- 30.06.2016, 09:54:12
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AK zu VOR-Tarif-Reform: Nachvollziehbare Preise, bessere Infos und Kosten-Transparenz
VOR soll Bilanz der Tarif-Reform öffentlich machen und Infos über Preisgestaltung verbessern. Appel an Länder: Tarife müssen durch Landes-Zuschüsse günstig bleiben
Utl.: VOR soll Bilanz der Tarif-Reform öffentlich machen und Infos
über Preisgestaltung verbessern. Appel an Länder: Tarife
müssen durch Landes-Zuschüsse günstig bleiben =
Wien (OTS) - Nach zum Teil heftigen Reaktionen von PendlerInnen auf
die angekündigte Tarif-Reform des Verkehrsverbunds Ostregion (VOR)
fordert die Arbeiterkammer Wien vom Verkehrsverbund rasche
Verbesserungen bei den KundInnen-Infos, vor allem zum Thema
Preisgestaltung und eine Offenlegung der Bilanz der Tarifreform. Denn
vor allem unzufriedene PendlerInnen, die künftig mehr zahlen müssen,
vermuten hinter der Tarifumstellung nur eine versteckte
Preiserhöhung. „Das neue Tarifsystem wird vom VOR als gerechter und
transparenter dargestellt, das unterm Strich keine Mehreinnahmen
bringt. Es ist aber auch eine für alle PendlerInnen tiefgreifende
Veränderung. Deshalb muss der VOR seinen StammkundInnen gegenüber
auch den nächsten Schritt in Richtung Transparenz tun und in etwa
einem Jahr eine detaillierte Bilanz der Tarifreform öffentlich
machen“, sagt AK-Verkehrsexpertin Doris Unfried. Der öffentliche
Verkehr wird durch die öffentliche Hand finanziert, daher besteht aus
Sicht der AK ein besonders hoher Anspruch an die Transparenz der
Preisbildung bei den Fahrtkosten für Pendlerinnen und Pendler.
Mit der Tarifreform wurde ein System von Berechnungsalgorithmen
geschaffen, das es letztlich nur einem Kreis von ProgrammiererInnen
erlaubt, die Preisbildung nachzuvollziehen. Programmierfehler oder
Fehler im System (welche Routen, welche Orte werden welcher Linie
zugeordnet) sind praktisch nicht überprüfbar. Die AK fordert vom VOR
hier im Sinne der Transparenz alles zu unternehmen, um die
Funktionsweise des Systems transparenter zu machen, der VOR muss auch
möglichen Fehlerquellen nachgehen. Überbordende Preissteigerungen
sollten nicht rein als „Systemgegeben“ an die KundInnen
weiterverrechnet werden, vielmehr muss überprüft werden, ob die
Rechenalgorithmen den tatsächlichen Bedürfnissen der KundInnen
gerecht werden. Die AK fordert den VOR außerdem auf, auch bei der
Kundeninformation noch einiges nachzubessern. „Die Fahrtpreise im
Nahverkehr sind aber auch immer davon abhängig, wie viel die
Bundes-länder für den Nahverkehr in ihrem Gebiet zuschießen“, sagt AK
Verkehrsexpertin Doris Unfried. Die Kernzone Wien mit einer
Jahreskartengebühr von 365 Euro ist ausgesprochen günstig. Die AK
appelliert an die Bundesländer Niederösterreich und Burgenland im
Interesse „ihrer“ PendlerInnen, die Preise im Öffentlichen Verkehr
mit entsprechenden Zuschüssen auch niedrig zu gestalten.
Die AK fordert außerdem Nachbesserungen bei der KundInneninformation:
+ KundInnen, die nur bis zur Kernzonengrenze Wien fahren wollen, weil
sie schon eine Jahreskarte der Wiener Linien haben, müssen die
Kernzonengrenze auch automatisch beim Ticket-Kauf als Ziel angeboten
bekommen.
+ Mit einem „persönlichen Netz“ kann jede VOR-Kundin und jeder
VOR-Kunde zusätzliche Angebote zu seiner Hauptstrecke dazu buchen.
Dabei gibt es Zusatz-Angebote, die nichts zusätzlich kosten, weil sie
im Einzugsbereich der Hauptstrecke liegen. Diese kostenlosen Angebote
müssen automatisch im „persönlichen Netz“ mit dabei sein.
+ Bei Fahrplanwechsel muss sichergestellt werden, dass die Kundinnen
und Kunden auch alle neuen oder geänderten Verbindungen in ihrem
persönlichen Netz vorfinden und nutzen können.
+ Nicht jeder kauft sein VOR-Ticket im Internet. Beim Ticketkauf am
Automaten haben die VOR-KundInnen aber bisher keine Möglichkeit, ihr
„persönliches Netz“, also das was sie kaufen auch wirklich am
Automaten-Bildschirm zu sehen. Diese Möglichkeit müssen die KundInnen
auch am Automaten bekommen.
AK Tipp für PendlerInnen:
Schauen Sie im Internet, was der neue Tarif für Sie persönlich
bedeutet. Wer mit dem neuen Tarif künftig günstiger fährt, kann seine
aktuelle Jahreskarte ohne Kündigungsgebühr vorzeitig kündigen und bis
5. Juli, dem Startdatum des neuen Tarifs, eine neue kaufen. Wer mit
dem neuen Tarif mehr zahlen muss, hat die Möglichkeit, zumindest bis
zum Ablauf der Karte zum alten, günstigeren Preis zu fahren.
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