• 13.06.2016, 09:30:16
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Mehlschwalben – bitte melden!

Brutplätze können nun ganz einfach mit einer App an die Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22 bekannt gegeben werden

Utl.: Brutplätze können nun ganz einfach mit einer App an die Wiener
Umweltschutzabteilung – MA 22 bekannt gegeben werden =

Wien (OTS) - Neststandorte von Mehlschwalben gesucht! Die Wiener
Umweltschutzabteilung – MA 22 bittet um Meldungen über Brutplätze von
Mehlschwalben in der Bundeshauptstadt: Gefragt sind dabei nicht nur
deren Standorte, sondern auch der Zustand der Nester, Details zur
Brut und vor allem Sichtungen von Mehlschwalben, die gerade Material
für den Nestbau sammeln. Beobachtungen können über die Plattform
naturgucker.at oder mithilfe zweier neuer Apps gemeldet werden.

Die Mehlschwalbe (Delichon urbicum)

Mehlschwalben sind Zugvögel, die von April bis September in Wien
beobachtet werden können. Hier suchen sie vorzugsweise ihre Nester
des Vorjahres auf oder sie bauen sich neue, um zu brüten und ihre
Jungen großzuziehen. Im Jahr 2013 wurden in Wien knapp 500 benutzbare
Mehlschwalbennester mit etwas mehr als 160 Brutpaaren beobachtet. Im
Jahre 2000 waren es noch gut doppelt so viele.

Mehlschwalben sind relativ leicht zu erkennen: Sie haben einen
Körper von etwa 13 Zentimetern Länge und sind eher mittelgroße
Vertreter der Schwalbenfamilie. Bei den erwachsenen Mehlschwalben
sind der Kopf, der Rücken, die Oberseite der Flügel und der Schwanz
blauschwarz. Die gesamte Körperunterseite und der Bürzel hingegen
fallen durch ihre weiße bis mehlweißen Färbung auf. Verglichen mit
der Rauchschwalbe ist der Schwanz weniger stark gegabelt.

An den Lebensraum Stadt angepasst

Als Kulturfolger hat sich die Mehlschwalbe an den Lebensraum Stadt
angepasst – die Häuser entsprechen den Felswänden ihres natürlichen
Lebensraumes. Ideale Nistplätze sind überdachte Bereiche an
senkrechten, rauen Wänden, wie etwa in Mauer- und Fensternischen oder
unter Balkonen und Dachvorsprüngen. Jede Kolonie spezialisiert sich
dabei auf spezifische Bauelemente, an denen sie ihre Nester bauen
können.

Gesellige Vögel

Mehlschwalben bevorzugen das gesellige Zusammenleben. Um in
Gemeinschaft leben zu können, ziehen sie sogar schlechtere Nistplätze
den besseren vor. In Wien sind die höher gelegenen Stockwerke
mehrgeschossiger Wohngebäude die typischen Brutplätze. Da die
Mehlschwalben lehmige Erde als Baumaterial für ihre Nester vor allem
an Gewässern finden, trifft man ihre Nester oft an Häusern, die meist
nicht weiter als zirka einen Kilometer von Gewässern entfernt liegen.

Kolonien bei Wiener Gewässern

In Wien finden sich die größten Kolonien an der Donau, am
Donaukanal, am Wienfluss und an der Liesing. Aber auch stehende
Gewässer wie die Alte Donau und mehrere Bagger- und Schwimmteiche
bieten an Ufern gelegentlich offene Bodenstellen mit feuchter
lehmiger Erde. Die Gewässer garantieren zudem auch Insektenvorkommen
und somit Nahrung für die Vögel.

Gefahr droht den Mehlschwalben vor allem durch die Renovierung von
Gebäuden, der Zerstörung der Nester und Versiegelung und Begrünung,
da dadurch immer weniger offene Stellen zur Materialaufnahme für den
Nestbau vorhanden sind. Mit dem Programm Netzwerk Natur trägt die
Stadt Wien dazu bei, die Lebensbedingungen für die Mehlschwalbe in
Wien zu verbessern. Im Zuge des Projektes werden
Mehlschwalben-Neststandorte erhoben, Bauprojekte betreut und
wissenschaftliche Arbeiten unterstützt.

Die Melde-App

Meldungen können wie bisher via Email ([email protected]) oder
Post (Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22, Dresdner Straße 45, 1020
Wien) geschickt werden. Bitte dabei nicht die Verortung vergessen -
sprich die GPS-Koordinaten bzw. die genaue Adresse und Hausnummer der
Sichtung.

Alternativ können Beobachtungen auf der Plattform naturgucker.at
gemeldet werden, wo Daten auch ohne Registrierung eingegeben werden
können. Diese Übermittlung an naturgucker.at ist nun auch mit Hilfe
zweier Apps möglich: „Naturbeobachten in Wien“ (für Android & IOS)
sowie „Wiener Flora und Fauna App“ (Android)

Beide Apps sind über die jeweiligen App-Stores erhältlich. Die MA
22 empfiehlt die Apps inhaltlich – da sie aber nicht von der Stadt
Wien überprüft wurden, wird damit keine Garantie für deren Sicherheit
übernommen.

rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/pressebilder

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