Deutschland ist wieder Europameister – Zumindest wirtschaftlich

Europa steht Kopf, wenn sich bei der EM in Frankreich die stärksten Teams des Kontinents gegenüberstehen. Geht es nach Bisnode D&B, gibt es nur einen klaren Favoriten.

Wien (OTS) - Mit 24 Teams dürfen an der Fußball-Europameisterschaft 2016 so viele Länder teilnehmen wie nie zuvor. Zu den Favoriten zählen die französische Equipe, die mit Heimvorteil einläuft, Spanien, der Champion der letzten beiden Europameisterschaften, die starken Belgier, aktuell zweite in der Weltrangliste, die Engländer und schließlich Deutschland, der Weltmeister von 2014. Als gefährliche Außenseiter gelten die Türkei, Kroatien und Österreich, auch wenn für das Team von Marcel Koller die Generalprobe gegen die Niederlande in die Hose gegangen ist.

Während die Chancenverteilung im Fußballerischen auf eine spannende EM vom Ankick am 10. Juni bis zum Finale am 10. Juli hoffen lässt, sieht die Bewertung des Risikos, in den an der EM teilnehmenden Ländern Geschäfte zu machen, ganz anders aus: Gemäß Analysen der Ökonomen von Bisnode D&B bekommt vom genannten Favoritenkreis nur Deutschland mit „Lowest risk“ die beste Bewertung. Bisnode D&B ist Europas führender Anbieter von digitalen Wirtschaftsinformationen und bewertet regelmäßig das Länderrisiko von mehr als 130 Nationen weltweit.

Deutschland als (Export-)Europameister

Als die stärkste Exportnation Europas und weltweit zweitgrößter Warenexporteur geht die Bundesrepublik mit klarem Vorteil in das Turnier um den wirtschaftlichen Europameister. Auch wenn das Wachstum mit rund 1,5% verhalten bleibt, verzeichnet Deutschland die zweitniedrigste Arbeitslosenrate innerhalb der Europäischen Union (EU). Diese soll nach Einschätzung von Bisnode D&B bis 2018 unter 5% bleiben. Weiters für Deutschland sprechen die hohe Qualität der heimischen Lieferanten und die für Europa überdurchschnittliche Zahlungsmoral der Kunden.

Heiß umkämpfter Vizemeister

Um den 2. Platz im Turnier rittern drei Nationen: das Vereinigte Königreich, Österreich und Frankreich haben gute Chancen auf den Einzug ins Finale, wenn sie auch dort um eine Klasse schwächer scheinen als Deutschland. Sie werden von Bisnode D&B mit „Low risk“ beurteilt. Das Vereinigte Königreich ist in den Stadien Frankreichs gleich mit drei Ländern vertreten: England, Wales und Nordirland. Für alle drei, und natürlich auch für Schottland, gilt, dass das langfristige Wachstumspotential zu den höchsten der europäischen Volkswirtschaften gehört. Die Arbeitslosenquote soll sich bis 2018 dem Niveau Deutschlands annähern, wobei das Wirtschaftswachstum über 2% liegen wird. Das starke Finanzzentrum London bleibt der Motor des Königreichs, zeigt aber auch die britische Verwundbarkeit für Turbulenzen an den Finanzmärkten. Schließlich hängt noch das Damoklesschwert des Brexit in der Luft. Im Falle eines Nein der Briten zur EU würde Bisnode D&B wahrscheinlich ein Downgrade des Vereinigten Königreichs durchführen.

Bei Österreich, ebenso mit „Low risk“ bewertet, hebt Bisnode D&B die hohen Investionen in Forschung und Entwicklung hervor (mit 2,8% deutlich über dem EU-Schnitt) sowie die Fähigkeit des Landes, sich langfristig weiterhin als Tor zu den schnell wachsenden Volkswirtschaften Osteuropas zu positionieren. Das Wachstum Österreichs soll sich 2016, getrieben durch Konsum und Investitionen beschleunigen, aber dennoch zu wenig, um der steigenden Arbeitslosigkeit gegenzuwirken.

Gastgeber Frankreich stellt seine erstklassige Infrastruktur nicht nur den EM-Teilnehmern und -besuchern zur Verfügung, sondern auch den Unternehmen, was das langfristige Wachstumpotential der Wirtschaft unterstützt. Auf der negativen Seite steht kurzfristig einem verhaltenen Wachstum von rund 1% eine hohe Arbeitslosigkeit von 10% gegenüber. Bisnode D&B sieht Arbeitsmarktreformen im Sinne eines Aufweichens von Mindestlöhnen und des rigiden Kündigungsschutzes als überfällig an.

Geheimfavorit aus dem Süden

Auf dem Fußballfeld mag Spanien zu den absoluten Favoriten gehören, im Ranking von Bisnode D&B sind die Iberer mit „Slight risk“ bestenfalls Geheimfavoriten. Auf der Habenseite stehen Geschäftsmöglichkeiten durch überdurchschnittliches Wachstum (rund 3%), vor allem im Servicesektor und ein niedriges Lohnniveau in den nächsten Jahren. Im Soll stehen aber die nach wie vor schwache Kreditvergabe, die hohe Arbeitslosigkeit (ca. 20%) die langsame technologische Innovation sowie die politische Instabilität durch das politische Patt nach den Parlamentswahlen von Dezember 2015.

In der wirtschaftlichen Analyse von Bisnode D&B scheint der Ausgang der Europameisterschaft eindeutiger als auf dem Spielfeld. Dass sich aber auch Deutschland nicht auf dem Erreichten ausruhen kann, zeigt der Rating-Ausblick für das Länderrisiko: der ist nämlich negativ. Die Bundesrepublik ist verwundbar, einerseits durch ihre alternde Bevölkerung, andererseits ist sie als zweitgrößter Warenexporteur der Welt abhängig von globalen Marktentwicklungen, die sich sehr stark ändern können.

Über Bisnode D&B

Bisnode D&B ist ein führender europäischer Anbieter für Data & Analytics. Wir unterstützen Unternehmen dabei, Kunden zu finden und über den gesamten Kundenlebenszyklus zu managen. Mit unserem Smart Data Ansatz können Unternehmen ihren Umsatz steigern und Verluste minimieren. Bisnode D&B ist der grösste strategische Partner von Dun & Bradstreet, dem globalen Anbieter von Wirtschaftsinformationen. Die Bisnode Gruppe mit Hauptsitz in Stockholm beschäftigt rund 2‘400 Mitarbeitende in 18 Ländern.

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