebenslang gesperrt und der Österreichische
Schwimmverband annullierte alle ihre Rekorde.
Antonia Moretti zu ihrer Rolle der Judith Deutsch: „In ,Olympia 1936
– Der verratene Traum‘ habe ich das erste Mal richtige Filmluft
schnuppern dürfen. Das Team war sehr nett und verständnisvoll zu mir
als Anfängerin, und ich habe versucht, mich schnell auf die Figur und
die filmischen wie sportlichen Herausforderungen einzustellen. Was
mich an Judith Deutsch, der jungen jüdischen Schwimmerin, am meisten
beeindruckt hat, sind ihre trotzige Intelligenz und ihr Mut. Für ihr
Weigern, an den Olympischen Spielen teilzunehmen, wurde sie
lebenslang gesperrt, und der Österreichische Schwimmverband
annullierte alle ihre Rekorde. Nur knapp konnte sie ihr Leben retten.
Für mich ist das schon etwas Besonderes, nicht nur darüber
nachzudenken, sondern so eine Figur, also den Menschen, wie er gelebt
hat, selbst zu spielen. Das habe ich bei der gesamten Produktion
gespürt, und das hat mir auch geholfen. Wir haben ja in der Schule
viele solcher Schicksale besprochen, aber das selbst nachzuerleben,
ist etwas ganz anderes.“
Brisante Dokumente, hochwertige Spielszenen und die Aussagen weltweit
führender Fachleute machen „Olympia 1936 – Der verratene Traum“ zu
einem Film, der nicht nur die dunkle Geschichte des IOC enthüllt,
sondern auch zeigt, wie die Spiele von Berlin zu einem Modell für
alle folgenden Olympischen Spiele wurden.
Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als
Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der
ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.
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