• 13.06.2016, 11:57:23
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Schwedenplatz Neu: Das Siegerprojekt steht fest

Mehr Grün, mehr Übersicht, mehr Platz

Utl.: Mehr Grün, mehr Übersicht, mehr Platz =

Wien (OTS) - In der Preisgerichtssitzung vom 24. Mai 2016 wurde der
im September 2015 EU-weit ausgelobte zweistufige
Realisierungswettbewerb mit der Auswahl des Siegerprojektes für die
Neugestaltung des Schwedenplatzes abgeschlossen. Insgesamt hatten
sich am Wettbewerbsverfahren 60 PlanerInnenteams aus Österreich,
Deutschland, Frankreich, Großbritannien und der Schweiz beteiligt.
Durch das Preisgericht unter dem Vorsitz der deutschen Stadtplanerin
Prof. Dipl.Ing.in Christa Reicher und des renommierten Schweizer
Landschaftsarchitekten Dipl.Ing. Guido Hager wurde der
Wettbewerbsbeitrag des Münchner Büros "realgrün
Landschaftsarchitekten GbR", unterstützt durch die Bauingenieure "FCP
Fritsch, Chiari & Partner ZT GmbH", zum Sieger erklärt.

"Der Schwedenplatz bekommt ein neues Gesicht. Mit dem jetzigen
Vorschlag ist es gelungen, die Wünsche der BürgerInnen weitgehend
einfließen zu lassen und den Schwedenplatz zu einem attraktiven und
nutzbaren Platz zu machen: Mehr Grün, mehr Übersicht, mehr Platz", so
Maria Vassilakou, Wiener Vizebürgermeisterin.

"Der Schwedenplatz erfüllt vielfältige Aufgaben: Er ist Eintrittstor
für Touristen, Drehscheibe für Arbeitnehmer und Wirtschaftsraum für
Unternehmer. Insbesondere ist er aber auch Lebensraum für uns
Bewohnerinnen und Bewohner. Diesen Anforderungen muss die
Neugestaltung Rechnung tragen. Daher war es mir wichtig, dass die
Anliegen der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der Inneren Stadt
besonders Berücksichtigung finden. Mit dem vorliegenden Modell haben
wir das Potential, diesen Ansprüchen gerecht zu werden", betont
Bezirksvorsteher MMag. Markus Figl.

Der Projektbeitrag des siegreichen Münchner Planungsteams "realgrün"
besticht durch eine klare räumliche Zonierung des gesamten Platzraums
zwischen dem Leopold-Figl-Hof im Westen und der Postgasse im Osten
und die konsequente Umsetzung des selbst gestellten Zieles, den
"Platz aufzuräumen". Insbesondere aber wurde dem Wunsch der
BürgerInnen gefolgt, den Anteil an nutzbaren Grünbereichen im Bereich
des Morzinplatzes zu erhöhen. Um dem gemeinsamen Ziel nach mehr
Übersicht gerecht zu werden, ist zudem ein Aufräumen der vorhandenen
Aufbauten, Schanigärten und Kioske vorgesehen.

Angeboten werden im Westen des Platzraums zwei großzügige
Rasenflächen, von denen die westliche geringfügig höher gesetzt wird,
einen Gedenkort vor dem Leopold-Figl-Hof topographisch fasst und im
Bereich der randlichen Einfassungen in größerer Zahl
Sitzmöglichkeiten anbietet, während das östliche Rasenstück
niveaugleich ausgebildet werden soll. Intendiert wird eine - in
zahlreichen europäischen Städten bereits erprobte und bewährte -
freie Bestuhlung der Rasenflächen.

Ein raumübergreifender Baumfilter, ausgebildet mit markanten, in
besonderer Weise stadtklimaresistenten Ginkgo-Bäumen, in einem
dichten hainartigen Muster entlang des Franz-Josefs-Kais, ein
durchgehender großzügiger Boulevard entlang der Innenstadtkante sowie
auch die NEU-Interpretation des Platzes vor der Ruprechtskirche als
räumlich eigenständiger Rückzugsraum, stellen wesentliche
Projektcharakteristika dar.

Insgesamt werden mehr als 3.300 Quadratmeter an nutzbaren Grünflächen
angeboten, sollen insgesamt 160 Bäume neu gepflanzt werden und werden
im Bereich der Sitzmauern wie auch über ergänzende Sitzmöbel im
Bereich der Rasen- und Platzflächen attraktive Aufenthaltsbereiche in
adäquater Menge angeboten, die dem Anspruch "Platz für alle" zu
bieten gerecht werden.
Mit diesen Projektmerkmalen folgt der Wettbewerbsbeitrag konsequent
den Zielen aus den vorhergehenden BürgerInnenbeteiligungsphasen,
erfüllt den Wunsch nach ausreichendem erlebbaren wie auch nutzbaren
Grün im Platzbereich, genügt dem Ziel einer adäquaten Abschirmung des
Platzraums gegenüber dem Verkehrsband des Franz-Josefs-Kais,
berücksichtigt die Notwendigkeit der Ausbildung ausreichend
dimensionierter Flanier- und Bewegungszonen insbesondere im Bereich
der U-Bahn-Station Schwedenplatz, wertet bis dato vernachlässigten
Platzzonen (Gedenkort Morzinplatz, Platz vor Ruprechtskirche,
Platzbereich vor Hotel Capricorno) wesentlich auf und bindet diese
schlüssig in das Gesamtkonzept für den Raum Schwedenplatz /
Morzinplatz ein.

Auch weist das Gestaltungskonzept gewünschte Entwicklungspotentiale
auf, die es nicht zuletzt im Rahmen kommender
BürgerInnenbeteiligungsschritte zu nutzen gilt. Eine wesentliche
Projektqualität stellt zudem der Umstand dar, dass bereits in einer
ersten Realisierungsphase - vor der langfristig angedachten
Absiedelung der örtlichen Tankstelle und des bestehenden gewerblich
genutzten Busparkplatzes und einer Verlegung der Straßenbahngleise
zum Straßenraum des Franz-Josefs-Kais - ein Großteil des Konzeptes
einschließlich der großzügigen bespielbaren Grünbereiche umgesetzt
werden können.

Zeitplan

Noch in dieser Woche wird der Spatenstich für die Neugestaltung des
Stephansplatzes erfolgen. Erst nach Fertigstellung des
Stephansplatzes kann mit der Umgestaltung des Schwedenplatzes
begonnen werden. Daher ist der frühestmögliche Baubeginn für den
Schwedenplatz das Jahr 2018.

Breites Beteiligungsverfahren im Vorfeld

Dem Wettbewerbsentscheid war ein intensiver Diskussions- und
Beteiligungsprozess vorausgegangen. In den Jahren 2012 und 2013 war
der Schwedenplatz einschließlich des Bereichs Morzinplatz Gegenstand
einer breiten Leitbilddiskussion, in deren Rahmen neben
PolitikerInnen, VertreterInnen der tangierten Dienststellen der Stadt
Wien und InteressensvertreterInnen in erster Linie auch die
planungsbetroffenen AnrainerInnen und BürgerInnen zur Wort kamen.
Ergebnis dieses partizipativen Prozesses war ein breit akkordiertes
Leitbild für den Schwedenplatz / Morzinplatz, das allen weiteren
Planungsschritten zugrunde gelegt werden konnte. Daneben zeigten eine
Funktions- und Sozialraumanalyse und Verkehrsuntersuchungen nicht nur
die aktuellen Stärken und Schwächen, sondern besonders auch konkrete
Entwicklungsperspektiven und Potentiale des Raumes aus
sozialräumlicher wie auch verkehrlicher Sicht auf.

Nachdem im "Leitbild Zukunft Schwedenplatz" die Vorgaben und
generellen Ziele für eine Neugestaltung des Schwedenplatzes definiert
waren, galt es diese im Rahmen eines kooperativen Verfahrens unter
Beteiligung von Stadt- und BezirkspolitikerInnen,
InteressensvertreterInnen, VertreterInnen tangierter
Fachdienststellen der Stadt Wien und zugeladenen FachexpertInnen
au((f))S den Gebieten Architektur und Stadtplanung, Verkehrsplanung,
Grün- und Freiraumplanung sowie Soziologie in mehreren ganztägigen
Workshops im Frühjahr 2015 soweit zu präzisieren und räumlich zu
konkretisieren, dass diese dem EU-weit ausgelobten zweistufigen
Realisierungswettbewerb zugrunde gelegt werden konnten.

Für den im September 2015 ausgelobten Realisierungswettbewerb waren
in diesem Sinn Ziele und Vorgaben klar definiert. In Kooperation mit
der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten wurde für das
Wettbewerbsverfahren - den 2012 begonnenen Partizipationsprozess
fortschreibend – erstmals in Österreich der Weg gewählt, unter
Wahrung der Anonymität der WettbewerbsteilnehmerInnen zwischen erster
und zweiter Wettbewerbsstufe eine BürgerInnenbeteiligungsphase
zwischenzuschalten und die Kommentare der BürgerInnen über
Empfehlungen des Preisgerichts an die zur 2. Wettbewerbsstufe
eingeladenen Büros weiterzuleiten. Zusätzlich brachte sich die
Bezirksvertretung aktiv in den Planungsprozess ein und fasste einen
einstimmigen Beschluss mit Gestaltungsgrundlagen.

2.302 BesucherInnen der Ausstellung vor Ort, 509 ausgefüllte
Fragebögen und insgesamt 716 Onlinekommentare bestätigten das hohe
öffentliche Interesse an der Neugestaltung des Platzraumes und auch
die Bereitschaft der WienerInnen, sich aktiv in Stadtplanungsprozesse
einzubringen. Von einer Mehrzahl an BürgerInnen wurde dabei eine
parkartige Gestaltung des Bereichs westlich der Rotenturmstraße, ein
möglichst hoher Anteil erlebbaren wie auch nutzbaren Grüns und eine
verbesserte Abschirmung des Platzraums gegenüber dem tangierenden
Verkehrsraum gewünscht.
Die Ergebnisse dieses Beteiligungsprozesses waren eine wesentliche
Grundlage für konkrete Empfehlungen des Preisgerichts an die 6
TeilnehmerInnen der 2. Wettbewerbsstufe wie auch für die Auswahl des
Siegerprojektes.

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