• 13.06.2016, 10:00:01
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Ö1-Schwerpunkt zum 90. Geburtstag Ingeborg Bachmanns und zum 40-jährigen Jubiläum des Ingeborg-Bachmann-Preises

3sat überträgt live von den 40. Tagen der deutschsprachigen Literatur und ORF 2 sendet zwei Bachmann-Dokus

Utl.: 3sat überträgt live von den 40. Tagen der deutschsprachigen
Literatur und ORF 2 sendet zwei Bachmann-Dokus =

Wien (OTS) - Der Geburtstag der der österreichischen Schriftstellerin
Ingeborg Bachmann jährt sich am 25. Juni zum 90. Mal und der nach ihr
benannte Bachmann-Preis begeht heuer 40-jähriges Jubiläum. Aus diesem
Anlass findet im ORF-RadioKulturhaus am 16. Juni eine
Diskussionsveranstaltung statt und Ö1 widmet der Dichterin von 20.
Juni bis 4. Juli einen Schwerpunkt mit 13 Sendungen. Das Programm im
Detail ist abrufbar unter http://oe1.orf.at/ingeborgbachmann. In ORF
2 sind zwei Bachmann-Dokus zu sehen und 3sat überträgt live von den
40. Tagen der deutschsprachigen Literatur die Lesungen,
Publikumsdiskussionen sowie die Preisverleihung.

Den Auftakt des Ö1-Schwerpunktes macht eine Veranstaltung im
ORF-RadioKulturhaus am Donnerstag, den 16. Juni ab 19.30 Uhr: „Es
kommen härtere Tage. 90 Jahre Ingeborg Bachmann. Eine Diskussion“.
Bachmann prägte mehrere Generationen von Autorinnen und Autoren. Was
bedeutet uns Ingeborg Bachmann heute? Über diese und andere Fragen
diskutieren Heinz Bachmann (Bruder und Nachlassverwalter), Ruth
Beckermann (Autorin und Filmschaffende), Nadine Kegele (Autorin),
Lothar Knessl (Musikwissenschaftler und Musikjournalist) und Michaela
Monschein (Kulturredakteurin ORF). Den Mitschnitt der Veranstaltung
sendet Ö1 am Montag, den 20. Juni ab 16.00 Uhr in den „Passagen“.

Von Montag, den 20. bis Samstag, den 25. Juni heißt es in den
„Gedanken für den Tag“ (6.56 Uhr) „Wenn endlich endlich kommt.“ Der
Theologe und Psychotherapeut Arnold Mettnitzer spricht darüber, was
ihm Ingeborg Bachmanns Dichtung bedeutet. Im Rahmen der „Texte“
(21.40 Uhr) am 20. Juni liest Petra Staduan aus „Flügel, die mir
wuchsen, weil ich fiel“ von Nadine Kegele. Die Vorarlberger Autorin
Kegele, Jahrgang 1980, schrieb einen dichten, geheimnisvollen und
eigenwilligen Text mit vielen Verweisen auf Ingeborg Bachmann und mit
„Einwebungen“ von Motiven aus dem Werk der Kärntner Dichterin.

Unter dem Titel „Ersehnte Gemeinsamkeit: Hans Werner Henze und
Ingeborg Bachmann“ beschäftigt sich „Zeit-Ton“ am Dienstag, den 21.
Juni um 23.08 Uhr mit der künstlerisch wie persönlich höchst
intensiven Beziehung zwischen dem deutschen Komponisten Hans Werner
Henze und Ingeborg Bachmann. Gemeinsam war ihnen die Liebe zu
Italien, wo beide lebten. Geblieben sind Libretti zu musikalischen
Bühnenwerken Henzes, sowie beeindruckende Vertonungen Bachmann‘scher
Literatur.

Die „Beispiele“ (11.40 Uhr) senden am Freitag, den 24. Juni ein
rares Zeitdokument, das die überraschend jugendliche Stimme und die
typisch schwebende Modulation der 1973 verstorbenen Dichterin wieder
in Erinnerung ruft: Ingeborg Bachmann liest ihre Erzählung „Alles“.

Die „Hörspiel-Galerie“ bringt am Samstag, den 25. Juni (14.00 Uhr)
ein Stück Radiogeschichte aus dem Jahr 1952: „Ein Geschäft mit
Träumen“, Ingeborg Bachmanns erstes Hörspiel, basierend auf einer
kurz davor entstandenen Erzählung. Nach Abschluss ihres Studiums
arbeitete die junge Schriftstellerin im Script Department des von den
USA kontrollierten Nachkriegssenders „Rot-Weiß-Rot“ in Wien. Und dort
wurde auch der Genre-Erstling der damals 26-jährigen produziert.
Unter der Regie von Walter Davy wirkten Wolf Neuber (Laurenz), Traute
Servi (Anna), Eric Frey (Herr Mandl), Ulrich Bettac (Der
Generaldirektor) und Erich Schenk (Der Verkäufer der Träume) mit.

„... Nichts Schönres unter der Sonne als unter der Sonne zu sein
...“ lautet der Titel von „Du holde Kunst“ am Sonntag, den 26. Juni
ab 8.15 Uhr in Ö1. Im Spätsommer 1953 verlässt Ingeborg Bachmann das
beklemmende Nachkriegsösterreich und übersiedelt auf Einladung des
Komponisten Hans Werner Henze auf die Insel Ischia. Italien, ihr
„erstgeborenes Land“, wird zur Absprungrampe in eine produktive und
erfolgreiche Schaffens- und Lebensphase. Auf Ischia entstehen die
meisten der Gedichte von Bachmanns zweitem Lyrikband „Anrufung des
Großen Bären“, dem alle Gedichte dieser Ausgabe von „Du holde Kunst“
entnommen sind.

Von Montag, den 27. Juni bis Montag, den 4. Juli steht die
Ö1-Literaturleiste um 11.40 Uhr ganz im Zeichen von „40 Jahre
Ingeborg-Bachmann-Preis“ und bringt von den Autor/innen gelesene
Siegertexte. Am Montag, den 27. Juni steht „Erster Entwurf zum Beginn
einer sehr langen Erzählung“ auf dem Programm. Der 31-jährige
Kärntner Autor Gert Jonke errang 1977 mit diesem Text den damals neu
begründeten Ingeborg-Bachmann-Preis. Der Juryvorsitzende Marcel
Reich-Ranicki meinte, man wolle mit dem neuen Wettbewerb „der
Öffentlichkeit zur Literatur und der Literatur zur Öffentlichkeit
verhelfen“. Am Dienstag, den 28. Juni liest Sten Nadolny „Kopenhagen
1801“. Als „genial“, „bravourös“ und „faszinierend“ bezeichnete die
Wettbewerbsjury 1980 den Text von Nadolny, das fünfte Kapitel des
späteren Roman-Bestsellers „Die Entdeckung der Langsamkeit“. Das
Preisgeld teilte der Autor unter seinen Mitbewerber/innen auf, um,
wie er sagte, „den Wettbewerb zu entbittern“. „Das Muschelessen“ von
Birgit Vanderbeke wird am Mittwoch, den 29. Juni gesendet. Völlig
unerwartet gewann die damals noch unbekannte bundesdeutsche Autorin
Vanderbeke mit dieser leichthändig beschriebenen antibürgerlichen
Revolte den Ingeborg-Bachmann-Preis im Jahr 1990. Zwei Favoriten
mussten disqualifiziert werden, weil die von ihnen präsentierten
Texte statutenwidrig schon zuvor publiziert worden waren. Am
Donnerstag, den 30. Juni ist eine Aufnahme aus dem Jahr 1999 zu
hören: Terézia Mora liest „Der Fall Ophelia“: Das vom Schwimmlehrer
Ophelia genannte Mädchen muss bestehen - gegen feindselige
Nachbarskinder ebenso wie gegen übergriffige Erwachsene. Sie ist
sportlich und widerständig, aber sie ist eine Fremde, und bei ihr
zuhause spricht man anders als im Dorf. Der auf Deutsch schreibenden
ungarischen Autorin Terézia Mora ist das berührende Psychogramm eines
einsamen und klugen Mädchens gelungen. Maja Haderlaps „Im Kessel“ aus
dem Jahr 2011 wird am Freitag, den 1. Juli gesendet. Die Geschichte
der Kärntner Slowenen aus dem Blickwinkel eines Kindes, der Wald als
immer noch bedrohlicher Ort früherer Partisanenkämpfe, und die
Erinnerungen mehrerer Generationen an eine Zeit, die auf schmerzliche
Weise noch nicht vorüber ist: Mit diesem Auszug aus ihrem später
erschienenen Roman „Engel des Vergessens“ hat Maja Haderlap der
Kärntner Minderheit auf beeindruckende Weise eine Stimme gegeben. Den
Abschluss des Ö1-Schwerpunktes macht am Montag, den 4. Juli (11.40
Uhr) der Siegertext des Ingeborg-Bachmann-Preises 2016. Das
detaillierte Programm ist abrufbar unter
http://oe1.orf.at/ingeborgbachmann.

Ingeborg Bachmann in ORF 2 und 3sat

Der „Kulturmontag“ bringt am 20. Juni ab 22.30 Uhr in ORF 2 die
Doku „Ähnlichkeiten mit Ingeborg Bachmann“ zum 90. Geburtstag der
Kärntner Schriftstellerin. Zur Einstimmung auf den 40. Bachmann-Preis
ist am Sonntag, den 26. Juni ab 10.00 Uhr in ORF 2 die
ORF-Kärnten-Produktion „Tabula Rasa – 40 Jahre
Ingeborg-Bachmann-Preis“ zu sehen (Die Langfassung mit dem Untertitel
„Ingeborg Bachmann und das große Wettlesen in Klagenfurt“ sendet 3sat
am Sonntag, den 3. Juli ab 10.15 Uhr.). Die von Christian Ankowitsch
moderierte Sendung „les.art“ zum Bachmannpreis präsentiert am Montag,
den 4. Juli (23.25 Uhr, ORF 2) den/die frischgekürte/n
Preisträger/in.

Die 40. Tage der deutschsprachigen Literatur, in deren Rahmen der
renommierte Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt vergeben wird,
dominieren von 30. Juni bis 3. Juli das 3sat-Programm (ab 10.00 Uhr,
am Finaltag ab 11.00 Uhr). Die Lesungen, Publikumsdiskussionen sowie
die Preisverleihung werden live übertragen. Moderator ist auch hier
Christian Ankowitsch, aus dem Garten des Landesstudios meldet sich
Zita Bereuter mit Live-Interviews.

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