AK zu VOR-Tarif-Reform: Nachvollziehbare Preise, bessere Infos und Kosten-Transparenz

VOR soll Bilanz der Tarif-Reform öffentlich machen und Infos über Preisgestaltung verbessern. Appel an Länder: Tarife müssen durch Landes-Zuschüsse günstig bleiben

Wien (OTS) - Nach zum Teil heftigen Reaktionen von PendlerInnen auf die angekündigte Tarif-Reform des Verkehrsverbunds Ostregion (VOR) fordert die Arbeiterkammer Wien vom Verkehrsverbund rasche Verbesserungen bei den KundInnen-Infos, vor allem zum Thema Preisgestaltung und eine Offenlegung der Bilanz der Tarifreform. Denn vor allem unzufriedene PendlerInnen, die künftig mehr zahlen müssen, vermuten hinter der Tarifumstellung nur eine versteckte Preiserhöhung. „Das neue Tarifsystem wird vom VOR als gerechter und transparenter dargestellt, das unterm Strich keine Mehreinnahmen bringt. Es ist aber auch eine für alle PendlerInnen tiefgreifende Veränderung. Deshalb muss der VOR seinen StammkundInnen gegenüber auch den nächsten Schritt in Richtung Transparenz tun und in etwa einem Jahr eine detaillierte Bilanz der Tarifreform öffentlich machen“, sagt AK-Verkehrsexpertin Doris Unfried. Der öffentliche Verkehr wird durch die öffentliche Hand finanziert, daher besteht aus Sicht der AK ein besonders hoher Anspruch an die Transparenz der Preisbildung bei den Fahrtkosten für Pendlerinnen und Pendler.

Mit der Tarifreform wurde ein System von Berechnungsalgorithmen geschaffen, das es letztlich nur einem Kreis von ProgrammiererInnen erlaubt, die Preisbildung nachzuvollziehen. Programmierfehler oder Fehler im System (welche Routen, welche Orte werden welcher Linie zugeordnet) sind praktisch nicht überprüfbar. Die AK fordert vom VOR hier im Sinne der Transparenz alles zu unternehmen, um die Funktionsweise des Systems transparenter zu machen, der VOR muss auch möglichen Fehlerquellen nachgehen. Überbordende Preissteigerungen sollten nicht rein als „Systemgegeben“ an die KundInnen weiterverrechnet werden, vielmehr muss überprüft werden, ob die Rechenalgorithmen den tatsächlichen Bedürfnissen der KundInnen gerecht werden. Die AK fordert den VOR außerdem auf, auch bei der Kundeninformation noch einiges nachzubessern. „Die Fahrtpreise im Nahverkehr sind aber auch immer davon abhängig, wie viel die Bundes-länder für den Nahverkehr in ihrem Gebiet zuschießen“, sagt AK Verkehrsexpertin Doris Unfried. Die Kernzone Wien mit einer Jahreskartengebühr von 365 Euro ist ausgesprochen günstig. Die AK appelliert an die Bundesländer Niederösterreich und Burgenland im Interesse „ihrer“ PendlerInnen, die Preise im Öffentlichen Verkehr mit entsprechenden Zuschüssen auch niedrig zu gestalten.
Die AK fordert außerdem Nachbesserungen bei der KundInneninformation:

+ KundInnen, die nur bis zur Kernzonengrenze Wien fahren wollen, weil sie schon eine Jahreskarte der Wiener Linien haben, müssen die Kernzonengrenze auch automatisch beim Ticket-Kauf als Ziel angeboten bekommen.
+ Mit einem „persönlichen Netz“ kann jede VOR-Kundin und jeder VOR-Kunde zusätzliche Angebote zu seiner Hauptstrecke dazu buchen. Dabei gibt es Zusatz-Angebote, die nichts zusätzlich kosten, weil sie im Einzugsbereich der Hauptstrecke liegen. Diese kostenlosen Angebote müssen automatisch im „persönlichen Netz“ mit dabei sein.

+ Bei Fahrplanwechsel muss sichergestellt werden, dass die Kundinnen und Kunden auch alle neuen oder geänderten Verbindungen in ihrem persönlichen Netz vorfinden und nutzen können.

+ Nicht jeder kauft sein VOR-Ticket im Internet. Beim Ticketkauf am Automaten haben die VOR-KundInnen aber bisher keine Möglichkeit, ihr „persönliches Netz“, also das was sie kaufen auch wirklich am Automaten-Bildschirm zu sehen. Diese Möglichkeit müssen die KundInnen auch am Automaten bekommen.

AK Tipp für PendlerInnen:
Schauen Sie im Internet, was der neue Tarif für Sie persönlich bedeutet. Wer mit dem neuen Tarif künftig günstiger fährt, kann seine aktuelle Jahreskarte ohne Kündigungsgebühr vorzeitig kündigen und bis 5. Juli, dem Startdatum des neuen Tarifs, eine neue kaufen. Wer mit dem neuen Tarif mehr zahlen muss, hat die Möglichkeit, zumindest bis zum Ablauf der Karte zum alten, günstigeren Preis zu fahren.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Wien
Ute Bösinger
(+43-1) 501 65-2779
ute.boesinger@akwien.at
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