- 13.07.2016, 09:38:26
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Bundeskriminalamt präsentiert den Kulturgutbericht 2015
Wien (OTS) - Der erste Jahresbericht des Kulturgutreferates im
Bundeskriminalamt (BK) gibt einen Überblick über die wichtigsten
Deliktsformen im Zusammenhang mit Kulturgut und ausgewählte Fälle des
Jahres 2015.
2015 war das Jahr, in dem die ganze Welt mit großer Besorgnis die
Entwicklungen in Syrien und Irak verfolgte. Kulturgüter wurden in
Museen vor laufender Kamera zerstört, archäologische Stätten wurden
systematisch geplündert und zerstört. Kulturgüter aus diesen Regionen
werden aber auch in den Westen verkauft, um die Kriegskassen zu
füllen. Das BK regierte mit bewusstseinsbildenden Maßnahmen,
Informationen und Schulungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Mit Erfolg. Dies zeigt die Sicherstellung einer ägyptischen Grabfigur
in Innsbruck. Im November 2015 konnte die Figur, auch Uschebti
genannt, im Kunsthistorischen Museum Wien an den Botschafter der
Arabischen Republik Ägypten zurückgegeben werden. 2015 wurden in
Österreich 640 gestohlene oder illegal ausgegrabene Gegenstände
sichergestellt. Die Anzahl der Anzeigen wegen Kulturgutdiebstähle
waren 2015 in Österreich leicht rückläufig. Es wurden 2015 insgesamt
179 Fälle angezeigt.
Allgemeines:
Das Kulturgutreferat ist im BK als Zentralstelle zur Bekämpfung der
Kulturgutkriminalität eingerichtet. Das Kulturgutreferat bearbeitet
deliktsunabhängig sämtliche Fälle im Kulturgutbereich und ist
Anlaufstelle für Kulturgutfragen innerhalb der österreichischen
Polizei, aber auch für entsprechende Kontakte zu Museen,
Organisationen, Künstlern usw. zuständig. Einen wichtigen Bereich
stellen auch die Überprüfungen von angebotenem Kulturgut, die
Marktbeobachtung und die Überprüfung von bedenklichem Kulturgut, wie
z.B. Fälschungen, dar.
Neben der nationalen und internationalen Fahndung nach Kulturgut
umfasst der Zuständigkeitsbereich auch sämtliche sonstige nicht
nummerierte Sachen wie zum Beispiel Schmuck und Taschenuhren. In
„Kunst-Kriminalfälle“ sind oft mehrere Staaten involviert, weshalb
eine gemeinsame Datenbank und ein sehr gut funktionierendes
internationales Netzwerk unverzichtbar sind. Die österreichischen
Kunstdiebstähle, ebenso wie Fahndungen nach Schmuck, werden auf der
Website des BK veröffentlicht und sind für jeden Interessierten
zugänglich. Inzwischen sind mehr als 1.000 Fahndungen in der
Kategorie „Kunst- und Wertgegenstände“ zu finden. Das Interpol
Generalsekretariat hat ebenfalls eine Kunstdatenbank entwickelt, auf
die von allen 190 Interpol-Mitgliedstaaten zugegriffen werden kann.
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