• 20.06.2016, 08:56:45
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Das Reihenhaus mit Steildach: Kosteneffizient und umweltfreundlich

Reihenhausdächer im Vergleich

Anfänglich ist die Dachkonstruktion bei einem
Reihenhaus mit Steildach teurer, jedoch im Lebenszyklus von 50
Jahren kostengünstiger.

Utl.: Reihenhausdächer im Vergleich =

Wien (OTS) - Die Bausaison 2016 hat bereits begonnen und viele
Reihenhäuser sprießen in Österreich aus dem Boden. Für viele
Bauträger gilt in der Planung die Frage nach der geeigneten Dachform.
Vor der Entscheidung für eine Dachkonstruktion sollten einige
Faktoren beachtet werden – das belegt eine aktuelle Studie der TU
Wien.

Gerade bei jungen Familien erfreut sich das Reihenhaus besonderer
Beliebtheit. Abhängig von der Lage und Größe, sind sie meist
günstiger als freistehende Häuser und für kleine Familien wesentlich
komfortabler als eine Wohnung. So kommt spätestens, wenn sich der
erste Nachwuchs ankündigt, das Thema der aktuellen Wohnsituation zur
Sprache. Zu Nutze machen sich dieses Wissen Bauträger wie auch
Genossenschaften und errichten österreichweit ganze
Reihenhaussiedlungen. Auftraggeber und Planer achten hierbei meist
auf die Kosten-Nutzen-Aspekte der Errichtungskosten versus Erträge,
vor allem in der Auswahl der Dachkonstruktion.

Flachdach oder Steildach

„Da das Steildach aufgrund der Konstruktion etwas planungsintensiver
als das Flachdach ist, es meist mit zu hohen Herstellungskosten in
Verbindung gebracht wird und Nachhaltigkeit, wie langfristige
Erhaltungskosten, ohnehin selten berücksichtigt werden, entstehen in
Österreich immer mehr Reihenhäuser mit Flachdach“, vermutet Alfred
Steingress, Sprecher der Initiative Pro Steildach. Doch eine
Untersuchung des Forschungsbereichs für Industriebau und
interdisziplinäre Bauplanung der TU Wien beweist, dass vor allem
langfristige Kosten des Daches nicht zu unterschätzen sind. In der
Fallstudie, durchgeführt von Prof. Iva Kovacic, wurden zwei
unterschiedliche Dachtypen von Reihenhäusern – das Flachdach mit dem
Steildach – im Lebenszyklus verglichen. Die Ergebnisse fallen
teilweise überraschend aus und zeigen, dass das Steildach mit nicht
so hohen Kosten verbunden ist, wie oft befürchtet wird. Im Gegenteil:
Mittel- und langfristig betrachtet erweist sich das Steildach sogar
als günstiger als das Flachdach. „Anfänglich ist die Dachkonstruktion
bei einem Reihenhaus mit Steildach teurer, jedoch im Lebenszyklus von
50 Jahren kostengünstiger“, fasst Studienleiterin Prof. Kovacic
zusammen.

Das perfekte Dach für die Familie

Für junge Paare, die sich gerade erst für ein Reihenhaus entschlossen
haben, spielt der finanzielle Aspekt eine wichtige Rolle. Hier sollte
jedoch neben den Anschaffungskosten auch der Erhaltungsaufwand
genauestens unter die Lupe genommen werden. Im Rahmen der TU Studie
wurde eine bestehende Reihenhausanlage untersucht. Basierend auf
realen Planungsunterlagen wurden zwei Reihenhäuser – ein Steildach-
und ein Flachdach-Reihenhaus – gegenübergestellt. Um den
Heizwärmebedarf besser gegenüberstellen zu können, wurde ein mittig
platziertes Haus in der Reihenhausanlage gewählt. Betrachtet man die
Gesamt-Lebenszykluskosten für 50 Jahre, bezogen auf das gesamte
Gebäude, so ist das Reihenhaus mit Steildach anfänglich teurer,
jedoch im Lebenszyklus kostengünstiger. Ein Flachdach-Reihenhaus
dagegen weist höhere Erhaltungskosten auf. Gerade die Tatsache, dass
das Steildach geringfügig teurer in der Grundinvestition ist und
somit einen höheren Kaufpreis hat, ist für Familien mit ohnehin
knappen Budget problematisch. Aus diesem Grund soll die anfängliche
Investition so niedrig wie möglich gehalten werden. Daher fällt die
Entscheidung meist auf das günstigere Flachdachobjekt, ohne dabei die
Folgekosten zu berücksichtigen.

Das Steildach als Beitrag einer nachhaltigen Zukunft

Nachhaltigkeit und der verantwortungsvolle Umgang mit der Umwelt,
sind wichtige Themen unserer Zeit. Das spiegelt sich in jeglichen
Lebenslagen wider. Egal ob bei der Mülltrennung oder dem Umstieg vom
Auto zum Fahrrad, Umweltbewusstsein liegt im Trend: Diese Entwicklung
zieht sich bis zum Hausbau und somit auch zur Dachauswahl.
„Ökologisch betrachtet hat das Steildach mehr Vorteile als das
Flachdach. Auf den Lebenszyklus von 50 Jahren gesehen, liegt die
Ersparnis des Steildaches gegenüber dem Flachdach bei 22 Tonnen CO2.
Betrachtet man die Kosten für den Bauteil Dach, also die Dachhülle
inklusive der Konstruktion, ist das Flachdach zwar um zehn Prozent
kostengünstiger pro Quadratmeter Dachfläche, jedoch am Ende des
Lebenszyklus mehr als doppelt so teuer wie das Steildach“, erklärt
Prof. Kovacic. Diese Kostendifferenz der Herstellungskosten ist im
Wesentlichen den eingebauten Dachfenstern im Steildach zuzuschreiben.
Die dadurch gewonnene natürliche Belichtung durch das Dach verbessert
jedoch die Lebensqualität erheblich. Dank des verwendeten
Baumaterials Holz, ist der Bauteil Dach beim Steildach in der
Ökobilanz günstiger und wirkt sich zusätzlich positiv auf die Umwelt
aus.

Mehr Platz dank Dachschrägen

Das Steildach schafft nach einem Ausbau des Dachgeschosses
zusätzlichen Wohnraum, so wird der Baugrund optimal genutzt. Die
Bauordnung bestimmt unter anderem die maximale Gebäudehöhe, die ein
Objekt nicht überschreiten darf. Abhängig von der Bauklasse und den
österreichischen Bundesländern sowie Gemeinden variiert diese
Maximalhöhe. Bei Giebelfronten kann diese aber je nach Bauordnung
überschritten werden, somit generiert das Steildach zusätzliches
Volumen. Auch ein Reihenhaus ohne Dachausbau hat mehrere Vorteile:
Zum einen werden Anschaffungskosten niedriger gehalten. Zum anderen
ermöglicht es einen schrittweisen Ausbau und somit eine nachträgliche
Objektwertsteigerung, da Wohnnutzfläche geschaffen wird.

Wartung und Instandhaltung

Ein Dach ist rund um die Uhr und über Jahrzehnte hinweg, jeglicher
Witterung ausgesetzt und ist somit eines der am stärksten
beanspruchten Bauteile eines Hauses. Da es meist nicht im direkten
Blickfeld des Betrachters liegt, wird es in der Instandhaltung oft
vernachlässigt. Die Folgen beim Flachdach sind meist schwerwiegender
als beim Steildach: Beispielsweise durch Laub verstopfte
Entwässerungsrinnen verhindern den Abfluss von Regenwasser oder
Schneeschmelze. Bleibt dies beim Flachdach unbemerkt dringt früher
oder später stehendes Wasser durch das Dach in den Wohnraum ein und
richtet erhebliche kostenintensive Schäden an. Bei einem Steildach
hingegen läuft das Wasser problemlos über die Dachfläche ab.
Flachdächer sind außerdem aufgrund ihrer horizontalen Konstruktion
höheren Belastungen ausgesetzt, wie beispielsweise durch Schnee. Die
Gebäudebewegungen, Schwingungen und Vibrationen der Konstruktion
selbst können die Abdichtungen binnen kurzer Zeit porös und undicht
machen. Das macht das Flachdach besonders pflegeintensiv und um den
möglichen Versicherungsanspruch zu gewähren wird, laut der ÖNORM B
3091, eine Inspektion durch einen Fachmann mindestens einmal jährlich
vorgeschrieben. Zudem werden Häuser mit Flachdach infolge des
geringeren Eigengewichts der Dachkonstruktion bei schweren Stürmen
leichter abgedeckt. Wesentlich besser steckt das Steildach
Witterungseinflüsse weg und ist so gut wie wartungsfrei: Regenwasser
fließt schneller ab und auch Schneemassen rutschen dank des
Neigungswinkels rascher herunter. „Somit ist das Steildach im
Vergleich zum Flachdach weniger wartungsintensiv und infolgedessen in
der Instandhaltung deutlich günstiger“, erklärt Prof. Kovacic.

Weitere Bilder und Informationen unter:
http://pressecenter.putzstingl.at/News_Detail.aspx?id=37413&menueid=8
317

Über die Initiative Pro Steildach
Zur Initiative Pro Steildach haben sich 2014 die Firmen VELUX,
TONDACH, BRAMAC, ETERNIT sowie holzbau austria zusammengeschlossen.
Ziel der Initiative ist, die Nutzungsvorteile von geneigten Dächern –
in bauphysikalischer sowie wirtschaftlicher Hinsicht – aufzuzeigen
und das Bewusstsein für die Wichtigkeit des Daches und die Dachform
in der österreichischen Gesellschaft zu schärfen.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

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