Bundesheer: Neuausrichtung im Ministerrat beschlossen

Doskozil: „Bundesheer auf neue Bedrohungslage einstellen“; Eckpunkte: Stärkung der Truppe; Straffung der Kommanden

Wien (OTS) - Das Österreichische Bundesheer wird grundlegend neu strukturiert. Ein entsprechender Vortrag wurde heute, Dienstag, im Ministerrat durch Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil eingebracht. Der Ministerrat stimmte der vorgeschlagenen Umstrukturierung des Österreichischen Bundesheeres und der Zentralstelle zu. Es wurde beschlossen, die Strukturen des Bundesheeres und der Zentralstelle an die aktuellen Erfordernisse und zukünftigen Herausforderungen anzupassen. Dabei gelten die Stärkung der Truppe, die Erhöhung der Reaktionsfähigkeit sowie die Ermöglichung schnellerer Abläufe und besserer Koordinierungen als Zielsetzungen. Verteidigungsminister Doskozil: „Mein Ziel ist es, das Bundesheer zu modernisieren und zu stärken, um der Sicherheitssituation gerecht werden zu können. Die heute beschlossene neue Struktur des Bundesheeres erhöht die Sicherheit für die Bevölkerung. Das Bundesheer wird damit auf die neue Bedrohungslage eingestellt.“

Mit der Neustrukturierung reagiert Doskozil auf die immer stärker in den sicherheitspolitischen Fokus rückenden hybriden Bedrohungen wie Terrorismus. Doskozil ordnete bereits kurz nach Amtsantritt Planungen für eine grundlegende Reorganisation des Bundesheeres und der Zentralstelle an, um insbesondere die Truppe zu stärken. Darüber hinaus kann durch die neue Organisation besser auf Bedrohungen für Österreich reagiert werden. Doskozil präsentierte die geplante Reorganisation in der Vorwoche auch im Nationalen Sicherheitsrat. „Wir werden hinkünftig weniger Kommanden haben, wir werden unsere Reaktionsfähigkeit erhöhen, die Einsatzkräfte stärken und die Ministerialbürokratie straffen. So ist das Bundesheer für die Herausforderungen und Aufgabenstellungen der Zukunft bereit“, so der Minister.

Eckpunkte der neuen Struktur
Die obere Führung des Österreichischen Bundesheeres wird künftig aus vier Kommanden bestehen: dem Kommando Landstreitkräfte, dem Kommando Luftstreitkräfte, dem Kommando Logistik sowie dem Kommando Führungsunterstützung und Cyber Defence. In diesem Zusammenhang werden die Streitkräfte in Land- und Luftstreitkräfte übergeleitet. Das Kommando Landstreitkräfte führt die Landstreitkräfte des Bundesheeres und stellt die Masse der aufwachsenden Reaktionskräfte. Dabei sollen unter anderem die Kaderpräsenzeinheiten bis 2020 auf bis zu 6.000 Soldatinnen und Soldaten aufgestockt werden.
Dem Kommando Landstreitkräfte sind im Wesentlichen die neun Militärkommanden, die weiter spezialisierten Brigaden und die Heerestruppenschule unterstellt. Die 3. Panzergrenadierbrigade wird in das „Kommando Schnelle Einsätze“ übergeleitet, die 4. Panzergrenadierbrigade als „Schwere Brigade“, die 7. Jägerbrigade als „Leichte Brigade“ ausgeprägt und die 6. Jägerbrigade in das „Kommando Gebirgskampf“ übergeleitet.

Fünf neue Bataillone werden aufgestellt, um die Einsatzkräfte des Bundesheeres unterstützen.

Die Militärkommanden werden in ihrer Verantwortung gestärkt, erhalten zusätzlich zu den territorialen, militärbehördlichen und Verbindungsaufgaben im Bundesland insbesondere verstärkt Ausbildungs-und Einsatzführungsaufgaben sowie die Verantwortung für das dezentrale Facility-Management und für die selbständig strukturierte Miliz in der Ausprägung „Infanterie“.

Dem neuen Kommando Luftstreitkräfte werden das Kommando Luftraumüberwachung, das Kommando Luftunterstützung sowie die Flieger- und Fliegerabwehrtruppenschule unterstellt.

Das Kommando Logistik ist für die Logistik des Österreichischen Bundesheeres verantwortlich.

Die Landesverteidigungsakademie in Wien, die Theresianische Militärakademie in Wiener Neustadt und die Heeresunteroffiziersakademie in Enns werden als Militärhochschule unter gemeinsame Leitung gestellt. Die Militärhochschule ist im Wesentlichen für die Realisierung einer zeitgemäßen Offiziersausbildung nach Maßstäben des Bologna-Prozesses und für eine zeitgemäße Unteroffiziersausbildung unter Betonung des militärischen Anforderungsprofils verantwortlich.

Neben den genannten Kommanden und der Militärhochschule werden folgende Kommanden und Dienststellen dem Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport unmittelbar unterstellt:
Heerespersonalamt, Heeresnachrichtenamt, Abwehramt, Jagdkommando, Heeressportzentrum, Heeresgeschichtliches Museum und Dienststellen der Militärseelsorge.

Der bereits beschlossene deutliche Ausbau der Miliz wird weiter fortgesetzt. Damit verbunden ist ein quantitativer Aufwuchs von vorerst zwölf zusätzlichen Kompanien bis 2018. Danach ist ein weiterer signifikanter Aufwuchs vorgesehen.

Weitere Informationen und Grafiken zu den Standorten zur neuen Struktur unter: www.bundesheer.at

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