• 05.07.2016, 11:13:20
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Bundesheer: Neuausrichtung im Ministerrat beschlossen

Doskozil: „Bundesheer auf neue Bedrohungslage einstellen“; Eckpunkte: Stärkung der Truppe; Straffung der Kommanden

Utl.: Doskozil: „Bundesheer auf neue Bedrohungslage einstellen“;
Eckpunkte: Stärkung der Truppe; Straffung der Kommanden =

Wien (OTS) - Das Österreichische Bundesheer wird grundlegend neu
strukturiert. Ein entsprechender Vortrag wurde heute, Dienstag, im
Ministerrat durch Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil
eingebracht. Der Ministerrat stimmte der vorgeschlagenen
Umstrukturierung des Österreichischen Bundesheeres und der
Zentralstelle zu. Es wurde beschlossen, die Strukturen des
Bundesheeres und der Zentralstelle an die aktuellen Erfordernisse und
zukünftigen Herausforderungen anzupassen. Dabei gelten die Stärkung
der Truppe, die Erhöhung der Reaktionsfähigkeit sowie die
Ermöglichung schnellerer Abläufe und besserer Koordinierungen als
Zielsetzungen. Verteidigungsminister Doskozil: „Mein Ziel ist es, das
Bundesheer zu modernisieren und zu stärken, um der
Sicherheitssituation gerecht werden zu können. Die heute beschlossene
neue Struktur des Bundesheeres erhöht die Sicherheit für die
Bevölkerung. Das Bundesheer wird damit auf die neue Bedrohungslage
eingestellt.“

Mit der Neustrukturierung reagiert Doskozil auf die immer stärker in
den sicherheitspolitischen Fokus rückenden hybriden Bedrohungen wie
Terrorismus. Doskozil ordnete bereits kurz nach Amtsantritt Planungen
für eine grundlegende Reorganisation des Bundesheeres und der
Zentralstelle an, um insbesondere die Truppe zu stärken. Darüber
hinaus kann durch die neue Organisation besser auf Bedrohungen für
Österreich reagiert werden. Doskozil präsentierte die geplante
Reorganisation in der Vorwoche auch im Nationalen Sicherheitsrat.
„Wir werden hinkünftig weniger Kommanden haben, wir werden unsere
Reaktionsfähigkeit erhöhen, die Einsatzkräfte stärken und die
Ministerialbürokratie straffen. So ist das Bundesheer für die
Herausforderungen und Aufgabenstellungen der Zukunft bereit“, so der
Minister.

Eckpunkte der neuen Struktur
Die obere Führung des Österreichischen Bundesheeres wird künftig aus
vier Kommanden bestehen: dem Kommando Landstreitkräfte, dem Kommando
Luftstreitkräfte, dem Kommando Logistik sowie dem Kommando
Führungsunterstützung und Cyber Defence. In diesem Zusammenhang
werden die Streitkräfte in Land- und Luftstreitkräfte übergeleitet.
Das Kommando Landstreitkräfte führt die Landstreitkräfte des
Bundesheeres und stellt die Masse der aufwachsenden Reaktionskräfte.
Dabei sollen unter anderem die Kaderpräsenzeinheiten bis 2020 auf bis
zu 6.000 Soldatinnen und Soldaten aufgestockt werden.
Dem Kommando Landstreitkräfte sind im Wesentlichen die neun
Militärkommanden, die weiter spezialisierten Brigaden und die
Heerestruppenschule unterstellt. Die 3. Panzergrenadierbrigade wird
in das „Kommando Schnelle Einsätze“ übergeleitet, die 4.
Panzergrenadierbrigade als „Schwere Brigade“, die 7. Jägerbrigade als
„Leichte Brigade“ ausgeprägt und die 6. Jägerbrigade in das „Kommando
Gebirgskampf“ übergeleitet.

Fünf neue Bataillone werden aufgestellt, um die Einsatzkräfte des
Bundesheeres unterstützen.

Die Militärkommanden werden in ihrer Verantwortung gestärkt, erhalten
zusätzlich zu den territorialen, militärbehördlichen und
Verbindungsaufgaben im Bundesland insbesondere verstärkt Ausbildungs-
und Einsatzführungsaufgaben sowie die Verantwortung für das
dezentrale Facility-Management und für die selbständig strukturierte
Miliz in der Ausprägung „Infanterie“.

Dem neuen Kommando Luftstreitkräfte werden das Kommando
Luftraumüberwachung, das Kommando Luftunterstützung sowie die
Flieger- und Fliegerabwehrtruppenschule unterstellt.

Das Kommando Logistik ist für die Logistik des Österreichischen
Bundesheeres verantwortlich.

Die Landesverteidigungsakademie in Wien, die Theresianische
Militärakademie in Wiener Neustadt und die
Heeresunteroffiziersakademie in Enns werden als Militärhochschule
unter gemeinsame Leitung gestellt. Die Militärhochschule ist im
Wesentlichen für die Realisierung einer zeitgemäßen
Offiziersausbildung nach Maßstäben des Bologna-Prozesses und für eine
zeitgemäße Unteroffiziersausbildung unter Betonung des militärischen
Anforderungsprofils verantwortlich.

Neben den genannten Kommanden und der Militärhochschule werden
folgende Kommanden und Dienststellen dem Bundesministerium für
Landesverteidigung und Sport unmittelbar unterstellt:
Heerespersonalamt, Heeresnachrichtenamt, Abwehramt, Jagdkommando,
Heeressportzentrum, Heeresgeschichtliches Museum und Dienststellen
der Militärseelsorge.

Der bereits beschlossene deutliche Ausbau der Miliz wird weiter
fortgesetzt. Damit verbunden ist ein quantitativer Aufwuchs von
vorerst zwölf zusätzlichen Kompanien bis 2018. Danach ist ein
weiterer signifikanter Aufwuchs vorgesehen.

Weitere Informationen und Grafiken zu den Standorten zur neuen
Struktur unter: www.bundesheer.at

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