- 23.07.2016, 08:00:01
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„profil“ zitiert aus Anklageschrift im Fall Buwog/Grasser
Staatsanwaltschaft will 166 Zeugen laden, darunter einen Toten
Utl.: Staatsanwaltschaft will 166 Zeugen laden, darunter einen Toten =
Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin „profil“ zitiert in seiner Montag
erscheinenden Ausgabe aus der dem Magazin vollständig vorliegenden
(nicht rechtskräftigen) Anklageschrift im Fall Buwog/Grasser gegen 16
Beschuldigte. Demnach will die Wirtschafts- und
Korruptionsstaatsanwaltschaft 166 teils sehr prominente Zeugen laden,
darunter Hannes Androsch, Gerhard Randa, Guido Schmidt-Chiari, Julius
Meinl, Franz Dobusch, Klaus Luger, Erhard Schaschl und Alfred Finz.
Laut Anklageschrift wollten die Beschuldigten Karl-Heinz Grasser,
Ernst Karl Plech, Walter Meischberger und Peter Hochegger im Wege
eines im Jahr 2000 gefassten „Tatplans“ an „Verkaufsprozessen,
Privatisierungen oder Auftragsvergaben der Republik Österreich“
partizipieren, was im Falle der Buwog-Privatisierung 2004 und der
Causa Terminal Tower 2006 auch geschehen sei.
„Gemäß dem beschriebenen Tatplan sorgte Mag. Karl-Heinz Grasser
bei beiden Projekten durch gezielte Einflussnahmen auf den
Verfahrensablauf dafür, dass er nach Zusage der von ihm geforderten
Bestechungszahlungen die gewünschte parteiliche Entscheidung treffen
konnte“, heißt es in der Anklage. In weiterer Folge sollten „die
geforderten Bestechungszahlungen über die zum Zwecke der
Verschleierung geschaffenen, möglichst weitverzweigten Strukturen
zwischen Mag. Karl-Heinz Grasser, Ing. Walter Meischberger, KR Ernst
Plech und Dr. Peter Hochegger aufgeteilt werden.“ Wenngleich die 825
Seiten umfassende Anklageschrift keinen Beweis erbringt, dass Grasser
jemals Bestechungsgeld annahm, so knüpft die WKStA doch eine lange
Indizienkette. So etwa in Zusammenhang mit Barabhebungen vom
notorischen Liechtensteiner Konto „Walter“ (dieses gehörte offiziell
Meischberger) und Zahlungseingängen auf Grassers österreichischen
Privatkonten.
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