Nach chaotischem ELGA-Start in steirischen Kassenpraxen: Hausärzteverband fordert Befreiung vom Teilnahmezwang!

Wien (OTS) - Seit Ende Mai läuft im weststeirischen Bezirk Deutschlandsberg ein Testbetrieb der sogenannten „e-Medikation“, einer Teilfunktion der Elektronischen Gesundheitsakte ELGA. Dabei kommt es zu einer zentralen Speicherung aller verordneten Medikamente auf einem Server in Wien. Schon nach wenigen Betriebswochen im Testgebiet bewahrheiten sich die schon vor Jahren ausgesprochenen Befürchtungen unseres Berufsverbandes. Aus der uns nachgesagten falschen Panikmache ist leider Wirklichkeit geworden. Der Arbeitsalltag der Kassenärzte im Testgebiet wird durch ELGA nicht erleichtert, sondern massiv erschwert.

Testbetrieb „e-Medikation“: lange Wartezeiten und Verbindungsprobleme

In den Praxen entstehen lange Wartezeiten, denn das System „e-Medikation“ zeigt Mängel in Hülle und Fülle. Das Eintragen der Medikamente ins System ist zeitraubend und umständlich. Dauerte das Stecken der e-card bisher nur Sekunden, so ist jetzt zum Abfragen der bereits gespeicherten Medikamente mittels dieser Karte mindestens eine Minute zu veranschlagen. Die beschriebenen Störungen des Testbetriebes übersteigen die üblichen Kinderkrankheiten bei Neueinführungen eines EDV-Systems bei weitem.

Test-Ergebnisse rechtfertigen keinen ELGA-Teilnahmezwang

Laut Gesetz müssen alle Kassenärzte, meist gegen ihren Willen, im Laufe des Jahres 2017 ins ELGA-System eingebunden werden. Nur Praxen von Wahlärzten sind keinem Teilnahmezwang unterworfen. Was jedem Sozialversicherten zugestanden wird, muss auch den Kassenärzten ermöglicht werden: die ELGA-Abmeldung. Freiwilligkeit soll sowohl bei Patienten, als auch bei ihren Ärzten Vorrang haben. Wer meint, in seiner Arztpraxis mit der Elektronischen Gesundheitsakte arbeiten zu müssen, soll daran nicht gehindert werden, nur der im ELGA-Gesetz festgelegte Teilnahmezwang muss weg.

Weitere Informationen unter www.hausaerzteverband.at

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Wolfgang Geppert,
Sprecher des Österreichischen Hausärzteverbandes
geppert@aon.at, 0664/133 09 99

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