• 30.06.2016, 10:29:46
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NÖ Ärzte erfolgreich in der Substitutionstherapie

Pilotprojekt sichert hohe Qualität in der Behandlung opioidabhängiger Patienten

Utl.: Pilotprojekt sichert hohe Qualität in der Behandlung
opioidabhängiger Patienten =

Wien (OTS) - In Niederösterreich sind rund 4.000 Personen an
Opioidabhängigkeit erkrankt. An die 70 Prozent von diesen nehmen eine
ärztliche Behandlung mit opioidhaltigen Arzneimitteln als Ersatz für
missbräuchlich zugeführte Opioide, eine sogenannte
Substitutionstherapie, in Anspruch. Die Berechtigung zur
Substitutionsbehandlung haben 66 niederösterreichische Ärztinnen und
Ärzten – 37 Kassenvertragsärzte, 18 Wahlärzte und 11 angestellte
Ärzte. Seit 2012 läuft dazu ein gemeinsames Pilotprojekt der NÖ
Ärztekammer und der NÖ Gebietskrankenkasse. Der Präsident der NÖ
Ärztekammer, Dr. Christoph Reisner, MSc, meint dazu: „In das
Pilotprojekt sind 45 Kassen- und Wahlärztinnen und -ärzte
eingeschrieben. Damit können wir eine niederösterreichweite
Versorgung anbieten. Die Evaluierung vor etwa einem Jahr hat eine
Haltequote von ausgezeichneten 89 Prozent ergeben. Das ist ein
hervorragendes Ergebnis.“ Die Haltequote, also die Sicherung einer
kontinuierlichen und stabilen Substitution, ist die zentrale
Herausforderung in der Substitutionstherapie und stellt daher einen
ausgezeichneten Indikator für die Qualität der Behandlung dar.

Qualitätszirkel und Weiterbildung sichern hohes Niveau in der
Substitutionsbehandlung

Die nächste Evaluierung des Pilotprojekts, das bereits einmal um
drei Jahre verlängert wurde, findet kommenden Herbst statt. Um eine
hohe Qualität zu erreichen und halten zu können, treffen sich
Niederösterreichs Substitutionsärztinnen und -ärzte, unter ihnen 46
Ärzte für Allgemeinmedizin, 13 Fachärzte für
Psychiatrie/Psychotherapeutische Medizin, fünf für Neurologie sowie
ein Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin und einer für
Innere Medizin, regelmäßig zu sogenannten
Substitutions-Qualitätszirkeln. „Vier solcher Zirkel sind derzeit
aktiv, im Industrieviertel, in St. Pölten, im Therapiezentrum Ybbs an
der Donau und in Bruck an der Leitha“, berichtet Dr. Max Wudy,
stellvertretender Obmann der Kurie der niedergelassenen Ärzte und
Leiter des Referats für Abhängigkeitsfragen der NÖ Ärztekammer, der
den Qualitätszirkel im Industrieviertel selbst moderiert. Er betont:
„Die Teilnahme ist auch nach dem 22. Qualitätszirkel weiterhin mit
durchschnittlich mehr als 20 Ärztinnen und Ärzten ausgezeichnet.“

Die „Weiterbildungsverordnung orale Substitution“ schreibt
außerdem eine verpflichtende Weiterbildung für Ärztinnen und Ärzte
vor, die Substitutionsbehandlungen durchführen. Dr. Martina
Hasenhündl leitet die Fortbildungsakademie der NÖ Ärztekammer: „Aus-
und Weiterbildung sind in diesem Bereich enorm wichtig. Daher bietet
die NÖ Ärztekammer auch regelmäßig Basismodule und vertiefende
Weiterbildungen für Substitutionsärztinnen und -ärzte an. Die
Berechtigung zur Substitutionsbehandlung muss mittels nachgewiesener
vertiefender Weiterbildung alle drei Jahre erneuert werden.“

Kooperation mit Land NÖ, Apothekerkammer und weiteren
Einrichtungen

„Ein Erfolgsrezept ist sicher die gute Zusammenarbeit mit der
Fachstelle für Suchtberatung des Landes NÖ, wissenschaftlichen
Gesellschaften und Therapieeinrichtungen sowie der NÖ
Apothekerkammer“, meint Wudy. NÖ Ärztekammer und NÖ Apothekerkammer
kooperieren in Sachen Substitutionstherapie bereits seit Jahren.
Wudy: „Die Zusammenarbeit klappt hervorragend, bereits Ende 2012
wurde in beiden Kammern eine eigene Hotline für
Problemverschreibungen eingerichtet und seither wurde die
Zusammenarbeit noch weiter ausgebaut.“

Das Pilotprojekt „Substitutionsbehandlung“ hat seit seinem Start
2012 eine wesentliche Verbesserung in der Versorgung der
niederösterreichischen Substitutionspatienten gebracht. Um eine
möglichst flächendeckende Versorgung zu erreichen, wurde das Projekt
2015 auch auf Wahlärztinnen und Wahlärzte mit entsprechender
Qualifikation zur Substitutionsbehandlung ausgedehnt.

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