Med ÖH zum Medizinaufnahmetest (MedAT)

MedAT - Der Zugang zum Medizinstudium muss fair sein

Graz/Wien (OTS) - Morgen findet österreichweit der Aufnahmetest für das Human- und Zahnmedizinstudium an den öffentlichen Universitäten statt. Die ÖH Med Wien und ÖH Med Graz wünschen allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Erfolg.

Leider haben morgen nicht alle die gleichen Chancen, den Test zu bestehen, zumal der Zugang zum Medizinstudium immer noch von finanziellen Faktoren abhängig ist. So stellt nicht nur die Gebühr für den Aufnahmetest in Höhe von 110€ Kosten dar, sondern auch die vielen Vorbereitungskurse, die die Chancen für die Zulassung zum Medizinstudium verbessern können. “Es gibt immer mehr Angebote an Kursen, die bis zu mehreren tausend Euro kosten”, so Stefan Graiger vom Vorsitzteam der ÖH Med Graz, “nicht jede Bewerberin und jeder Bewerber hat die finanziellen Mittel sich diese übertrieben teuren Kurse zu leisten. Dadurch entsteht für viele das Gefühl von vorne herein keine Chance beim Test zu haben, falls sie diese Kurse nicht bezahlen können.”

Die Studierendenvertretungen an den medizinischen Universitäten in Graz und Wien versuchen durch intensive Beratung, Skripten und Infoveranstaltungen Chancengleichheit für alle sozialen Schichten zu erreichen, die dieser Auswahltest eigentlich vorraussetzen sollte. Trotzdem zeigt sich an der Studierendensozialerhebung 2015, dass 70% der Medizinstudierenden aus der gehobenen oder der hohen sozialen Schicht stammen. So steigt auch die Zahl der Privatuniversitäten, die ein Medizinstudium anbieten und dafür immens hohe Summen verlangen. Lukas Wedrich vom Vorsitzteam der ÖH Med Wien sagt dazu: “Alle sollten unabhängig vom Einkommen der Eltern die Möglichkeit zu einem fairen Zugang zum Medizinstudium haben, das ist heute leider noch nicht der Fall.”

An den Zahlen der Bewerberinnen ist ein deutlicher Unterschied zu den Bewerbern erkennbar, da sich 2015 zwar ca. 40% mehr Frauen als Männer für den Med-AT angemeldet haben, allerdings die Anzahl der aufgenommenen Bewerberinnen und Bewerber annähernd 50% betragen hat. Als HochschülerInnenschaften empfinden wir eine ausgewogene Aufnahme als ein großes Ziel für eine Chancengleichheit der Geschlechter im Medizinstudium, es müssen jedoch noch genaue Daten für diese Diskrepanz der Anmeldezahlen erhoben werden.

Medizin zu Studieren muss für alle mit gleichen Chancen möglich sein und darf nicht vom Geschlecht, sozialen Status oder vom Geld abhängig sein. Für einen fairen Zugang zum Medizinstudium setzen sich die HochschülerInnenschaften ein.

Rückfragen & Kontakt:

HochschülerInnenschaft an der Medizinischen Universität Graz
Graiger Stefan, 1. stv. Vorsitzender
oeh-vorsitz@medunigraz.at
Tel.: 0316/385 73080
Stiftingtalstraße 24/EG, A-8010 Graz

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