• 27.06.2016, 11:47:23
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Vor 25 Jahren: „ZiB 2 History“ über „1991 – Krieg an Österreichs Grenze“

Außerdem am 28. Juni: „kreuz und quer: Wie Gewalt entsteht“ und „In the Land of Blood and Honey“ von Angelina Jolie

Utl.: Außerdem am 28. Juni: „kreuz und quer: Wie Gewalt entsteht“
und „In the Land of Blood and Honey“ von Angelina Jolie =

Wien (OTS) - Vor 25 Jahren beginnt der Zerfall von Österreichs
Nachbarland Jugoslawien. Im Juni 1991 erklären Slowenien und Kroatien
ihre Unabhängigkeit. Die bewaffneten Auseinandersetzungen mit der
jugoslawischen Volksarmee sind der Auftakt zu einer Reihe von blutig
geführten Kriegen zwischen Serben, Kroaten, Bosniern und
Kosovo-Albanern. Österreich erlebt diese Kriege hautnah mit. Der ORF
widmet dem zeitgeschichtlichen Ereignis am Dienstag, dem 28. Juni
2016, um 22.25 Uhr in ORF 2 eine von Lou Lorenz-Dittlbacher
präsentierte „ZiB 2 History“. Um 23.10 Uhr geht es mit Kurt Langbeins
„kreuz und quer“-Doku „Wie Gewalt entsteht“ weiter, ehe Angelina
Jolies Regiedebüt „In the Land of Blood and Honey“ um 0.00 Uhr die
Gräuel des Bosnien-Krieges ergreifend in Szene setzt.

„ZiB 2 History: 1991 – Krieg an Österreichs Grenze“ (22.25 Uhr, ORF
2)

1991 werden Bundesheersoldaten an die Grenze geschickt, Zehntausende
Kriegsflüchtlinge suchen in den Neunziger Jahren Schutz in
Österreich. Die fünfte Ausgabe der Sendereihe „ZiB 2 History“ bringt
unter anderem Interviews mit dem damaligen Bundeskanzler Franz
Vranitzky, mit dem letzten jugoslawischen Staatspräsidenten Stipe
Mesic und dem ersten slowenischen Präsidenten Milan Kucan; außerdem
Live-Schaltungen zu Christian Wehrschütz in Belgrad und zum
langjährigen Balkan-Korrespondenten Fritz Orter in Sarajewo sowie ein
Live-Gespräch mit dem ehemaligen Bosnien-Beauftragten Wolfgang
Petritsch. Die „ZiB 2 History“ kommt live vom Grenzübergang
Spielfeld, der 1991 umkämpft war und der 2015 zu einem „Hotspot“ in
der aktuellen Flüchtlingskrise wurde. Moderation: Lou
Lorenz-Dittlbacher

„kreuz und quer: Wie Gewalt entsteht“ (23.10 Uhr, ORF 2)

Nach der „ZiB 2 History“ wagt Kurt Langbein in seiner Dokumentation
„Wie Gewalt entsteht“ in „kreuz und quer“ – präsentiert von Doris
Appel – einen Streifzug durch wichtige Stationen der Geschichte.
„Gewalt erzeugt Gewalt. Wir wissen, dass bei Menschen, die Gewalt
erlebt haben, die Angstzentren sensibler werden und damit diese
Person in ein höheres Risiko bringen, Angst oder Aggression zu
erleben“, berichtet Neurobiologe Joachim Bauer von den Ergebnissen
der Hirnforschung. Untersuchungen an 500 Opfern von Missbrauch und
Gewalt durch kirchliche Einrichtungen belegen das – sie sind weit
häufiger selbst wieder gewalttätig geworden als der Durchschnitt.
„Was man in diesen Mauern da kennengelernt hat, das war einfach
brutale Gewalt, auch innerhalb der Gruppe unter den Kindern. Wir
waren auch brutal, wir waren Schweine. Wir haben das weitergegeben“,
erzählt Gewaltopfer Franz Joseph Stangl.

Gewalt entstand durch Sesshaftigkeit. Archäologische Befunde zeigen,
dass die Jäger und Sammler relativ friedlich lebten – sie gingen
einander eher aus dem Weg, als einander im Konfliktfall den Schädel
einzuschlagen. Erst mit dem Ackerbau und der Errichtung der ersten
Dörfer entstand heftige Gewalt unter den Menschen. „Gewalt ist kein
Trieb“, erklärt Bauer, „Gewalt ist eine Reaktion auf Schmerz und
Angst.“ Ausgrenzung erzeugt Gewalt. Experimente zeigen: Menschen sind
bereit, rund 50 Prozent der Schmerzreize für andere zu übernehmen –
außer sie gehören verschiedenen Gruppen an. Testpersonen etwa, die
Kleidungsstücke unterschiedlicher Fußballclubs trugen, zeigten
deutlich geringere empathische Reaktionen und waren kaum noch bereit,
anderen Testpersonen Schmerzen abzunehmen.

Ingroup und Outgroup als mörderisches Machtinstrument – diese
Trennung in „uns“ und „die anderen“ wurde und wird in der Politik
missbraucht. Die Geschichte des Nationalismus zeigt dies in
erschreckendem Ausmaß – u. a. in Srebrenica in Bosnien, als 8.400
Menschen ermordet wurden. „Wir müssen Lehren daraus ziehen, dass es
50 Jahre nach dem Holocaust wieder möglich war, mit derselben
Ideologie, nämlich nationalistischer Verhetzung, die Menschen dazu zu
bringen, ihre Nachbarn in einem Völkermord zu töten“, sagt
Menschenrechtsexperte Manfred Nowak, der lange als Richter des
Internationalen Gerichtshofs in Bosnien war: „Die Demokratie muss
entschlossen gegen alle vorgehen, die andere zu rassischem,
religiösem Hass aufhetzen.“

„In the Land of Blood and Honey“ (0.00 Uhr, ORF 2)

Eindrucksvolles Regiedebüt von Oscarpreisträgerin Angelina Jolie, die
auch das Drehbuch zu diesem ergreifenden Drama verfasst hat. Die
leidenschaftliche Liebe der Protagonisten zerbricht am Misstrauen,
das die Gräuel des Bosnienkrieges mit sich bringen. Hervorragend
gespielt von Zana Marjanovic und Goran Kostic.

1992, Bosnien und Herzegowina: Die Bosnierin Ajla und der Serbe
Danijel verlieben sich Hals über Kopf ineinander. Doch ihr Glück ist
nur von kurzer Dauer. Der Ausbruch des Bürgerkriegs entzweit die
beiden. Er wird Soldat, sie landet als Muslima in einem
Internierungslager. Dort versucht sie Danijel zu schützen, so gut er
nur kann. Als er ihr zur Flucht verhilft, nimmt er sie bei sich auf.
Frei ist Ajla dennoch nicht. Trotz ihrer Leidenschaft füreinander,
bleibt zwischen den beiden das Misstrauen bestehen. Bis es zum Verrat
kommt.

Die „ZiB 2 History“ und „kreuz und quer. Wie Gewalt entsteht“ sind
auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) –
vorbehaltlich vorhandener Online-Lizenzrechte – als Live-Stream sowie
nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar.

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