• 24.06.2016, 14:58:11
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Zwei junge Bartgeier fliegen vom Nationalpark Hohe Tauern in die Freiheit

30 Jahre Bartgeierwiederansiedelung im Alpenraum

LHStv. Astrid Rössler und Bartgeierbetreuer Michael Knollseisen
mit den jungen Bartgeiern Lucky und Charlie.

Utl.: 30 Jahre Bartgeierwiederansiedelung im Alpenraum =

Matrei in Osttirol (TP/OTS) - 1986 wurden im Nationalpark Hohe Tauern
im Zuge eines Wiederansiedelungsprojekts die ersten Bartgeier
ausgewildert. Damals wusste noch niemand wohin die Reise geht. Aber
die Zielstrebigkeit, die europaweit hervorragende Zusammenarbeit, die
Beharrlichkeit vieler ‚sturer‘ Akteure und ein großes Netzwerk haben
das Artenschutzprojekt zum erfolgreichsten Projekt auf europäischer
Ebene gemacht. Zum 30jährigen Jubiläum starten heute die zwei jungen
Bartgeier Lucky und Charlie vom Untersulzbachtal aus ihr Leben in die
Freiheit.

„Bartgeier kennen keine von Menschen gezogenen Grenzen, es wird daher
beim Bartgeierprojekt über die Länder- und Staatengrenzen hinweg
zwischen Nationalparks, Schutzgebieten, Naturschutzorganisationen,
Behörden, Zoos, Jägerschaften und Universitäten hervorragend national
und international zusammengearbeitet. Das Projekt ist ein
ausgezeichnetes Beispiel nationalen und internationalen Natur- und
Artenschutzes. Über Jahrzehnte haben sich engagierte Persönlichkeiten
und Schutzgebiete ganz den Bartgeiern verschrieben und alle – oftmals
gedanklichen - Barrieren gelöst. Ein großer Dank an alle
MitarbeiterInnen und auch finanziellen Unterstützern, welche es
ermöglicht haben, dass wir die imposanten „Könige der Lüfte“ heute
wieder im Alpenraum segeln sehen dürfen“, so LH-Stv. von Salzburg,
Dr. Astrid Rössler, welche auch im Namen ihrer politischen Kollegen
aus Kärnten, Mag. Gernot Darmann, und aus Tirol, Mag. Ingrid Felipe,
sprach.

Die beiden heute freigelassenen jungen Bartgeier Lucky (Pate der
langjährige Projektsponsor Österreichische Lotterien) und Charlie
(Patin ist die Schauspielerin Lilian Klebow, Bartgeier trägt den
Namen ihrer Tochter), ein Männchen und ein Weibchen, stammen aus dem
Tierpark Friedrichsfelde Berlin. Durch die Markierung, Beringung und
Besenderung der Jungvögel werden wichtige Daten und Erkenntnisse über
die Bartgeier gesammelt. Die Jungvögel werden erst in ein paar
Wochen flügge und bis dahin von Bartgeierbetreuern an ihre neue
Freiheit gewöhnt. In dieser Zeit wird den interessierten
Nationalpark-Besuchern am Freilassungsplatz ein Beobachtungsstand
angeboten, der solange sich die jungen Bartgeier im Untersulzbachtal
(Nationalparkgemeinde 5741 Neukirchen a. Gr.) aufhalten, täglich
zwischen 11:00 – 15:00 Uhr als Anlaufstelle für Informationen dienen
wird. Die Beobachtungsstation, gelegen bei der Aschamalm, ist in ca.
4 Stunden zu Fuß ab dem Taleingang des „Untersulzbachtales“ zu
erreichen. Die Besucher können den Anmarschweg durch die Nutzung
eines Nationalparktaxis bis zur Stockeralm auf eine Stunde
reduzieren.

Seit 1986 wurden mit heutigem Tag 222 Bartgeier ausgewildert. Bisher
entwickelte sich der Bartgeier Bestand in den Alpen sehr positiv und
im Alpenraum leben rund 230 – 250 Vögel. Die Population zeichnet sich
von einer hohen Produktivität und einer niedrigen Mortalität aus.
Sehr erfreulich entwickelte sich die Zahl der in freier Wildbahn
geschlüpften Junggeier. 1997 flog in Hochsavoyen der erste junge
Bartgeier aus und seitdem zählt der Bartgeier in den Alpen wieder als
Brutvogel. Im Vorjahr flogen alpenweit 20 Junggeier aus und somit
stieg die Zahl der im Freiland erfolgreich ausgeflogenen auf
insgesamt 148 Junggeier an.

Das Bartgeierprojekt ist nicht nur das Aushängeschild eines
erfolgreichen internationalen Artenschutzes, es ist auch Symbol
dafür, was ein Nationalpark an Bewusstseinsbildung leisten kann.
Heute zählt es zu den spektakulärsten und populärsten
Langzeitprojekten des Nationalparks Hohe Tauern und der Alpen. Die
Bevölkerung der Nationalparkregion freut sich diesen majestätischen
Vogel wieder über den Gipfeln unserer Alpen kreisen zu sehen. Ohne
Nationalparks, als großflächige Schutzgebiete und damit "Trittsteine"
und Rückzugsgebiete für gefährdete Arten in einem
grenzüberschreitenden ökologischen Verbund und ohne Nationalparks mit
eigenem Management und damit Wissen und Erfahrung in
Naturraummanagement, Wissenschaft und Umweltbildung – wäre dieses
europaweit größte und erfolgreichste Artenschutzprojekt weder in
seiner Startphase noch in der heutigen weiteren Betreuung möglich.

Projektträger: Nationalparkrat Hohe Tauern
Mit Unterstützung von Bund und der Europäischen Union
Sponsor: Österreichische Lotterien

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

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