- 21.07.2016, 11:38:33
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Wahlärzte in Niederösterreich durchaus versorgungsrelevant
Neun Prozent der Patientenversorgung wird von Wahlärzten übernommen
Utl.: Neun Prozent der Patientenversorgung wird von Wahlärzten
übernommen =
Wien (OTS) - In Niederösterreich arbeiten derzeit rund 3.400
Ärztinnen und Ärzte im niedergelassenen Bereich. Die meisten von
ihnen, nämlich 39 Prozent, sind ausschließlich als Wahlärzte tätig,
35 Prozent haben einen Vertrag mit der NÖ Gebietskrankenkasse, das
restliche Viertel umfasst Ärztinnen und Ärzte, die in einem Spital
angestellt sind und außerdem eine Kassen- oder Wahlarztordination
betreiben. „Insgesamt verzeichnen die niedergelassenen Ärztinnen und
Ärzte in Niederösterreich über eine halbe Million Patientenkontakte
pro Woche. Der Großteil der Versorgung wird von Kassenärztinnen und
Kassenärzten geleistet. Doch auch Wahlärzte tragen ihren Teil dazu
bei. Dies hat die von der NÖ Ärztekammer im Frühjahr durchgeführte
Umfrage ergeben“, berichtet der Präsident der NÖ Ärztekammer, Dr.
Christoph Reisner, MSc.
Kassenärzte arbeiten durchschnittlich 45 Stunden pro Woche
Niederösterreichs Kassenärzte, die ausschließlich in der Ordination
tätig sind, geben an, pro Ordinationstag durchschnittlich 94
Patientinnen und Patienten zu versorgen. MR Dr. Dietmar Baumgartner,
Vizepräsident der NÖ Ärztekammer und Kurienobmann der
niedergelassenen Ärzte, meint dazu: „Das ist eine enorme Zahl. Da
wundert es nicht, dass Kassenärzte durchschnittlich auf eine
45-Stunden-Woche kommen.“ Wenig erfreulich sowohl für die betroffenen
Ärzte als auch für deren Patienten ist der Umstand, dass rund 20
Prozent der Arbeitszeit für administrative Tätigkeiten aufgewendet
werden müssen. Und dies obwohl die Kassenärzte durchschnittlich vier
Ordinationsangestellte mit einer Gesamtstundenanzahl von 93
Wochenstunden beschäftigen.
Etwas geringer ist naturgemäß die wöchentliche Zahl an Patienten bei
jenen drei Prozent der angestellten Spitalsärzte, die auch eine
Kassenordination betreiben. Sie arbeiten durchschnittlich 28
Wochenstunden in ihren Ordinationen und versorgen dabei rund 56
Patienten pro Tag. Auch sie werden durchschnittlich von vier
Angestellten mit 73 Wochenstunden unterstützt.
Neun Prozent der Patientenkontakte entfallen auf Wahlärzte
Fast die Hälfte der Wahlärzte, die ausschließlich niedergelassen
tätig sind, arbeitet in ihren Ordinationen alleine. Sämtliche
administrative Tätigkeiten werden in diesem Fall von den Ärzten
selbst erledigt. Im Durchschnitt kommen Wahlärzte auf eine
Angestellte oder einen Angestellten mit 26 Wochenstunden Arbeitszeit.
Wie aus den Umfrageergebnissen hervorgeht, widmen sich Wahlärztinnen
und Wahlärzte in 20 Stunden pro Woche durchschnittlich 29 Patienten.
Auch von den Ärztinnen und Ärzten, die in Krankenhäusern angestellt
sind, betreiben etwa 16 Prozent eine Wahlarztordination, in der
wöchentlich durchschnittlich 15 Patienten behandelt werden.
Reisner: „Jede dieser Zahl für sich genommen, klingt nach nicht sehr
viel. Rechnet man aber das Patientenaufkommen aller Wahlärzte
zusammen, kommt man auf knapp 48.500 Patientenkontakte in der Woche.
Das bedeutet, neu Prozent der Patientenversorgung im niedergelassenen
Bereich werden von den Wahlärztinnen und Wahlärzten abgedeckt.“
Ein Grund, der Patienten dazu bewegen könnte, einen Wahlarzt anstelle
eines Kassenarztes aufzusuchen, ist beispielsweise das erweiterte
Angebot an Leistungen, die von der Sozialversicherung nicht abgedeckt
werden. Doch Reisner ist überzeugt, dass es einen weiteren Grund
gibt: „Wahlärzte können vor allem beim Faktor Zeit punkten. Sie
können sich leichter die Zeit für eingehende Gespräche nehmen, da sie
diese auch verrechnen dürfen. Das ist Kassenärzten nicht erlaubt.
Hier können Wahlärzte ihren Patienten etwas bieten, das das
öffentliche Gesundheitssystem nicht leisten kann und will.“
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