- 22.06.2016, 10:00:01
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Entwicklung der betrieblichen Vorsorge in der österreichischen Versicherungswirtschaft
Durchführungswege und steuerliche Vorteile in Österreich noch zu wenig bekannt
Utl.: Durchführungswege und steuerliche Vorteile in Österreich noch
zu wenig bekannt =
Wien (OTS) - Die Versicherungswirtschaft ist für österreichische
Unternehmen ein wichtiger Partner im Bereich der betrieblichen
Vorsorge. „Die unterschiedlichen Durchführungswege und flexiblen
Gestaltungsmöglichkeiten, insbesondere auch die steuerlichen Vorteile
aus Sicht der Unternehmer und Arbeitnehmer, sind in Österreich aber
nach wie vor noch viel zu wenig bekannt“, sagt DI Manfred Rapf,
Vorsitzender der Sektion Lebensversicherung im österreichischen
Versicherungsverband VVO.
Dabei erzielten die österreichischen Versicherer in der betrieblichen
Altersvorsorge in den letzten Jahren erhebliche Wachstumsraten. So
konnte das Prämienvolumen 2015 in den Durchführungswegen der
betrieblichen Altersvorsorge insgesamt um + 6,5% gesteigert werden.
Direkte Leistungszusagen für Geschäftsführer und Führungskräfte
dominieren
Den höchsten Vermögensanteil in der betrieblichen Altersvorsorge
weist per Jahres-ende 2015 die Pensionsrückdeckungsversicherung
(„Direkte Leistungszusage“) mit rund 2,6 Mrd. Euro Deckungskapital
aus. Die betriebliche Zukunftssicherung gemäß § 3 Abs. 1 Zi. 15a
EStG, über die Arbeitgeber für ihre Mitarbeiter jährlich 300,- Euro
frei von Lohnsteuer und Lohnnebenkosten in eine Lebens-, Unfall-
und/oder Krankenversicherung investieren können, ist mit rund 1,3
Mrd. Euro und knapp 670.000 Begünstigten, die am meisten verbreitete
Vorsorge nach eingebundenen Arbeitnehmern.
Betriebliche Kollektivversicherung hat das meiste Potential
Die betriebliche Kollektivversicherung, als noch jüngstes Produkt
(seit 2005) im betrieblichen Vorsorgeportfolio der
Lebensversicherung, macht mit einem verwalteten Vermögen von 850 Mio.
Euro und rund 25.000 begünstigten Arbeitnehmern per Jahresende 2015
zwar noch den geringsten Anteil aus, zeigt aber zugleich das größte
Potential, zumal in Österreich die Faktoren Garantie und Sicherheit
die wichtigsten Kriterien in der Veranlagung darstellen, wenn es um
das Thema Altersvorsorge geht. Für den Unternehmer sind
Prämienzahlungen nicht nur von Sozialabgaben und sonstigen
Lohnnebenkosten befreit, sondern auch als Betriebsausgabe absetzbar.
Besonders interessant, aber noch zu wenig bekannt, sind die
Möglichkeiten, welche in einigen Branchen durch Kollektivverträge
geschaffen wurden: Die Umwandlung von Bezugsteilen in Beiträge zur
Betrieblichen Kollektivversicherung. Dadurch wird der umgewandelte
Beitrag ohne Abzug von Lohnnebenkosten für die Altersvorsorge
angespart.
Alle drei Durchführungswege der betrieblichen Altersvorsorge basieren
auf der klassischen Lebensversicherung, die als einzige Vorsorgeform
eine klar kalkulierbare, lebenslange Rente mit Garantiezins bietet.
Betriebliche Vorsorgemodelle vor allem bei KMUs zu wenig
bekannt
Besonders gering ist die Verbreitung der betrieblichen Altersvorsorge
im Segment der Klein- und Mittelbetriebe (KMU). Laut
Wirtschaftsforschungsinstitut beträgt der Anteil der
Kleinstunternehmen (1 bis 9 Beschäftigte), die ihren Mitarbeitern
eine betriebliche Vorsorgelösung anbieten, lediglich 11 %. Nimmt man
Betriebe mit 10 bis 19 Mitarbeitern sind es rund 15 %. Dagegen
erreichen Konzerne ab einer Mitarbeiterzahl von 300 einen
Verbreitungsgrad von mehr als 44 %.
(Quelle: WIFO Studie 2009)
„Ein wesentlicher Grund liegt darin, dass viele Entscheidungsträger
speziell im KMU-Bereich, die unterschiedlichen Möglichkeiten
betrieblicher Vorsorgelösungen und deren steuerliche Vorteile gar
nicht kennen“, betont Rapf. „Hier muss unsere Branche noch mehr
Informations- und Aufklärungsarbeit leisten, um insbesondere die
Nutzenaspekte und die zu lukrierenden Steuervorteile sowohl
Unternehmern als auch Arbeitnehmern zugänglich zu machen.“
Betriebliche Vorsorge als wichtiges Instrument moderner
Personalpolitik
Unternehmen, die heute betriebliche Altersvorsorge anbieten,
übernehmen nicht nur soziale Verantwortung, sondern positionieren
sich auch als attraktive Arbeitgeber, was ein immer wichtigeres
Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb darstellt. Dass sich
insbesondere die junge Generation auf eine wachsende Pensionslücke
einstellen muss, ist mittlerweile bekannt. Zahlreiche Studien zeigen,
dass das Bewusstsein junger Menschen für die Notwendigkeit
zusätzlicher Pensionsvorsorge - ergänzend zur staatlichen Pension -
bereits stark ausgeprägt ist. Betriebliche Vorsorgelösungen sind für
eine moderne Personalpolitik, welche die langfristige
Mitarbeiterbindung fördert und für (junge) Schlüsselkräfte attraktiv
gestaltet sein soll, besonders gut geeignet.
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