Entwicklung der betrieblichen Vorsorge in der österreichischen Versicherungswirtschaft

Durchführungswege und steuerliche Vorteile in Österreich noch zu wenig bekannt

Wien (OTS) - Die Versicherungswirtschaft ist für österreichische Unternehmen ein wichtiger Partner im Bereich der betrieblichen Vorsorge. „Die unterschiedlichen Durchführungswege und flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten, insbesondere auch die steuerlichen Vorteile aus Sicht der Unternehmer und Arbeitnehmer, sind in Österreich aber nach wie vor noch viel zu wenig bekannt“, sagt DI Manfred Rapf, Vorsitzender der Sektion Lebensversicherung im österreichischen Versicherungsverband VVO.

Dabei erzielten die österreichischen Versicherer in der betrieblichen Altersvorsorge in den letzten Jahren erhebliche Wachstumsraten. So konnte das Prämienvolumen 2015 in den Durchführungswegen der betrieblichen Altersvorsorge insgesamt um + 6,5% gesteigert werden.

Direkte Leistungszusagen für Geschäftsführer und Führungskräfte dominieren
Den höchsten Vermögensanteil in der betrieblichen Altersvorsorge weist per Jahres-ende 2015 die Pensionsrückdeckungsversicherung („Direkte Leistungszusage“) mit rund 2,6 Mrd. Euro Deckungskapital aus. Die betriebliche Zukunftssicherung gemäß § 3 Abs. 1 Zi. 15a EStG, über die Arbeitgeber für ihre Mitarbeiter jährlich 300,- Euro frei von Lohnsteuer und Lohnnebenkosten in eine Lebens-, Unfall-und/oder Krankenversicherung investieren können, ist mit rund 1,3 Mrd. Euro und knapp 670.000 Begünstigten, die am meisten verbreitete Vorsorge nach eingebundenen Arbeitnehmern.

Betriebliche Kollektivversicherung hat das meiste Potential

Die betriebliche Kollektivversicherung, als noch jüngstes Produkt (seit 2005) im betrieblichen Vorsorgeportfolio der Lebensversicherung, macht mit einem verwalteten Vermögen von 850 Mio. Euro und rund 25.000 begünstigten Arbeitnehmern per Jahresende 2015 zwar noch den geringsten Anteil aus, zeigt aber zugleich das größte Potential, zumal in Österreich die Faktoren Garantie und Sicherheit die wichtigsten Kriterien in der Veranlagung darstellen, wenn es um das Thema Altersvorsorge geht. Für den Unternehmer sind Prämienzahlungen nicht nur von Sozialabgaben und sonstigen Lohnnebenkosten befreit, sondern auch als Betriebsausgabe absetzbar. Besonders interessant, aber noch zu wenig bekannt, sind die Möglichkeiten, welche in einigen Branchen durch Kollektivverträge geschaffen wurden: Die Umwandlung von Bezugsteilen in Beiträge zur Betrieblichen Kollektivversicherung. Dadurch wird der umgewandelte Beitrag ohne Abzug von Lohnnebenkosten für die Altersvorsorge angespart.

Alle drei Durchführungswege der betrieblichen Altersvorsorge basieren auf der klassischen Lebensversicherung, die als einzige Vorsorgeform eine klar kalkulierbare, lebenslange Rente mit Garantiezins bietet.

Betriebliche Vorsorgemodelle vor allem bei KMUs zu wenig bekannt

Besonders gering ist die Verbreitung der betrieblichen Altersvorsorge im Segment der Klein- und Mittelbetriebe (KMU). Laut Wirtschaftsforschungsinstitut beträgt der Anteil der Kleinstunternehmen (1 bis 9 Beschäftigte), die ihren Mitarbeitern eine betriebliche Vorsorgelösung anbieten, lediglich 11 %. Nimmt man Betriebe mit 10 bis 19 Mitarbeitern sind es rund 15 %. Dagegen erreichen Konzerne ab einer Mitarbeiterzahl von 300 einen Verbreitungsgrad von mehr als 44 %.
(Quelle: WIFO Studie 2009)

„Ein wesentlicher Grund liegt darin, dass viele Entscheidungsträger speziell im KMU-Bereich, die unterschiedlichen Möglichkeiten betrieblicher Vorsorgelösungen und deren steuerliche Vorteile gar nicht kennen“, betont Rapf. „Hier muss unsere Branche noch mehr Informations- und Aufklärungsarbeit leisten, um insbesondere die Nutzenaspekte und die zu lukrierenden Steuervorteile sowohl Unternehmern als auch Arbeitnehmern zugänglich zu machen.“

Betriebliche Vorsorge als wichtiges Instrument moderner Personalpolitik

Unternehmen, die heute betriebliche Altersvorsorge anbieten, übernehmen nicht nur soziale Verantwortung, sondern positionieren sich auch als attraktive Arbeitgeber, was ein immer wichtigeres Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb darstellt. Dass sich insbesondere die junge Generation auf eine wachsende Pensionslücke einstellen muss, ist mittlerweile bekannt. Zahlreiche Studien zeigen, dass das Bewusstsein junger Menschen für die Notwendigkeit zusätzlicher Pensionsvorsorge - ergänzend zur staatlichen Pension -bereits stark ausgeprägt ist. Betriebliche Vorsorgelösungen sind für eine moderne Personalpolitik, welche die langfristige Mitarbeiterbindung fördert und für (junge) Schlüsselkräfte attraktiv gestaltet sein soll, besonders gut geeignet.

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