• 20.07.2016, 11:21:05
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Konjunkturbarometer der WK Wien zeigt: Investitionszuwachsprämie notwendig

Wiener Unternehmen: Stimmungslage leicht positiv – Erwartungen zur gesamtwirtschaftlichen Situation negativ - Ruck: „Gibt keinen besseren Zeitpunkt für konjunkturstützende Maßnahme“

Utl.: Wiener Unternehmen: Stimmungslage leicht positiv – Erwartungen
zur gesamtwirtschaftlichen Situation negativ - Ruck: „Gibt
keinen besseren Zeitpunkt für konjunkturstützende Maßnahme“ =

Wien (OTS) - „Die Stimmung in der Wiener Unternehmerschaft ist seit
Langem wieder im positiven Bereich. Wir haben den Konjunktur-Motor
endlich zum Laufen gebracht. Jetzt braucht es Treibstoff, damit die
Wirtschaft in Fahrt kommt“, sagt Walter Ruck, Präsident der
Wirtschaftskammer Wien in Hinblick auf die jüngsten Konjunkturdaten
für den Standort Wien. Denn zum ersten Mal seit dem Jahr 2012 sind
die Erwartungen der Wiener Unternehmen für die kommenden zwölf Monate
positiv. Das zeigt der aktuelle Konjunkturbarometer - eine
halbjährlich durchgeführte Umfrage unter Wiener Unternehmern. Demnach
erwarten die Betriebe im eigenen Geschäftsbereich eine günstige
Entwicklung bei Umsätzen, Beschäftigung und Investitionen. Es gibt
allerdings einen Wermutstropfen: Die Betriebe schätzen das
Wirtschaftsklima – also die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen
– nach wie vor deutlich negativ ein.

ZT: Wien hinter Österreich
Der Wirtschaftsstandort Wien hatte es die letzten Jahre schwer. Im
Laufe des Jahres 2010 fiel Wien beim Wirtschaftswachstum im Vergleich
zum Rest des Landes dauerhaft zurück. Alle anderen
Wirtschaftsregionen in Österreich performen besser als die
Bundeshauptstadt. Im schwierigen Jahr 2014 schrumpfte die Wirtschaft
in Wien sogar um 0,1 Prozent, während sie in Österreich um 0,4
Prozent wuchs. Die Wifo-Prognosen für dieses Jahr liegen für
Österreich bei 1,7 Prozent Wirtschaftswachstum, für Wien bei 1,4
Prozent. Die Position des Nachzüglers hat Wien aus vier Gründen.
„Bürokratische Strukturen und eine hohe Abgabenquote hemmen die
Wirtschaft. Parteipolitische Prestigeprojekte werden
Konjunkturmaßnahmen vorgezogen. Und das generelle Unverständnis
gegenüber den Interessen der Wirtschaft – das alles macht Wien zum
schwierigen Pflaster für Unternehmen“, sagt Ruck.

ZT: Wiener Unternehmer schöpfen Hoffnung
Die Befragung der Wiener Unternehmer aller Sparten und Größen zum
Thema Wirtschaftsentwicklung macht deutlich: Die Betriebe erwarten
für die kommenden zwölf Monate eine bessere Entwicklung als zuletzt.
Mit den vergangenen zwölf Monaten sind sie jedoch weniger zufrieden,
als sie ursprünglich erwartet hatten. Die erhofften
Umsatzsteigerungen konnten viele, aber nicht alle Betriebe erzielen.
Der Erfolg stellt sich jetzt zeitverzögert ein. So rechnen viele
Unternehmungen mit einer deutlichen Steigerung der Inlandsumsätze.
Und auch beim Export erwarten 23 Prozent der Unternehmen
Umsatzzuwächse, neun Prozent Umsatzrückgänge. Ein Sorgenkind bleibt
das Wirtschaftsklima. Es wird mehrheitlich schlecht bewertet. „Hier
spiegelt sich die Unzufriedenheit mit der Lösungskompetenz der
Politik wider“, sagt Ruck.

Erfreulich ist, dass neben dem Interesse an zusätzlichen Mitarbeitern
auch die Investitionsbereitschaft der Wiener Betriebe steigt. Ruck
fordert nun, dass der beginnende Aufwärtstrend durch eine offensive
Wirtschaftspolitik verstärkt wird. „Die Wiener Betriebe wollen
investieren, sie wollen Arbeitsplätze schaffen und neue Projekte
angehen. Die Aufgabe der Politik ist jetzt, sie dabei zu
unterstützen“, sagt Ruck. Mehr ermöglichen und weniger behindern sei
der entscheidende Leitgrundsatz.

ZT: Investitionszuwachsprämie für Wien
„Wenn der Politik der Wirtschaftsstandort Wien ein Anliegen ist, soll
sie jetzt handeln. Eine Investitionszuwachsprämie für Betriebe, die
mehr investieren als in der Vergangenheit, würde die
KMU-Investitionsschwäche lindern und die Konjunktur in Wien
nachhaltig stützen“, fordert Ruck eine konkrete Maßnahme mit Verweis
auf Salzburg. Dort wurde die Investitionszuwachsprämie 2015 erstmals
ausgeschüttet und löste das 20-fache an Investitionen aus. Auch
Kärnten wird die erfolgreiche Maßnahme demnächst einführen. In Wien
sollte der Fördertopf für die Investitionszuwachsprämie rund 14 Mio.
Euro enthalten, um eine spürbare Konjunkturstütze zu sein. 280 Mio.
Euro Neuinvestitionen würden die Wiener KMU in der Folge dadurch
tätigen und rund 2.000 neue Jobs schaffen. „Wien muss aus der
Zuschauerrolle herauskommen, die Politik aktiv werden. Man darf
konjunkturstützende Maßnahmen auch kopieren, wenn sie funktionieren“,
sagt Ruck in Richtung Wiener Stadtregierung.

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