• 14.07.2016, 10:28:03
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Eine digitale Agenda für Österreichs Kultur

Casinos Austria Kulturtalk in Bregenz beleuchtet die herausfordernde Partnerschaft zwischen Kultur und Tourismus in Österreich.

Utl.: Casinos Austria Kulturtalk in Bregenz beleuchtet die
herausfordernde Partnerschaft zwischen Kultur und Tourismus in
Österreich. =

Wien (OTS) - Festivals, Sommertheater, Museen, historische Stätten –
Österreich präsentiert sich seinen ausländischen Gästen gern als
Kulturnation. Die Kultur ist eines der wichtigsten touristischen
Angebote, zugleich könnten viele kulturelle Ereignisse und
Einrichtungen ohne den ständigen Strom an touristischen Besuchern
nicht bestehen. Ohne Zweifel sind Kultur und Tourismus „Österreichs
Power Couple“.

Wie die Zukunft dieser erfolgreichen Partnerschaft aussehen könnte,
diese Frage stand im Mittelpunkt des Casinos Austria Kulturtalks am
13. Juli im Casino Bregenz. Casinodirektor Bernhard Moosbrugger
begrüßte dazu eine hochkarätige Podiumsrunde: Unter der Moderation
von ORF-Korrespondentin Raphaela Herburger-Stefandl diskutierten
Vorarlbergs Kulturlandesrat Dr. Christian Bernhard, der Präsident der
Bregenzer Festspiele, Dipl.-Phys. Hans-Peter Metzler,
Vorarlberg-Tourismus-Chef Mag. Christian Schützinger, der
Vizepräsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) Mag.
Gregor Hoch sowie Casinos Austria Vorstand Prof. Mag. Dietmar
Hoscher.

Festspielpräsident Metzler stellte gleich zu Beginn die zentrale
Bedeutung der Kultur für den Tourismus – Österreichs wichtigste
Wirtschaftsbranche – außer Frage: „International haben wir nur ein
einziges Asset, das uns wirklich unterscheidet, nämlich die Kultur.
Berge und Seen gibt es überall, aber nur Österreich hat dieses
enorme, historisch gewachsene Kulturangebot.“

Landestouristiker Schützinger belegte diese Bedeutung mit Zahlen: 8%
der Gäste in Vorarlberg sind Kulturtouristen im engeren Sinn, kommen
also gezielt wegen eines Festivals. Aber mehr als 40% von denen, die
zur Erholung, zum Wandern oder Baden kommen, haben Österreich
gewählt, weil es hier zusätzlich ein reiches Kulturangebot gibt.
Ähnliche Zahlen gelten auch für Gesamtösterreich. Schützinger:
„Worauf es ankommt, ist das Flair im Gesamten, die Atmosphäre eines
Kulturlandes. Selbst wenn jemand keines der konkreten Angebote nutzt,
weiß er zu schätzen, dass es das hier gibt.“

„Ein gelungener Urlaub ist ein Mosaik“, bestätigte auch Hotelier und
ÖHV-Vizepräsident Hoch, „da muss das Gesamtpaket stimmen. Für die
Besucher der Bregenzer Festspiele ist der Blick auf den See oder das
gepflegte Dinner ebenso wichtig wie die Aufführung. Und wer zum
Mountainbiking auf den Arlberg kommt, will vielleicht am Abend durch
eine Galerie bummeln.“

Eine der Herausforderungen für die Zukunft liegt darin, auch jüngere
Menschen von der Rolle Österreichs als Kulturland zu überzeugen.
Worauf Österreichs Kulturerbe aufbaut, das ist vor allem klassische
Musik und die Werke des Barock sowie des Fîn-de-Siècle. Davon fühlen
sich aber eher ältere Gäste angesprochen – tatsächlich sind 48% der
Besucher aus Deutschland, dem wichtigsten Herkunftsland für
Österreichs Tourismus, über 55, die Gruppe unter 35 macht weniger als
10% aus. „Die jungen Leute müssen auf andere Art angesprochen
werden“, zeigte sich deshalb Kulturlandesrat Bernhard überzeugt, „das
Angebot für junge Zielgruppen ist durchaus da, man denke nur an die
zahlreichen Festivals mit aktueller Musik, wo zum Teil
Hunderttausende sehr junge Besucher kommen. Wo wir ständig gefordert
sind, das ist die Vermittlungsarbeit.“ In Vorarlberg wurde schon vor
längerem die Plattform Kultur und Tourismus ins Leben gerufen, laut
Bernhard „eine ungeheuer wichtige Einrichtung, wo gemeinsame
Interessen verfolgt und Berührungsängste abgebaut werden“.

„Das Angebot ist groß, auch die Vielfalt ist groß, aber in der
konkreten Vermarktung und Vernetzung gibt es Verbesserungspotenzial“,
meinte auch Casinos Austria Vorstandsdirektor Hoscher und forderte:
„Wir brauchen eine digitale Agenda im Kulturbereich, um ein
Österreich-Bild zu schaffen, das nicht nur auf der Vergangenheit
aufbaut“. Hoscher zitierte das Beispiel des Metropolitan Museum of
Art in New York, das seine gesamte Sammlung im Internet zugänglich
macht – und damit gerade in jener Zielgruppe, die sich die Bilder
bereits via virtuellem 3-D-Rundgang am Bildschirm angeschaut hatten,
zusätzliche Besucher anlockte. „Eine erfolgreiche Zukunftsstrategie
muss auf digitale Vernetzung und Clusterbildung setzen“, so Hoscher,
„die Angst, dass man sich dabei gegenseitig etwas wegnimmt, ist
völlig kurzsichtig, im Gegenteil kann man gemeinsam neue Nachfrage
generieren. Innovation darf auch in diesem Bereich kein Fremdwort
sein.“

In Summe ist die Kultur jedenfalls auch wirtschaftlich ein Gewinn –
darüber war sich die Runde einig. Laut Festspielpräsident Metzler
liefern zum Beispiel die Bregenzer Festspiele 27 Millionen Euro
allein an Steuern ab, also ein Vielfaches der vom Bund gewährten
Subvention – „da ist die Umwegrentabilität noch gar nicht
mitgerechnet“.

Fotos zum Download finden Sie unter:
http://bit.ly/Kulturtalk-2016

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