- 14.06.2016, 14:31:26
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Fischer und Schönborn betonen Miteinander von Staat und Kirche
Scheidendes Staatsoberhaupt auf Abschiedsbesuch bei Bischofskonferenz in Mariazell
Utl.: Scheidendes Staatsoberhaupt auf Abschiedsbesuch bei
Bischofskonferenz in Mariazell =
Mariazell (KAP) - Kardinal Christoph Schönborn und Bundespräsident
Heinz Fischer haben das gute Miteinander von Staat und Kirche in
Österreich bekräftigt. Der scheidende Präsident stattete am Dienstag
der derzeit in Mariazell tagenden Bischofskonferenz einen
Abschiedsbesuch ab. Kardinal Schönborn dankte Fischer im Namen der
heimischen Bischöfe für dessen vielfältigen Einsatz und die guten
Staat-Kirche-Beziehungen. Er habe sich in seiner Amtszeit stets sehr
bewusst um ein solches gutes Verhältnis bemüht, erwiderte Fischer.
Nachsatz: "Und das ist mir sehr leicht gefallen."
Gute Beziehungen zwischen Staat und Kirche seien keine
Selbstverständlichkeit, "es gab auch dunkle Zeiten" sagte Schönborn
im Blick zurück in die Geschichte. Kardinal Franz König, der mit
Mariazell sehr verbunden ist, habe dann aber viel zu diesem guten
Verhältnis beigetragen. "Sie, Herr Bundespräsident, haben diese Erbe
von Kardinal König gepflegt und weitergetragen", würdigte Schönborn
den Präsidenten.
Der Kardinal lobte Fischer weiters vor allem auch als Brückenbauer -
in Österreich und über die österreichischen Grenzen hinaus. "Sie
haben Brücken geschlagen und diese Brückenfunktion gelebt", so der
Kardinal wörtlich. Was Papst Johannes Paul II. einst über Österreich
sagte, habe sich Fischer zu Herzen genommen und umgesetzt:
"Österreich ist wieder in die Herzmitte Europas zurückgekehrt."
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz lobte Fischer auch für seine
integrative Kraft nach innen. Dieser habe stets versucht, verbindend
zu wirken. Der Bundespräsident habe in beeindruckender Weise
vorgelebt, dass man Menschen nicht in Kategorien einteilen solle:
"Den Menschen als Menschen sehen - das haben Sie vermittelt."
"Religion hat ihren Wert"
Der Wert der Religion für Stabilität und eine "gute und gesunde
Entwicklung" des Staat sei evident, sagte Bundespräsident Fischer in
seiner Ansprache. "Kirchen und Religionen tun sehr viel, damit
Menschen Halt im Leben finden. Religion hat ihren Wert, wer das nicht
sieht, hat kein volles Bild von der Wirklichkeit", so der
Bundespräsident.
Er habe sich in großen Fragen nie mit Kardinal Schönborn abgestimmt,
sagte der Präsident: "Wenn man aber beispielsweise in der
Flüchtlingsthematik nachdenkt und erkennt, dass es dabei immer um
Menschen geht, dann erkennt man Gemeinsamkeiten." Er wolle der Kirche
vor allem für ihren Dienst an jenen Menschen danken, die Hilfe
brauchen.
Fotos von der Begegnung von Bundespräsident Fischer mit den Bischöfen
in Kürze unter www.kathpress.at/foto.
((ende)) PWU/GPU/RME
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