Ö1-Schwerpunkt zum 90. Geburtstag Ingeborg Bachmanns und zum 40-jährigen Jubiläum des Ingeborg-Bachmann-Preises

3sat überträgt live von den 40. Tagen der deutschsprachigen Literatur und ORF 2 sendet zwei Bachmann-Dokus

Wien (OTS) - Der Geburtstag der der österreichischen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann jährt sich am 25. Juni zum 90. Mal und der nach ihr benannte Bachmann-Preis begeht heuer 40-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass findet im ORF-RadioKulturhaus am 16. Juni eine Diskussionsveranstaltung statt und Ö1 widmet der Dichterin von 20. Juni bis 4. Juli einen Schwerpunkt mit 13 Sendungen. Das Programm im Detail ist abrufbar unter http://oe1.orf.at/ingeborgbachmann. In ORF 2 sind zwei Bachmann-Dokus zu sehen und 3sat überträgt live von den 40. Tagen der deutschsprachigen Literatur die Lesungen, Publikumsdiskussionen sowie die Preisverleihung.

Den Auftakt des Ö1-Schwerpunktes macht eine Veranstaltung im ORF-RadioKulturhaus am Donnerstag, den 16. Juni ab 19.30 Uhr: „Es kommen härtere Tage. 90 Jahre Ingeborg Bachmann. Eine Diskussion“. Bachmann prägte mehrere Generationen von Autorinnen und Autoren. Was bedeutet uns Ingeborg Bachmann heute? Über diese und andere Fragen diskutieren Heinz Bachmann (Bruder und Nachlassverwalter), Ruth Beckermann (Autorin und Filmschaffende), Nadine Kegele (Autorin), Lothar Knessl (Musikwissenschaftler und Musikjournalist) und Michaela Monschein (Kulturredakteurin ORF). Den Mitschnitt der Veranstaltung sendet Ö1 am Montag, den 20. Juni ab 16.00 Uhr in den „Passagen“.

Von Montag, den 20. bis Samstag, den 25. Juni heißt es in den „Gedanken für den Tag“ (6.56 Uhr) „Wenn endlich endlich kommt.“ Der Theologe und Psychotherapeut Arnold Mettnitzer spricht darüber, was ihm Ingeborg Bachmanns Dichtung bedeutet. Im Rahmen der „Texte“ (21.40 Uhr) am 20. Juni liest Petra Staduan aus „Flügel, die mir wuchsen, weil ich fiel“ von Nadine Kegele. Die Vorarlberger Autorin Kegele, Jahrgang 1980, schrieb einen dichten, geheimnisvollen und eigenwilligen Text mit vielen Verweisen auf Ingeborg Bachmann und mit „Einwebungen“ von Motiven aus dem Werk der Kärntner Dichterin.

Unter dem Titel „Ersehnte Gemeinsamkeit: Hans Werner Henze und Ingeborg Bachmann“ beschäftigt sich „Zeit-Ton“ am Dienstag, den 21. Juni um 23.08 Uhr mit der künstlerisch wie persönlich höchst intensiven Beziehung zwischen dem deutschen Komponisten Hans Werner Henze und Ingeborg Bachmann. Gemeinsam war ihnen die Liebe zu Italien, wo beide lebten. Geblieben sind Libretti zu musikalischen Bühnenwerken Henzes, sowie beeindruckende Vertonungen Bachmann‘scher Literatur.

Die „Beispiele“ (11.40 Uhr) senden am Freitag, den 24. Juni ein rares Zeitdokument, das die überraschend jugendliche Stimme und die typisch schwebende Modulation der 1973 verstorbenen Dichterin wieder in Erinnerung ruft: Ingeborg Bachmann liest ihre Erzählung „Alles“.

Die „Hörspiel-Galerie“ bringt am Samstag, den 25. Juni (14.00 Uhr) ein Stück Radiogeschichte aus dem Jahr 1952: „Ein Geschäft mit Träumen“, Ingeborg Bachmanns erstes Hörspiel, basierend auf einer kurz davor entstandenen Erzählung. Nach Abschluss ihres Studiums arbeitete die junge Schriftstellerin im Script Department des von den USA kontrollierten Nachkriegssenders „Rot-Weiß-Rot“ in Wien. Und dort wurde auch der Genre-Erstling der damals 26-jährigen produziert. Unter der Regie von Walter Davy wirkten Wolf Neuber (Laurenz), Traute Servi (Anna), Eric Frey (Herr Mandl), Ulrich Bettac (Der Generaldirektor) und Erich Schenk (Der Verkäufer der Träume) mit.

„... Nichts Schönres unter der Sonne als unter der Sonne zu sein ...“ lautet der Titel von „Du holde Kunst“ am Sonntag, den 26. Juni ab 8.15 Uhr in Ö1. Im Spätsommer 1953 verlässt Ingeborg Bachmann das beklemmende Nachkriegsösterreich und übersiedelt auf Einladung des Komponisten Hans Werner Henze auf die Insel Ischia. Italien, ihr „erstgeborenes Land“, wird zur Absprungrampe in eine produktive und erfolgreiche Schaffens- und Lebensphase. Auf Ischia entstehen die meisten der Gedichte von Bachmanns zweitem Lyrikband „Anrufung des Großen Bären“, dem alle Gedichte dieser Ausgabe von „Du holde Kunst“ entnommen sind.

Von Montag, den 27. Juni bis Montag, den 4. Juli steht die Ö1-Literaturleiste um 11.40 Uhr ganz im Zeichen von „40 Jahre Ingeborg-Bachmann-Preis“ und bringt von den Autor/innen gelesene Siegertexte. Am Montag, den 27. Juni steht „Erster Entwurf zum Beginn einer sehr langen Erzählung“ auf dem Programm. Der 31-jährige Kärntner Autor Gert Jonke errang 1977 mit diesem Text den damals neu begründeten Ingeborg-Bachmann-Preis. Der Juryvorsitzende Marcel Reich-Ranicki meinte, man wolle mit dem neuen Wettbewerb „der Öffentlichkeit zur Literatur und der Literatur zur Öffentlichkeit verhelfen“. Am Dienstag, den 28. Juni liest Sten Nadolny „Kopenhagen 1801“. Als „genial“, „bravourös“ und „faszinierend“ bezeichnete die Wettbewerbsjury 1980 den Text von Nadolny, das fünfte Kapitel des späteren Roman-Bestsellers „Die Entdeckung der Langsamkeit“. Das Preisgeld teilte der Autor unter seinen Mitbewerber/innen auf, um, wie er sagte, „den Wettbewerb zu entbittern“. „Das Muschelessen“ von Birgit Vanderbeke wird am Mittwoch, den 29. Juni gesendet. Völlig unerwartet gewann die damals noch unbekannte bundesdeutsche Autorin Vanderbeke mit dieser leichthändig beschriebenen antibürgerlichen Revolte den Ingeborg-Bachmann-Preis im Jahr 1990. Zwei Favoriten mussten disqualifiziert werden, weil die von ihnen präsentierten Texte statutenwidrig schon zuvor publiziert worden waren. Am Donnerstag, den 30. Juni ist eine Aufnahme aus dem Jahr 1999 zu hören: Terézia Mora liest „Der Fall Ophelia“: Das vom Schwimmlehrer Ophelia genannte Mädchen muss bestehen - gegen feindselige Nachbarskinder ebenso wie gegen übergriffige Erwachsene. Sie ist sportlich und widerständig, aber sie ist eine Fremde, und bei ihr zuhause spricht man anders als im Dorf. Der auf Deutsch schreibenden ungarischen Autorin Terézia Mora ist das berührende Psychogramm eines einsamen und klugen Mädchens gelungen. Maja Haderlaps „Im Kessel“ aus dem Jahr 2011 wird am Freitag, den 1. Juli gesendet. Die Geschichte der Kärntner Slowenen aus dem Blickwinkel eines Kindes, der Wald als immer noch bedrohlicher Ort früherer Partisanenkämpfe, und die Erinnerungen mehrerer Generationen an eine Zeit, die auf schmerzliche Weise noch nicht vorüber ist: Mit diesem Auszug aus ihrem später erschienenen Roman „Engel des Vergessens“ hat Maja Haderlap der Kärntner Minderheit auf beeindruckende Weise eine Stimme gegeben. Den Abschluss des Ö1-Schwerpunktes macht am Montag, den 4. Juli (11.40 Uhr) der Siegertext des Ingeborg-Bachmann-Preises 2016. Das detaillierte Programm ist abrufbar unter
http://oe1.orf.at/ingeborgbachmann.

Ingeborg Bachmann in ORF 2 und 3sat

Der „Kulturmontag“ bringt am 20. Juni ab 22.30 Uhr in ORF 2 die Doku „Ähnlichkeiten mit Ingeborg Bachmann“ zum 90. Geburtstag der Kärntner Schriftstellerin. Zur Einstimmung auf den 40. Bachmann-Preis ist am Sonntag, den 26. Juni ab 10.00 Uhr in ORF 2 die ORF-Kärnten-Produktion „Tabula Rasa – 40 Jahre Ingeborg-Bachmann-Preis“ zu sehen (Die Langfassung mit dem Untertitel „Ingeborg Bachmann und das große Wettlesen in Klagenfurt“ sendet 3sat am Sonntag, den 3. Juli ab 10.15 Uhr.). Die von Christian Ankowitsch moderierte Sendung „les.art“ zum Bachmannpreis präsentiert am Montag, den 4. Juli (23.25 Uhr, ORF 2) den/die frischgekürte/n Preisträger/in.

Die 40. Tage der deutschsprachigen Literatur, in deren Rahmen der renommierte Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt vergeben wird, dominieren von 30. Juni bis 3. Juli das 3sat-Programm (ab 10.00 Uhr, am Finaltag ab 11.00 Uhr). Die Lesungen, Publikumsdiskussionen sowie die Preisverleihung werden live übertragen. Moderator ist auch hier Christian Ankowitsch, aus dem Garten des Landesstudios meldet sich Zita Bereuter mit Live-Interviews.

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