- 01.07.2016, 10:35:45
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Industrie zu Arbeitsmarkt: Nur Unternehmen schaffen Jobs
IV-GS Neumayer: Arbeitsmarktlage weiter angespannt – Ohne Arbeitszeitmodernisierung, Investitionssignale und weitere Lohnnebenkostensenkungen nach 2018 kein Stimmungsumschwung
Utl.: IV-GS Neumayer: Arbeitsmarktlage weiter angespannt – Ohne
Arbeitszeitmodernisierung, Investitionssignale und weitere
Lohnnebenkostensenkungen nach 2018 kein Stimmungsumschwung =
Wien (OTS) - „Die Arbeitsmarktlage bleibt angespannt. Obwohl die
Beschäftigung insgesamt um 1,5 Prozent zunahm, stiegen zeitgleich die
Arbeitslosigkeit und die Schulungsteilnahmen um 1,3 Prozent im
Vergleich zum Vorjahresmonat“, betonte Mag. Christoph Neumayer,
Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), anlässlich der
heute, Freitag, präsentierten Arbeitsmarktdaten. Ende Juni sind in
Österreich 3.618.000 Personen unselbständig beschäftigt, das sind um
rund 54.000 mehr Beschäftigte als im Vorjahr. Bei den gemeldeten
offenen Stellen gab es einen Anstieg um 14.344 Stellen (+48 %). Die
Lehrstellenlücke hat sich leicht verringert (-373). Jedoch reicht das
Wirtschaftswachstum nicht aus, um vor allem benachteiligten Gruppen
den (Wieder)einstieg in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. So hat sich
im Laufe des Jahres ein Potenzial an Arbeitslosen aufgebaut, das
immer schwerer in Arbeit gebracht werden kann. Besonders betroffen
sind gering Qualifizierte und Personen mit gesundheitlichen
Vermittlungseinschränkungen“, so Neumayer.
Arbeitszeitmodernisierung jetzt umsetzen und weitere Schritte
für spürbare Lohnnebenkostensenkung fixieren
„Die Arbeitsmarktentwicklung ist auch im internationalen Vergleich
durchaus schwierig. Im internationalen Vergleich fallen wir immer
weiter zurück – heute befindet sich Österreich nur noch im
Mittelfeld, auf Platz 7 mit 6,1 Prozent“, verwies Neumayer auf die
jüngste Eurostat-Auswertung. „Anstatt medial laut über eine
Maschinensteuer und eine generelle Arbeitszeitverkürzung nachzudenken
und damit Unternehmen und Investoren zu verunsichern, brauchen wir
daher jetzt die Fixierung einer spürbaren Lohnnebenkostensenkung, um
die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen wieder zu steigern“ ist
Neumayer überzeugt. Auch der ehemalige deutsche SPD-Wirtschafts- und
Arbeitsminister Wolfgang Clement hat bei einem Vortrag in Österreich
am Dienstag eine Maschinensteuer als „das Letzte, woran er jetzt
denke“ bezeichnet, „es müsse Chancengerechtigkeit im Mittelpunkt
stehen, nicht Verteilungsgerechtigkeit“. Neumayer stimmte den
Aussagen voll zu: „Uralte Rezepte können nicht Zukunft gestalten“.
Zudem pochte er auf schon längst überfällige Reformen im Bereich
Arbeitszeit. „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Unternehmen
wollen arbeiten, wenn Arbeit da ist. Geben wir ihnen die
Flexibilität, um im globalen Wettbewerb rasch und selbstständig auf
betrieblicher Ebene reagieren zu können.“
Bildung ist notwendige Voraussetzung für positive
Arbeitsmarktentwicklung
Die aktuellen Arbeitsmarktdaten zeigen zudem einmal mehr, dass die
Arbeitslosigkeit von Menschen nur mit Pflichtschulabschluss massiv
höher ist als jene von Menschen mit Lehrabschluss, Matura oder einem
Studium. „Will man Arbeitslosigkeit strukturell bekämpfen, muss man
daher endlich die ungelösten Probleme im Bildungssystem angehen“,
appellierte Neumayer und betonte: „Die Fähigkeiten und Fertigkeiten
der besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für Österreich ein
wesentlicher Standortfaktor, um Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und
Wohlstand in Österreich zu sichern. Es ist daher wichtig, bereits in
der Grund- bzw. Pflichtschule die Anschlussfähigkeit aller
Jugendlichen für weiterführende Bildungsangebote zu gewährleisten,
denn nur so kann langfristig der steigende Bedarf an qualifizierten
Fachkräften von Seiten der österreichischen Unternehmen gedeckt
werden. Dafür sollten wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen.“
Weitere Informationen: www.iv-net.at/medien
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