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Neues Volksblatt: "Gruseliger Blick" von Markus EBERT
Ausgabe vom 16. Juni 2016
Utl.: Ausgabe vom 16. Juni 2016 =
Linz (OTS) - Hätte er die Lehrverpflichtung eines
Pflichtschullehrers, wäre er Dienstagmittag mit der Wochenarbeit
fertig, feixte dereinst der Wiener SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl.
Die Frage, was er mit dem Rest der Arbeitswoche tun soll, könnte ihm
der scheidende Rechnungshofpräsident Josef Moser beantworten —
zumindest mit der Empfehlung einer Lektüre. Auf 480 Seiten hat Moser
1007 „Positionen für eine nachhaltige Entwicklung Österreichs“
zusammengefasst, und nachdem ein Hauptadressat die Körperschaften
sind, könnte Häupl viel für eine bessere Politik herauslesen. Denn
eines steht außer Streit: Insbesondere einer nachhaltigen
finanziellen und strukturellen Verbesserung Österreichs steht die
Bundeshauptstadt ganz besonders im Weg. Der Wiener Schuldenstand
läuft aus dem Ruder, man trotzt Vereinbarungen wie etwa der Reform
des Pensionsrechts, man entledigt sich auf Kosten der Allgemeinheit
hunderter Bediensteter der Stadtwerke, die Wiener Gebietskrankenkasse
muss von gut wirtschaftenden Kassen wie der OÖGKK über Wasser
gehalten werden und so fort. Umgekehrt wuchert Wien bei
Sozialleistungen wie der Mindestsicherung, was zu weiteren
Belastungen führen wird. Doch über Reformen wird offenbar nicht
einmal nachgedacht. Ist schon Kärnten mit der fatalen
Hypo--Geschichte ein finanzieller Klotz am Bein von Rest-Österreich,
so gruselt es jeden Steuerzahler zunehmend auch beim Blick auf Wien.
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