Mehlschwalben – bitte melden!

Brutplätze können nun ganz einfach mit einer App an die Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22 bekannt gegeben werden

Wien (OTS) - Neststandorte von Mehlschwalben gesucht! Die Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22 bittet um Meldungen über Brutplätze von Mehlschwalben in der Bundeshauptstadt: Gefragt sind dabei nicht nur deren Standorte, sondern auch der Zustand der Nester, Details zur Brut und vor allem Sichtungen von Mehlschwalben, die gerade Material für den Nestbau sammeln. Beobachtungen können über die Plattform naturgucker.at oder mithilfe zweier neuer Apps gemeldet werden.

Die Mehlschwalbe (Delichon urbicum)

Mehlschwalben sind Zugvögel, die von April bis September in Wien beobachtet werden können. Hier suchen sie vorzugsweise ihre Nester des Vorjahres auf oder sie bauen sich neue, um zu brüten und ihre Jungen großzuziehen. Im Jahr 2013 wurden in Wien knapp 500 benutzbare Mehlschwalbennester mit etwas mehr als 160 Brutpaaren beobachtet. Im Jahre 2000 waren es noch gut doppelt so viele.

Mehlschwalben sind relativ leicht zu erkennen: Sie haben einen Körper von etwa 13 Zentimetern Länge und sind eher mittelgroße Vertreter der Schwalbenfamilie. Bei den erwachsenen Mehlschwalben sind der Kopf, der Rücken, die Oberseite der Flügel und der Schwanz blauschwarz. Die gesamte Körperunterseite und der Bürzel hingegen fallen durch ihre weiße bis mehlweißen Färbung auf. Verglichen mit der Rauchschwalbe ist der Schwanz weniger stark gegabelt.

An den Lebensraum Stadt angepasst

Als Kulturfolger hat sich die Mehlschwalbe an den Lebensraum Stadt angepasst – die Häuser entsprechen den Felswänden ihres natürlichen Lebensraumes. Ideale Nistplätze sind überdachte Bereiche an senkrechten, rauen Wänden, wie etwa in Mauer- und Fensternischen oder unter Balkonen und Dachvorsprüngen. Jede Kolonie spezialisiert sich dabei auf spezifische Bauelemente, an denen sie ihre Nester bauen können.

Gesellige Vögel

Mehlschwalben bevorzugen das gesellige Zusammenleben. Um in Gemeinschaft leben zu können, ziehen sie sogar schlechtere Nistplätze den besseren vor. In Wien sind die höher gelegenen Stockwerke mehrgeschossiger Wohngebäude die typischen Brutplätze. Da die Mehlschwalben lehmige Erde als Baumaterial für ihre Nester vor allem an Gewässern finden, trifft man ihre Nester oft an Häusern, die meist nicht weiter als zirka einen Kilometer von Gewässern entfernt liegen.

Kolonien bei Wiener Gewässern

In Wien finden sich die größten Kolonien an der Donau, am Donaukanal, am Wienfluss und an der Liesing. Aber auch stehende Gewässer wie die Alte Donau und mehrere Bagger- und Schwimmteiche bieten an Ufern gelegentlich offene Bodenstellen mit feuchter lehmiger Erde. Die Gewässer garantieren zudem auch Insektenvorkommen und somit Nahrung für die Vögel.

Gefahr droht den Mehlschwalben vor allem durch die Renovierung von Gebäuden, der Zerstörung der Nester und Versiegelung und Begrünung, da dadurch immer weniger offene Stellen zur Materialaufnahme für den Nestbau vorhanden sind. Mit dem Programm Netzwerk Natur trägt die Stadt Wien dazu bei, die Lebensbedingungen für die Mehlschwalbe in Wien zu verbessern. Im Zuge des Projektes werden Mehlschwalben-Neststandorte erhoben, Bauprojekte betreut und wissenschaftliche Arbeiten unterstützt.

Die Melde-App

Meldungen können wie bisher via Email (post@ma22.wien.gv.at) oder Post (Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22, Dresdner Straße 45, 1020 Wien) geschickt werden. Bitte dabei nicht die Verortung vergessen -sprich die GPS-Koordinaten bzw. die genaue Adresse und Hausnummer der Sichtung.

Alternativ können Beobachtungen auf der Plattform naturgucker.at gemeldet werden, wo Daten auch ohne Registrierung eingegeben werden können. Diese Übermittlung an naturgucker.at ist nun auch mit Hilfe zweier Apps möglich: „Naturbeobachten in Wien“ (für Android & IOS) sowie „Wiener Flora und Fauna App“ (Android)

Beide Apps sind über die jeweiligen App-Stores erhältlich. Die MA 22 empfiehlt die Apps inhaltlich – da sie aber nicht von der Stadt Wien überprüft wurden, wird damit keine Garantie für deren Sicherheit übernommen.

rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/pressebilder

Rückfragen & Kontakt:

Georg Patak
Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22)
Telefon: 01 4000-73562
Mobil: 0676 8118 73 562
E-Mail: georg.patak@wien.gv.at
www.umweltschutz.wien.at

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