- 15.06.2016, 17:23:39
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Huainigg: Zugang zu Bildung und Arbeitsmarkt ist wichtige Voraussetzung für Integration
Deutsch lernen im verpflichtenden Kindergartenjahr
Utl.: Deutsch lernen im verpflichtenden Kindergartenjahr =
Wien (OTS/ÖVP-PK) - „Für eine erfolgreiche Integration sind die
Zugewanderten ebenso verantwortlich wie wir als Zielgesellschaft.
,Platz machen‘ ist die Voraussetzung für das ,Platz nehmen‘“, sagte
ÖVP-Abg. Dr. Franz-Joseph Huainigg bei einer Buchpräsentation des
Instituts für Umwelt, Friede und Entwicklung gemeinsam mit dem
ÖVP-Parlamentsklub, die am Montag, 13. Juni, im Parlament stattfand.
Es wurden neun best-practice-Beispiele zum Thema Integration
vorgestellt und diskutiert. Eine zentrale Forderung ist, dass für
Asylwerber/innen der Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert werden muss.
Genau dies sieht die bei der heutigen Plenarsitzung diskutierte
Regierungsvorlage eines Anerkennungs- und Bewertungsgesetzes vor.
Huainigg, Sprecher für Internationale Zusammenarbeit der ÖVP, sagt:
„Stoßrichtung des Anerkennungs- und Bewertungsgesetzes ist es,
Personen mit im Ausland erworbenen Qualifikationen, die in Österreich
arbeiten wollen und können, durch ein beschleunigtes Verfahren einen
rascheren Einstieg in den heimischen Arbeitsmarkt zu ermöglichen.
Geplant ist zudem der Ausbau der bestehenden Beratungseinrichtungen,
um der Zielgruppe bereits vor Stellung des Antrags umfassende
Informationen zu geben und dadurch Migrant/innen bei der
qualifikationsadäquaten Integration in den österreichischen
Arbeitsmarkt zu unterstützen“.
Eine grundlegende Voraussetzung für die Integration von Migrant/innen
im Arbeitsmarkt ist die gemeinsame Sprache. „Mir berichtete eine
Volksschuldirektorin aus Wien, dass es an ihrer Schule Klassen gebe,
in denen fast kein Kind die deutsche Sprache beherrsche, da in den
Kindergartengruppen nur Türkisch gesprochen und nicht Deutsch gelehrt
würde. Daher fordere ich, dass im verpflichtenden Kindergartenjahr in
Kindergärten und Kindergartengruppen Deutsch gelernt und gesprochen
werden muss. Das ist die Basis für den weiteren Bildungs- und
Berufsweg und damit für die Ermöglichung von Integration in die
Gesellschaft“, sagt Huainigg.
Huainigg betont, dass Europa an der Beseitigung der Fluchtursachen
durch Entwicklungszusammenarbeit (EZA) mitwirken muss und begrüßt,
dass das Budget für bilaterale EZA in den nächsten Jahren verdoppelt
wird. „Man muss den Menschen Lebensperspektiven in ihren
Heimatländern geben, damit sie sich erst gar nicht auf die
gefährliche Flucht nach Europa machen müssen“, so Huainigg und fügt
hinzu: „Die schrecklichen Tragödien im Mittelmeer zeigen uns, dass
wir aktiv gegen die verbrecherische Schlepperei vorgehen müssen. Das
tun wir am besten, indem wir gemeinsam mit dem UNHCR in den
Konfliktherden oder an deren Peripherie (Nordafrika), spätestens
jedoch an der EU-Außengrenze Auffangzentren betreiben, aus denen
international Schubberechtigte nach Europa „resettelt“ werden.
Dadurch hätten Verfolgte die Möglichkeit, auf sicherem Wege nach
Österreich zu kommen, wir könnten die Zuwanderung besser regulieren
und kontrollieren und Vorbereitungen für die Integrationsmaßnahmen
treffen. Ein weiterer großer Vorteil dieser Resettlement-Programme
wäre, dass wir nicht die Schlepper entscheiden lassen, wer zu uns
kommt und wer nicht.“
Huainigg, der auch ÖVP-Sprecher für Menschen mit Behinderung ist,
fügt hinzu: „Gerade Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, schwache
und alte Menschen bleiben in Kriegsgebieten vor Ort zurück, da sie
oftmals nicht die Kraft und die Möglichkeiten haben, sich auf den Weg
in ein sicheres Land zu machen. Wir müssen bei politischer Verfolgung
auch diesen Menschen Schutz und Sicherheit bieten!“
„So wie für BM Kurz sind für mich drei Punkte zentral: Erstens müssen
wir den Menschen vor Ort durch EZA Lebensperspektiven geben. Zweitens
ist es notwendig, den Schleppern ihr lebensgefährliches Handwerk zu
legen. Und drittens müssen wir den Verfolgten die Möglichkeit bieten,
sicher nach Österreich zu kommen und sich hier dank Sprach-,
Bildungs- und Arbeitsmarktprogrammen ein neues Leben aufzubauen“, so
Huainigg abschließend.
(Schluss)
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