- 13.07.2016, 11:00:01
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Schienen-Control Jahresbericht 2015: Neue Rekordzahlen im Personenverkehr und steigende Verkehrsleistung auf der Schiene
Bilanz über den österreichischen Schienenverkehrsmarkt zeigt wachsenden Wettbewerb auf den großen Achsen
Utl.: Bilanz über den österreichischen Schienenverkehrsmarkt zeigt
wachsenden Wettbewerb auf den großen Achsen =
Wien (OTS) - Auch im vergangenen Jahr ist die Zahl der Passagiere auf
der Schiene weiter gestiegen. Der Schienen-Control-Jahresbericht 2015
weist einen erneuten Anstieg um 1,5 Prozent im Vergleich zum Jahr
2014 und damit einen neuen Rekordwert von 282 Millionen Fahrgästen
aus. „Immer mehr Österreicherinnen und Österreicher nutzen die Bahn.
Das zeigt, dass unsere Investitionen in schnelle Verbindungen, neue
Züge und moderne Bahnhöfe wirken“, erklärt Infrastrukturminister Jörg
Leichtfried. Die gefahrenen Personenkilometer stiegen insgesamt um
100 Millionen von 12,1 auf 12,2 Milliarden Personenkilometer an.
Statistisch gesehen hat damit jede Österreicherin bzw. jeder
Österreicher 2015 durchschnittlich 1.427 Kilometer mit der Bahn
zurückgelegt.
„Österreich ist nach wie vor das Bahnland Nummer eins innerhalb der
Europäischen Union“, betont Schienen-Control-Geschäftsführerin Maria-
Theresia Röhsler bei der Präsentation des aktuellen Berichts am
Mittwoch. Dabei verweist Röhsler auch auf die konstante Entwicklung
der Pünktlichkeitswerte, die auf hohem Niveau gehalten werden
konnten. Mit 96,3 Prozent lag der Anteil der pünktlichen Verbindungen
nur knapp unter dem Wert des Vorjahres mit 96,7 Prozent. Im
Nahverkehr lag die durchschnittliche Verspätung je Zug mit 1,1
Minuten gleichauf wie im Vorjahr. Im Fernverkehr verbesserte sich die
Pünktlichkeit 2015 abermals und lag bei 88 Prozent (2014: 87,6
Prozent).
Auch im Schienengüterverkehr konnte 2015 eine konstante Entwicklung
beobachtet werden. Mit 112,8 Millionen Tonnen Gütern lag das
Transportaufkommen 2015 lediglich 0,4 Prozent unter dem Wert des
Vorjahres. „Das Gesamttransportvolumen im österreichischen
Schienengüterverkehr ist 2015 konjunkturbedingt leicht
zurückgegangen. Gleichzeitig hat die Verkehrsleistung auf der Schiene
neuerlich zugenommen. Das bedeutet, dass die Ladung im Schnitt über
längere Distanzen transportiert wurde“, so Röhsler weiter. Rund 22,6
Milliarden Nettotonnenkilometer an Verkehrsleistung im
Schienenverkehr bedeuten einen weiteren Anstieg um 0,4 Prozent.
Steigender Wettbewerb auf den großen Achsen
2015 haben fünf neue Bahnunternehmen ihren Betrieb in Österreich
aufgenommen. Damit sind insgesamt 56 Eisenbahnunternehmen 2015 in
Österreich aktiv gewesen. Neben den 44 österreichischen
Eisenbahnunternehmen sind zwölf weitere Unternehmen aus dem EU-Raum
registriert. Der Anteil der Wettbewerbsbahnen im Personenverkehr an
den Reisenden erhöhte sich von 2014 auf 2015 um 0,3 Prozentpunkte auf
15,7 Prozent. Der Anteil an den Personenkilometern stieg um 0,4
Prozentpunkte an – von 11,8 auf 12,2 Prozent. Im Personenverkehr gibt
es im ÖBB-Netz derzeit 15 Wettbewerbsbahnen.
Im Schienengüterverkehr konnten die Wettbewerbsbahnen ihre Anteile
insbesondere entlang der großen Achsen neuerlich steigern und ihren
Marktanteil im Bereich des Transportaufkommens auf 27 Prozent (2014:
26,2%) bzw. bei der Verkehrsleistung auf 23,6 Prozent (2014: 21,4%)
ausbauen. Auf der Brennerachse und der Westachse wickelten die
Wettbewerbsbahnen 42 bzw. 30 Prozent des gesamten Güterverkehrs ab.
Wie im gesamten österreichischen Güterverkehr konnten die
Wettbewerbsbahnen ihren Anteil allerdings fast ausschließlich durch
Ganzzugsverbindungen – das sind Güterzüge, die vom Start- zum
Zielbahnhof als unveränderte Einheit verkehren – ausbauen. Auch die
marktführende ÖBB-Tochter RCA verzeichnete einen Anstieg um 1,2
Prozent im Ganzzugverkehr. Die Bedienung der Fläche im
Einzelwagenverkehr erfolgt immer noch mit rund 99 Prozent fast
ausschließlich durch den Marktführer.
Neue Zuständigkeiten der Schienen-Control
Durch die Umsetzung der Eisenbahngesetznovelle mit Ende November 2015
können nun auch Verlader, Spediteure und Unternehmen des kombinierten
Verkehrs Zugtrassen beantragen. Betreiber von Serviceeinrichtungen
wie Werkstätten oder Waschanlagen müssen diskriminierungsfrei Zugang
zu diesen gewähren. Auch die Prüfungsbefugnisse der Schienen-Control
Kommission wurden gestärkt. So prüft sie
Schienennetz-Nutzungsbedingungen nun schon im Entwurf und nicht wie
bisher erst nach Veröffentlichung. Auch die Einhaltung der getrennten
Rechnungsführung von Eisenbahnverkehrs- und
Eisenbahninfrastrukturunternehmen, z. B. bezüglich Güter- und
Personenverkehr, unterliegt nun der Kontrolle der
Regulierungsbehörde.
Über die Schienen-Control:
Die Schienen-Control GmbH ist einerseits die Regulierungsbehörde des
Bundes für den Schienenverkehrsmarkt. Andererseits ist die Agentur
für Passagier und Fahrgastrechte – kurz „apf“ genannt als unabhängige
verkehrsträgerübergreifende Schlichtungsstelle bei der
Schienen-Control GmbH angesiedelt.
Als Regulierungsbehörde kontrolliert die Schienen-Control den
Wettbewerb und den freien Zugang zur Schiene zu angemessenen Preisen.
Damit ermöglicht und unterstützt die Schienen-Control einen fairen
Wettbewerb für eine bessere und erfolgreichere Bahn.
Als unabhängige Schlichtungsstelle verhilft die apf Passagieren und
Fahrgästen von Bahn, Bus, Schiff und Flugzeug kostenlos und
provisionsfrei zu ihrem Recht. So sorgt die Servicestelle des
Verkehrsministeriums für mehr Information und Rechtssicherheit im
Öffentlichen Verkehr.
Link zum Jahresbericht:http://www.ots.at/redirect/jahresberichte
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