- 20.06.2016, 10:18:16
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Steiermark ist Vorreiter bei der Inklusion
Graz (OTS) - Die vom Sozialministeriumservice in Kooperation mit der
WKO durchgeführte Veranstaltungsreihe FOKUS WIRTSCHAFT konnte nach
dem Start in Wien am 17.6. auch in Graz überzeugend nachweisen, dass
dank Förderungen und kostenlosen Unterstützungsleistungen die
Inklusion von Menschen mit Einschränkungen in der Wirtschaft
erfolgreich umgesetzt werden kann.
Einen geringen Anstieg der Arbeitslosenrate von 1 Prozent gegenüber
dem Vorjahr, doch deutlich mehr offene Stellen zeigen die aktuellen
Arbeitsmarktdaten für die Steiermark. Dass diese auch sehr gut mit
Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder Behinderungen
besetzt werden können, bewies die Veranstaltung FOKUS WIRTSCHAFT
(http://www.fokus-wirtschaft.at) . In kompakten vier Stunden
informierten sich rund 90 Wirtschaftstreibende über Fördermaßnahmen
und Unterstützungsangebote im Bundesland. Best-Practice-Beispiele und
die Möglichkeit, sich direkt vor Ort mit allen relevanten
Organisationen auszutauschen, sorgten für einen gelungenen
Wissenstransfer. Das Motto der Veranstaltung „Beschäftigung sichern,
Kosten minimieren, sozial agieren“ konnte überzeugen. Nicht nur bei
den ReferentInnen waren Top-Experten und -Expertinnen geladen, unter
den TeilnehmerInnen sah man Technologie-Weltmarktführer, europaweit
agierende Logistiker, aber natürlich auch KMU wie Tischler,
Installateurbetriebe und Facility-Manager/innen. „Ich bin sehr froh,
dass ich mir die Zeit genommen habe. Denn mit dem jetzigen Wissen
über die vielfältigen Unterstützungen ist es schon eine Denkvariante,
einem Menschen mit Behinderungen in unserem Unternehmen eine Chance
zu geben“, so eine Teilnehmerin.
Finanzielle Vorteile
Dass sich eine Anstellung tatsächlich auszahlen kann, rechnete Dr.
Diethard Schliber, Leiter der Landesstelle Steiermark des
Sozialministeriumservice, gleich zu Beginn vor: „Statt monatlich 251
Euro oder mehr an Ausgleichstaxe zu zahlen, kann jedes Unternehmen
mehr als 1.000 Euro pro Monat durch die Anstellung eines begünstigten
behinderten Menschen sparen.“ Über Möglichkeiten, wie das
Arbeitsmarktservice dazu beitragen kann, referierte Martina Zweiger
vom AMS Steiermark: „Eingliederungsbeihilfen werden für
unterschiedliche Zielgruppen gewährt und sollten am Besten vor Beginn
einer Anstellung mit einer der Geschäftsstellen des AMS abgeklärt
werden. Die finanziellen Vorteile sind jedenfalls groß.“
Kostenlose Beratungstage für Unternehmen und dazu auch eine
Evaluierung der umgesetzten Maßnahmen – das stellte Dr.in Renate
Czeskleba von der fit2work Betriebsberatung vor: „Wir setzen in
unseren Beratungen sowohl bei einzelnen Personen als auch bei
Unternehmen an, um die Arbeitsfähigkeit der MitarbeiterInnen
langfristig zu sichern und dafür im Betrieb auch die entsprechenden
Strukturen aufzubauen.“ Einblick in die Arbeit von NEBA.at, dem
Netzwerk Berufliche Assistenz, gab Mag. Heinrich Ostermann von dem
NEBA-Anbieter Jugend am Werk: „In den vergangenen fünf Jahren ist es
uns mit unserer Arbeitsassistenz gelungen, 3.319 Menschen zu beraten,
erfolgreich in Dienstverhältnisse zu vermitteln oder deren
Arbeitsplätze zu sichern. Die Arbeitsassistenz ist die Vermittlerin
zwischen Betroffenen und Unternehmen.“
Die regionale Verfügbarkeit von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ist
– siehe Fachkräftemangel – nicht nur für Großbetriebe ein nach wie
vor aktuelles Thema. Daher ist einer der Ziele der
Unternehmensinitiative des Sozialministeriumservice, das mit der
FOKUS WIRTSCHAFT-Veranstaltungsreihe gestartet wurde, Unternehmen als
PartnerInnen des NEBA Netzwerk Berufliche Assistenz anzusprechen, um
den Pool an vorausgebildeten Menschen mit Einschränkungen näher an
den Arbeitsmarkt heranzuführen.
Schwerpunkt der Grazer Veranstaltung: Körperliche
Einschränkungen
Als Bindeglied zwischen den Ausführungen der Organisationen und den
Best-Practice-Beispielen aus der Wirtschaft fungierte Dipl.-Ing.
Klaus D. Tolliner, der als selbst Betroffener und Unternehmer
Einblicke in seinen Alltag gab und meinte: „Keine Angst vor
Behinderung – Wir sind nicht ansteckend.“
Mehrfach für den verantwortungsvollen Umgang mit MitarbeiterInnen
ausgezeichnet ist das LKH Univ.-Klinikum Graz. Dessen
Personalmanagement-Leiter, Mag. Thomas Bredenfeldt, präsentierte
einen realen Fall, in dem es gelang, einen Mitarbeiter durch
Umschulungen und weitere Maßnahmen im Unternehmen zu halten.
Ebenfalls an einer Wiedereingliederung hatte Harald Leindl von der
gleichnamigen Tischlerei bei Hans-Jürgen Amhofer zu arbeiten. Er
erzählte, wie es gelang, dass nun Österreichs einziger
Tischlermeister im Rollstuhl bei ihm arbeiten kann.
Um den gewaltigen Zuwachs an 3.000 benötigten MitarbeiterInnen in den
kommenden Jahren überhaupt bewältigen zu können, will Magna Steyr
auch verstärkt Menschen mit Behinderungen engagieren. Über die
bereits erfolgreich gestartete Kooperation mit dem
Sozialministeriumservice und dem NEBA-Netzwerk berichtete der
Personalverantwortliche Mag. Hansjörg Tutner: „Nach dem
Begutachtungsverfahren halten wir aktuell bei 42 Menschen mit
Behinderungen, davon 14 gehörlose Personen, die wir zum Jobday im
September einladen werden.“
Wie er mit Menschlichkeit und Hausverstand zu einem inklusiven
Arbeitsmodell für sein Büro kam, erklärte im Anschluss Ziviltechniker
DI Norbert Rabl und meinte: „Wir geben jedem eine Chance, wenn alle
Arbeitsaufgaben gelöst werden können.“ Den Abschluss der spannenden
Beispiele aus der Praxis bildete der Vortrag von Eva Regele von der
Karl-Franzens-Universität: „Wir setzen nicht nur auf bauliche
Barrierefreiheit, sondern schaffen auch neue, zusätzliche
Arbeitsplätze, die ausschließlich begünstigten Behinderten zur
Verfügung stehen.“
Diskutiert wurde das Gehörte dann im Ausstellungsbereich von FOKUS
WIRTSCHAFT: inklusiv // innovativ an insgesamt 13 ExpertInnencornern
und beim von Gourmet arrangierten Buffet. So konnten an Ort und
Stelle gleich die richtigen Kontakte für die Zukunft geknüpft werden.
VIDEOHINWEIS - Unternehmen Best-Practice-Video in der Steiermark:
https://youtu.be/dPnyyqM0Czs
Best Practice Video – gelungene Integrationsbeispiele in der
Steiermark (Barrierefreier Edit):
https://www.youtube.com/watch?v=r41-9QoqFEY
Fotos:
https://www.fokus-wirtschaft.at/sk/termine/vergangene-events/graz-am-17-juni-2016 (Falls sie hochaulfösende Fotos benötigen bitte geben
Sie uns Bescheid)
FOKUS WIRTSCHAFT: inklusiv innovativ wird 2016/2017 in jedem
Bundesland jeweils ein Mal angeboten und sollte für innovative und
zukunftsorientierte Unternehmen ein Pflichttermin sein. Die Teilnahme
ist kostenlos, eine Anmeldung unter www.fokus-wirtschaft.at ist
jedoch notwendig. Nächster Bundesländertermin ist Innsbruck am
27.9.2016 (Schwerpunkt Sehbeeinträchtigung).
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