• 30.06.2016, 09:29:45
  • /
  • OTS0037 OTW0037

Kraftvoller Auftakt des PRAEVENIRE-Projekts „Gemeinsam vorsorgen in Pöggstall"

Wien (OTS) - Am 29. Juni wurde den Einwohnern der Markgemeinde
Pöggstall (NÖ) und interessierten Besuchern ab 19.00 Uhr in der
Festhalle Pöggstall das PRAEVENIRE-Projekt „Gemeinsam vorsorgen in
Pöggstall“ im Rahmen einer Kick Off-Veranstaltung vorgestellt. Das
Projekt beschäftigt sich im einjährigen Projektzeitraum mit der
konkreten Förderung von Durchimpfungsraten und Gesundheitskompetenz
in der Gemeinde. Neben den umfangreichen Informationsangeboten an den
vorbereiteten Stationen fand die Keynote unter dem Titel "Impfen!
Wann. Wogegen. Warum." von Univ.-Prof. Dr. Ursula Wiedermann-Schmidt,
Leiterin des Instituts für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin
der Medizinischen Universität Wien, bei den Teilnehmern des Events
besonders großen Anklang. Die Marktgemeinde Pöggstall ist eine von
österreichweit vier PRAEVENIRE-Partnergemeinden.

Auftaktveranstaltung zum Umsetzungsstart

Am 29. Juni lud Bürgermeisterin Margit Straßhofer die Bürger der
Marktgemeinde Pöggstall, Vereine, Vertreter des Gesundheitswesens und
interessierte Besucher zur feierlichen Auftaktveranstaltung des
Projektmodells „Gemeinsam vorsorgen in Pöggstall" ein. Knapp über 100
Besucher konnten trotz hochsommerlicher Temperaturen bei der
Veranstaltung begrüßt werden.

„Wir möchten die große Chance, die wir als ausgewählte
PRAEVENIRE-Partnergemeinde erhalten haben, nutzen. Ich hege die große
Hoffnung in das Projekt, dass wir gemeinsam die Gemeindebürger für
das so wichtige Thema Impfschutz sensibilisieren können und finde es
großartig, dass PRAEVENIRE in Zusammenarbeit mit nationalen und
internationalen Experten in enger Abstimmung mit den Partnergemeinden
konkrete Projekte zur Umsetzung in der Praxis entwickelt. Dieser
Ansatz führt mit Sicherheit zum Erfolg", so Bürgermeisterin Margit
Straßhofer. Sie sieht vor allem in der aktiven Einbindung der
Gemeindebürger großes Potenzial: „Die Bürger der Marktgemeinde
Pöggstall haben sich bislang nur wenig mit dem Thema
auseinandergesetzt. Ich bin sehr zuversichtlich, dass sich die
Bevölkerung bei und nach der Kick Off-Veranstaltung intensiver mit
der Thematik beschäftigen wird. Daher ist es wichtig, dass wir auch
unterschiedliche Vereine mit an Bord geholt haben. Es gilt natürlich
noch abzuwarten, wie sich ´Gemeinsam vorsorgen in Pöggstall´
entwickelt, ich bin jedoch überzeugt, dass derartige Initiativen auch
das Potenzial haben, in größeren Regionen zur Sensibilisierung zum
Thema Impfschutz und Gesundheitskompetenz beitragen zu können."

Projekt mit wissenschaftlicher Begleitung

Ein besonderes Highlight des Abends war eine Keynote von Univ.-Prof.
Dr. Ursula Wiedermann-Schmidt zum Impfschutz in Österreich mit
anschließender Fragerunde. Gemeinsam mit ihrem Team des Instituts für
Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der Medizinischen
Universität Wien begleitet sie „Gemeinsam vorsorgen in Pöggstall" und
erklärte zur Bedeutung des Impfschutzes: „Der kontinuierliche Anstieg
von Masern oder Keuchhusten, aber auch die jährlich hohe Anzahl an
Influenza- und damit assoziierten Todesfällen zeigen, dass alle
Anstrengungen nötig sind, um die Bevölkerung von der Notwendigkeit
eines ausreichenden Impfschutzes zu überzeugen." Univ.-Prof. Dr.
Ursula Wiedermann-Schmidt, sie ist auch Initiatorin der unabhängigen
Impf-Initiative "Geimpft-Geschützt-Sicher" (www.geimpftundsicher.at),
unterstrich weiters die Sinnhaftigkeit des PRAEVENIRE-Gedankens und
ihre Motivation zur Unterstützung des Projekts: „PRAEVENIRE bleibt
nicht in der Theorie verhaftet, sondern setzt konkrete Maßnahmen zur
Gesundheitsförderung um. Die Bürger der Marktgemeinde Pöggstall
werden aktiv eingebunden, der Erfolg der Maßnahmen wird laufend
gemessen. Dieser Ansatz ermöglicht die Nutzung von Potenzialen,
weshalb ich mich, zusammen mit meinem Team vom Institut für
Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der Medizinischen
Universität Wien, sehr gerne für das Projekt engagiere. Wir werden
gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort aktiv dazu beitragen, die
Durchimpfungsraten in der Gemeinde zu erhöhen und
Gesundheitskompetenz fördern. Wir wollen so, als Good
Practice-Beispiel, ein nachhaltiges Zeichen setzen." Tatkräftig in
der wissenschaftlichen Begleitung des Projekts unterstützt wird
Univ.-Prof. Dr. Ursula Wiedermann-Schmidt von ihrem Team, bestehend
aus Dr. Angelika Wagner, Erika Garner-Spritzer, MSc, Ines Zwazl, BA
und Anja Keplinger.

„Es ist wichtig, eventuell vorhandene Ängste im Zusammenhang mit
Impfungen im direkten Gespräch abzubauen. Auch wenn ein Restrisiko
bei Impfungen nie vollständig ausgeschlossen werden kann, sind
Risiken durch Erkrankungen aufgrund von nicht ausreichend gegebenen
Impfschutz ungleich höher einzuschätzen", so Dr. Angelika Wagner,
Fachärztin für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin. „Als
Wissenschaftlerin sehe ich Impfungen als Erfolgsgeschichte der
Medizin. Gerade Eltern stehen in der Verantwortung, zum Wohle ihres
Kindes nicht auf diese Präventionsmöglichkeit zu verzichten und ihre
Kinder zu schützen", so Erika Garner-Spritzer, MSc. Ines Zwazl, BA,
wiederum sieht in der direkten Einbeziehung der Menschen vor Ort eine
Stärke von „Gemeinsam vorsorgen in Pöggstall": „Das Projekt setzt an
der Basis an. In der Interaktion mit den Bürgern der Marktgemeinde
Pöggstall wollen wir sie aktivieren, Eigenverantwortung für ihre
Gesundheit wahrzunehmen. Ich freue mich sehr auf die Chance, im
Rahmen des PRAEVENIRE-Projekts einen konkreten Beitrag zur Prävention
leisten zu können." Anja Keplinger, Medizinstudierende an der
Medizinischen Universität Wien, ergänzt: „Mit ´Gemeinsam vorsorgen in
Pöggstall´ wollen wir eine Brücke des Wissens schlagen und dabei
Unsicherheit und Skepsis abbauen."

Im Anschluss an den Vortrag konnten sich die Besucher der
Auftaktveranstaltung des PRAEVENIRE-Projekts an den vorbereiteten
Informationsstationen umfassend von Experten zu Fragen des
Impfschutzes informieren und ihren persönlichen Impfstatus mittels
Fragebogen erfassen lassen. Zudem fanden vor Ort Live-Impfungen
statt, die Dr. Franz Wurzer, praktischer Arzt in Pöggstall,
durchführte. „Ich unterstütze das Projekt, da der Impfschutz wichtig
für alle Generationen ist", so Dr. Franz Wurzer. Der älteste
abgegebene Impfpass wurde ebenso wie die beiden lückenlosesten
Impfpässe prämiert. An der Tombolaverlosung konnten auch all jene
Pöggstaller, die ihren Impfpass zur Veranstaltung mitgenommen hatten,
teilnehmen. Vergeben wurden an diesem Abend tolle Preise wie etwa
Erste Hilfe Kurse und eine betreute Reise vom Roten Kreuz oder
Gutscheine zum freien Eintritt in das Freibad Pöggstall. Ebenfalls
verlost wurden 20 Exemplare des KURIER Gesundheit-Magazins „Impfen“,
welche vom KURIER kostenfrei zur Verfügung gestellt wurden. Im
Gesundheits-Ratgeber kommen auf 128 Seiten führende Mediziner und
Impfstoff-Forscher zu Wort und die Leser werden umfassend zum Thema
– von empfohlenen Schutzimpfungen für Kinder und auf Reisen bis hin
zu Entwicklungen in der Erforschung neuer Impfstoffe – aufgeklärt.

Konkrete Maßnahmen vor Ort

Die Auftaktveranstaltung am 29. Juni markiert den Startschuss zur
Maßnahmenumsetzung. Es gilt, die Bevölkerung im einjährigen
Projektzeitraum umfassend über das Thema Impfschutz aufzuklären,
dabei etwaig vorhandene Impfskepsis durch sachliche Information
abzubauen und auf die Folgen von Krankheiten, die etwa durch das
Verweigern von empfohlenen Schutzimpfungen auftreten können,
aufmerksam zu machen. Dies wird durch Einbindung der Bevölkerung
geschehen, etwa in Schulen und Betrieben. Im weiteren Projektverlauf
werden saisonale Impfkampagnen durchgeführt – im Herbst zu Influenza
und Pneumokokken, im Frühling 2017 zur FSME. Um Kinder und
Jugendliche zu sensibilisieren, soll via Impf-App interaktiv
informiert werden. Die Erfassung des Impfstatus der Einwohner der
Marktgemeinde Pöggstall startete mit der Auftaktveranstaltung und
wird bis zur Ergebnispräsentation im April 2017 fortgeführt, wodurch
Veränderungen sichtbar gemacht werden. Dadurch ergibt sich die
Möglichkeit, den Erfolg von „Gemeinsam vorsorgen in Pöggstall"
aufzuzeigen.

Hofrat Ing. Leopold Rötzer, Vizepräsident im Landesverband
Niederösterreich des Österreichischen Roten Kreuz und langjähriger
Bezirksstellenleiter in der Region lebt seit 40 Jahren in Pöggstall.
Er unterstützte bereits in der frühen Konzeptionsphase das Projekt:
„Mit dem PRAEVENIRE-Projekt verbinde ich die Hoffnung, die Menschen
für ihre eigene Gesundheit zu sensibilisieren. Der Impfschutz gehört
oftmals zu jenen Themen, die als selbstverständlich vernachlässigt
werden. Erst wenn etwas passiert, tritt das Thema wieder in den
Vordergrund. Ich habe selbst als Schüler bei Mitschülern noch die
Kinderlähmung erlebt. Diese Krankheit zieht lebenslange Folgen nach
sich. Gerade deshalb war es für mich nie selbstverständlich, dass
diese und andere Krankheiten verschwunden sind. Mir geht es beim
Thema Impfschutz nicht nur um mich und uns, sondern auch um
meine/unsere Kinder, Enkelkinder und vor allem um den sogenannten
Herdenschutz. Der PRAEVENIRE-Ansatz – hin zu den Menschen mit
konkreten Maßnahmen vor Ort – hat sofort mein Interesse geweckt, denn
allzu oft habe ich erlebt, dass Botschaften bei den Betroffenen, in
den Ebenen des Alltags, nicht ankommen. Der PRAEVENIRE-Ansatz wird
dem entgegenwirken."

Der Public Health-Experte Dr. Armin Fidler, Vorsitzender des
PRAEVENIRE Boards, streicht das Engagement aller Beteiligten hervor:
„Gerade im internationalen Vergleich wird klar, dass wir in
Österreich beim Impfschutz deutlich hinterher hinken. Die Inzidenz
von immunpräveniblen Erkrankungen ist inakzeptabel und sowohl eine
menschliche als auch ökonomische Fehlentwicklung. Gerade aus diesem
Grund ist es für die unabhängige Initiative PRAEVENIRE von größter
Wichtigkeit, sich diesem Thema zu widmen. Ich freue mich sehr, dass
die Marktgemeinde Pöggstall den PRAEVENIRE-Gedanken lebt und im
Rahmen des Projektmodells als Good Practice-Beispiel aktiv und
konkret dazu beiträgt, Durchimpfungsraten innerhalb der Gemeinde zu
erhöhen und Gesundheitskompetenz zu fördern. Gemeinsam können wir
etwas bewegen!"

PRAEVENIRE: Aus der Theorie in die Praxis

Das PRAEVENIRE Gesundheitsforum fand heuer erstmals von 13. bis 16.
April 2016 im Benediktinerstift Seitenstetten (NÖ) statt. Die Idee
hinter PRAEVENIRE ist es, vorhandenes internationales Wissen,
basierend auf Beschlüssen aus Österreich, zu bündeln und auf
Gemeindeebene umzusetzen. PRAEVENIRE bleibt also nicht in der Theorie
verhaftet, sondern übersetzt nationale und internationale Expertise
in Kooperation mit den vier Partnergemeinden Bruck an der Mur
(Stmk.), Haslach an der Mühl (OÖ), Pöggstall (NÖ) und Satteins
(Vlbg.) in konkrete Maßnahmen als Good-Practice-Beispiele.

Mehr Informationen zu PRAEVENIRE:
www.praevenire.at

Fotos zum Event finden Sie hier(Foto: Friedrich Reiner):
http://presse.welldone.at/News_Detail.aspx?id=37633&menueid=7131

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WDM

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel