• 30.06.2016, 09:52:03
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British Standards Institution (BSI) möchte weiter aktiv an der europäischen Normung teilnehmen

BSI-Direktor Scott Steedman unterstreicht bei Vollversammlung von Austrian Standards Bedeutung Europäischer Standards

Utl.: BSI-Direktor Scott Steedman unterstreicht bei Vollversammlung
von Austrian Standards Bedeutung Europäischer Standards =

Wien (OTS) - Bezugnehmend auf mögliche Folgen des Brexit sagte Scott
Steedman, Director of Standards des BSI, als Gastredner bei der
Vollversammlung von Austrian Standards am Mittwoch, auch wenn
„Störungen für Innovationen“ oft wichtig sind, ginge es jetzt um
Stabilität für die britische und die gesamte europäische Wirtschaft.
CEN, das Europäische Komitee für Normung, wurde 1961 von
Großbritannien mitbegründet, obwohl das Land erst 1973 in die
Europäische Wirtschaftsgemeinschaft aufgenommen wurde.

„Standards sind ein Konsens darüber, wie Gutes ausschaut. Die
Mitgliedschaft des Vereinigten Königreichs bei CEN und CENELEC ist
extrem wichtig, um Handel, Innovation und Wirtschaftswachstum in ganz
Europa zu ermöglichen. Wir sollten alles daran setzen, dass im
Hinblick auf Verhandlungsergebnisse zwischen der EU und
Großbritannien sichergestellt wird, dass Großbritannien in CEN und
CENELEC weiter voll und ganz mitwirken kann“, sagte BSI-Direktor
Steedman in seiner Rede.

Standards, deren Wesen es ist, Grenzen und Interessenskonflikte zum
Wohl der Bürger zu überwinden, seien versteckte Juwelen der
Integration und des Abbaus von Handelshemmnissen.

Der Umsatz des BSI beträgt aktuell umgerechnet rund 75 Mio. EUR. Umso
stolzer zeigte sich die Direktorin von Austrian Standards, Elisabeth
Stampfl-Blaha, bei der Vollversammlung, dass das heimische Institut
mit einem Budget von rund 10 Mio. EUR international so weit vorne
mitspielt. Austrian Standards belegt den siebenten Platz bei der
Führung internationaler Normungskomitees und Arbeitsgruppen.

Das Normengesetz bedeute aber eine Zäsur; es werde für alle
Beteiligten kein „weiter-wie-bisher“ geben können. Auch wenn Austrian
Standards die negativen Auswirkungen kurzfristig mildern könne,
mittelfristig müssten alle involvierten Stakeholder mehr
Verantwortung übernehmen, damit Österreich die Interessen der
heimischen Wirtschaft und Konsumenten in der europäischen und
internationalen Standardisierung einbringen kann.

Verantwortungsübernahme aller Beteiligten notwendig

In diesem Sinn seien die Stakeholder dringend gefordert, konkret
Verantwortung zu übernehmen – und zwar nicht für Austrian Standards,
sondern für den eigenen wirtschaftlichen Erfolg und für einen soliden
Wirtschaftsstandort Österreich mit hochwertigen Arbeitsplätzen. „Ob
das gelingt, wird eine Frage des Engagements sein – auch und ganz
besonders des finanziellen“, unterstrich der wiedergewählte Präsident
von Austrian Standards Institute, Walter Barfuß.

Eine zentrale Auswirkung des Normengesetzes ist, dass das
erfolgreiche Finanzierungsmodell, mit dem es 2015 gelungen ist, das
österreichische Normungssystem voll auszufinanzieren, und das einen
moderaten Teilnahmebeitrag für die Mitwirkung an der Normung vorsah,
nun nicht mehr möglich sein wird. „Wir müssen ein ausgewogenes
Finanzierungsmodell, das den schrittweisen Entfall von Förderungen
kompensieren konnte, das einen Zuwachs an Teilnehmenden gebracht hat
und ein ausgeglichenes Ergebnis aus der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit 2015 ermöglichte, über Bord werfen“, bedauert
Manfred Matzka, wiedergewählter Vizepräsident von Austrian Standards.

Bilanz 2015: Zahl der Normen weiter rückläufig, nur mehr 8,7
Prozent der neuen ÖNORMEN rein nationale Standards

Die Normenstatistik 2015 zeigt: Den insgesamt 1.620 Neuerscheinungen
von ÖNORMEN stehen 1.994 Zurückziehungen gegenüber. 2015 gab es somit
einen Rückgang um 374 ÖNORMEN. Der nationale Anteil an den
Neuerscheinungen lag 2015 bei nur mehr 8,7 Prozent. Damit setzt sich
der Trend der letzten Jahre fort. Jetzt geht es vor allem darum, das
europäische Normenwerk aktuell zu halten und Innovationen sinnvoll in
Standards einzubetten.

Jahresbericht 2015 stellt Standards auf den Kopf

Im Rahmen der Vollversammlung wurde auch der Jahresbericht 2015
präsentiert, der diesmal unter dem Motto „(K)eine Welt ohne
Standards“ steht und auf unkonventionelle Weise vor Augen führt, wie
dies am Beispiel des Berichts aussehen könnte. Das Ergebnis dieses
Experiments online auf www.austrian-standards.at/jahresbericht.

Über Austrian Standards

Standards sind Normen und Regelwerke. Sie dienen dem Wohl und der
Sicherheit aller, machen das Leben einfacher und sorgen dafür, dass
eins verlässlich zum anderen passt. Standards stehen für Qualität und
damit für Vertrauen in Produkte und Leistungen. Austrian Standards
stellt seit 1920 als unabhängige und neutrale Plattform einen
transparenten Normungsprozess in Österreich sicher. Das Institut
ermöglicht allen, Standards mitzugestalten und macht diese als
sinnvolles, international anerkanntes Fachwissen leicht zugänglich
und anwendbar.

Austrian Standards beschäftigt derzeit 113 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter. Standards sorgen in Österreich für ein Mehr an
innovativer Wirtschaftsleistung in Höhe von rund 2,5 Mrd. Euro pro
Jahr.

www.austrian-standards.at

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