- 12.07.2016, 11:16:03
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Vorfall in Kärnten zeigt: Zu wenig Bewusstsein für Nutztiere
VIER PFOTEN: Halter müssen bei Hitze besonders auf ihre Tiere achten
Utl.: VIER PFOTEN: Halter müssen bei Hitze besonders auf ihre Tiere
achten =
Wien (OTS) - Kühe, die bei40 Grad Hitze in einen Anhänger gesperrt
und völlig dehydriert im Kärntner Althofen (Bezirk St. Veit)
aufgefunden wurden: Der Vorfall in Kärnten zeigt laut VIER PFOTEN,
dass Nutztiere und ihre Bedürfnisse nach wie vor viel zu gering
geschätzt werden.
„So ein Vorfall zeigt uns, dass manche Menschen leider immer noch
nicht verstanden haben, dass Tiere keine gefühllosen Wesen sind“,
zeigt sich Indra Kley, Leiterin des Österreich-Büros von VIER PFOTEN,
betroffen. Sie weist darauf hin, dass Tierquälerei strafbar ist:
„Auch das scheint längst nicht allen bewusst zu sein. Mit der
Strafrechtsnovelle im Frühjahr 2016 ist außerdem der Strafrahmen für
Tierquälerei von ein auf zwei Jahre erhöht worden.“
VIER PFOTEN appelliert an die Verantwortlichen, Tiertransporte nur
nachts durchzuführen. Die Ladedichte sollte um 20 Prozent reduziert
und die Belüftung des Fahrzeugs schon während des Verladens
eingeschaltet werden.
Untertitel: Mindeststandards der Haltung können Risiko für
Hitze-Katastrophen nicht reduzieren
In der Nutztierhaltung reichen laut VIER PFOTEN die gesetzlichen
Mindeststandards oft nicht aus, um das Risiko solcher
Hitze-Katastrophen zu reduzieren. Die Tierschutzorganisation
empfiehlt daher konkrete Maßnahmen, mit denen Landwirte für
Sicherheit und Wohlbefinden der Tiere sorgen können.
„Schweine und Geflügel können nicht schwitzen. Sie sind auf die
Gestaltung ihrer Umgebung und die Achtsamkeit ihrer Tierhalter
angewiesen“, sagt Kley. „Ställe und Lüftungsanlagen sind in
Österreich baulich nicht für lang anhaltende Hitzeperioden ausgelegt.
Deshalb ist es wichtig, mit entsprechenden Managementmaßnahmen
schnell und frühzeitig zu reagieren.“
Das wichtigste Kriterium ist dabei eine Lüftungsanlage auf dem
neuesten technischen Stand. Tierhaltern rät VIER PFOTEN zu einer
vermehrten Kontrolle der Belüftung im Stall. Durch eine Verdoppelung
der Luftgeschwindigkeit kann die Kühlwirkung verstärkt werden. Eine
verstärkte Ventilation kann in Hitzeperioden unnötiges Leid der
Tiere verhindern. Besonders wichtig ist die ausreichende
Wasserversorgung der Tiere.
„Weideflächen bzw. Freilaufzonen müssen auf jeden Fall auch
ausreichend schattige Plätze bieten , damit Tiere nicht der prallen
Sonne ausgesetzt sind“, so Kley. Im Idealfall werden schon bei der
Planung der Anlagen Bäume und Sträucher gepflanzt. Wenn Stallungen
einer starken Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, sollte die
natürliche Durchlüftung verstärkt werden. Helle, isolierte Dächer
sind ebenfalls geeignet zur Vorbeugung.
Ein echtes Problem im Hinblick auf den Tierschutz ist in
Massentierhaltungs-Betrieben der hohe Tierbesatz auf engem Raum.
Daher sollte die Besatzdichte verringert werden. „Je dichter
aneinander gedrängt Tiere gehalten werden, desto mehr leiden sie
natürlich unter der Hitze“, sagt Kley.
Ganz wichtig ist laut VIER PFOTEN auch die gesetzliche Vorgabe für
Landwirte, dass Nutztiere zu jeder Zeit Zugang zu frischem Wasser
haben müssen. Was schon bei normalen Temperaturen eine
Selbstverständlichkeit sein sollte, ist bei Hitze lebensnotwendig.
Die Landwirtschaftskammer Österreich hat auf ihrer Website übrigens
nützliche Hitze-Tipps für Halter von Kühen zusammengestellt:
https://www.lko.at/?id=2500,2447230,,&nlid=2448147&uid=2352973
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