Industrie zu Arbeitsmarkt: Nur Unternehmen schaffen Jobs

IV-GS Neumayer: Arbeitsmarktlage weiter angespannt – Ohne Arbeitszeitmodernisierung, Investitionssignale und weitere Lohnnebenkostensenkungen nach 2018 kein Stimmungsumschwung

Wien (OTS) - „Die Arbeitsmarktlage bleibt angespannt. Obwohl die Beschäftigung insgesamt um 1,5 Prozent zunahm, stiegen zeitgleich die Arbeitslosigkeit und die Schulungsteilnahmen um 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat“, betonte Mag. Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), anlässlich der heute, Freitag, präsentierten Arbeitsmarktdaten. Ende Juni sind in Österreich 3.618.000 Personen unselbständig beschäftigt, das sind um rund 54.000 mehr Beschäftigte als im Vorjahr. Bei den gemeldeten offenen Stellen gab es einen Anstieg um 14.344 Stellen (+48 %). Die Lehrstellenlücke hat sich leicht verringert (-373). Jedoch reicht das Wirtschaftswachstum nicht aus, um vor allem benachteiligten Gruppen den (Wieder)einstieg in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. So hat sich im Laufe des Jahres ein Potenzial an Arbeitslosen aufgebaut, das immer schwerer in Arbeit gebracht werden kann. Besonders betroffen sind gering Qualifizierte und Personen mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen“, so Neumayer.

Arbeitszeitmodernisierung jetzt umsetzen und weitere Schritte für spürbare Lohnnebenkostensenkung fixieren

„Die Arbeitsmarktentwicklung ist auch im internationalen Vergleich durchaus schwierig. Im internationalen Vergleich fallen wir immer weiter zurück – heute befindet sich Österreich nur noch im Mittelfeld, auf Platz 7 mit 6,1 Prozent“, verwies Neumayer auf die jüngste Eurostat-Auswertung. „Anstatt medial laut über eine Maschinensteuer und eine generelle Arbeitszeitverkürzung nachzudenken und damit Unternehmen und Investoren zu verunsichern, brauchen wir daher jetzt die Fixierung einer spürbaren Lohnnebenkostensenkung, um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen wieder zu steigern“ ist Neumayer überzeugt. Auch der ehemalige deutsche SPD-Wirtschafts- und Arbeitsminister Wolfgang Clement hat bei einem Vortrag in Österreich am Dienstag eine Maschinensteuer als „das Letzte, woran er jetzt denke“ bezeichnet, „es müsse Chancengerechtigkeit im Mittelpunkt stehen, nicht Verteilungsgerechtigkeit“. Neumayer stimmte den Aussagen voll zu: „Uralte Rezepte können nicht Zukunft gestalten“. Zudem pochte er auf schon längst überfällige Reformen im Bereich Arbeitszeit. „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Unternehmen wollen arbeiten, wenn Arbeit da ist. Geben wir ihnen die Flexibilität, um im globalen Wettbewerb rasch und selbstständig auf betrieblicher Ebene reagieren zu können.“

Bildung ist notwendige Voraussetzung für positive Arbeitsmarktentwicklung

Die aktuellen Arbeitsmarktdaten zeigen zudem einmal mehr, dass die Arbeitslosigkeit von Menschen nur mit Pflichtschulabschluss massiv höher ist als jene von Menschen mit Lehrabschluss, Matura oder einem Studium. „Will man Arbeitslosigkeit strukturell bekämpfen, muss man daher endlich die ungelösten Probleme im Bildungssystem angehen“, appellierte Neumayer und betonte: „Die Fähigkeiten und Fertigkeiten der besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für Österreich ein wesentlicher Standortfaktor, um Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Wohlstand in Österreich zu sichern. Es ist daher wichtig, bereits in der Grund- bzw. Pflichtschule die Anschlussfähigkeit aller Jugendlichen für weiterführende Bildungsangebote zu gewährleisten, denn nur so kann langfristig der steigende Bedarf an qualifizierten Fachkräften von Seiten der österreichischen Unternehmen gedeckt werden. Dafür sollten wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen.“

Weitere Informationen: www.iv-net.at/medien

Rückfragen & Kontakt:

IV-Newsroom
+43 (1) 711 35-2306
info@iv-newsroom.at
www.iv-net.at/medien

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NPI0001