- 28.06.2016, 11:49:02
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VOR-Tarifreform für Grüne NÖ „Schildbürgerstreich des Monats“
Helga Krismer: Nur Öffi-Profis, finden die günstigste Strecke und damit den günstigsten Tarif!
Utl.: Helga Krismer: Nur Öffi-Profis, finden die günstigste Strecke
und damit den günstigsten Tarif! =
St. Pölten (OTS) - „Das neue Tarifsystem des Verkehrsverbunds
Ostregion (VOR) beendet den Zonendschungel und berechnet Fahrpreise
aufgrund der Länge der verkehrsüblichen Strecken zwischen Start und
Ziel. Dadurch ist das System fair und ausgewogen.“
So kommentiert der VOR selbst die Reform, die mit 6. Juli in Kraft
tritt.
Helga Krismer, Klubobfrau der Grünen im NÖ Landtag, kann mittlerweile
nachvollziehen, warum seit Bekanntwerden der Reform die Wogen bei
PendlerInnen hoch gehen.
„Das neue System ist noch weniger nachvollziehbar als das alte
Zonensystem. Was daran fair sein soll, wenn eine Einzelfahrt in Wien
für 21 Kilometer 2,20€ kostet (zB. wien Floridsdorf-Wien Liesing)
oder in Niederösterreich für 21 Kilometer (zB Gmünd-Vitis) 3,30€
fällig sind, verstehe ich nicht. Noch weniger nachvollziehbar wird es
für mich, wenn die Kilometerpreise in ein und demselben Bundesland
variieren. Für 23 Kilometer im Wiener Umland (zB. Wien Liesing-Bad
Vöslau) sind nämlich 4,40€ fällig. Hier haben VOR und VP-Landesrat
Wilfing Aufklärungsbedarf“, so Helga Krismer.
Das System ist keineswegs einfacher, transparenter, übersichtlicher
oder gerechter.
„Nur wer sich die Zeit nimmt und tüftelt, findet die für ihn
günstigste Strecke und damit den günstigsten Tarif“, weiß Helga
Krismer.
Während manche Strecken in Niederösterreich billiger werden, sind
andere künftig unverhältnismäßig teuer.
Beispiel: Für die Bus-Jahreskarte von Münchendorf/Abzweigung Bahnhof
zum Südtirolerplatz/Hauptbahnhof zahlt man ab 6. Juli statt 449€ dann
700€ - das ist eine Preissteigerung von 56%.
Für eklatante Preissteigerungen haben Land NÖ und VOR dann auch just
eine „Lösung“. Den PendlerInnen wurde via Medien versprochen, dass es
für teurer werdende Jahreskarten eine Ausgleichszahlung gibt. Eine
Art Förderung vom Land, die laut VOR ab August per Antrag auf der
VOR-Homepage zu beantragen ist.
ABER: „Diese Ausgleichszahlung gibt es erst, wenn eine Jahreskarte
aufgrund der Tarifreform um mindestens 120€ teurer wird. Wenn also zB
eine Karte um 130€ teurer ist als noch die Jahreskarte nach dem
Zonenmodell, dann gibt es – nach strenger Prüfung durch den VOR - 10€
retour. Derjenige, der sich diesen Schmarrn ausgedacht hat, ist
richtig ausgefuchst“, so Helga Krismer.
Für die Chefin der Grünen Niederösterreich ist die Reform daher
„Schildbürgerstreich des Monats“!
„Wir können es uns vor allem klimapolitisch nicht leisten auch nur
eine/n einzige/n PendlerIn in Niederösterreich zu verlieren. Die
Reform vertreibt wieder einige wichtige UnterstützerInnen einer
sauberen Klimapolitik. Alle Öffi-PendlerInnen müssten belohnt werden
und kein/e Einzige/r darf bestraft werden“, so die Grüne.
„Mit einem 365€-Jahresticket für alle Öffis in Niederösterreich bzw.
der Ostregion wäre das Problem schnell gelöst“, so der
Lösungsvorschlag von Helga
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