- 08.06.2016, 08:00:02
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Bargeldloser Zahlungsverkehr: Die Karten werden neu gemischt
Hoteliers müssen nicht mehr alle Kartenprodukte akzeptieren EU-Verordnung bringt ab 9. Juni Verbesserungen für die Unternehmer

Utl.: Hoteliers müssen nicht mehr alle Kartenprodukte akzeptieren
EU-Verordnung bringt ab 9. Juni Verbesserungen für die
Unternehmer =
Wien (TP/OTS) - Eine ab 9. Juni 2016 gültige EU-Verordnung für
kartengebundene Zahlungsvorgänge sieht vor, dass Hoteliers ab diesem
Zeitpunkt nicht mehr alle Kartenprodukte automatisch akzeptieren
müssen. Der Betrieb kann sich jene Kredit- bzw. Debitkarten ("EC
Karten") aussuchen, welche die geringsten Kosten verursachen. Die
Höhe der Disagiosätze ist abhängig vom Herkunftsland, von der Art der
Karte (Privat- oder Firmenkarte) und vom Kartenbrand (z.B. VISA,
MasterCard etc.).
Auf den Abrechnungen, die der Hotelier vom Kreditkartenunternehmen
erhält, müssen die Kosten aufgeschlüsselt werden. "Serviceentgelt,
Interbankentgelte und Autorisierungsgebühren sind genau anzuführen,
was für bessere Transparenz sorgt", weist Thomas Reisenzahn von der
Prodinger Beratungsgruppe auf einen weiteren positiven Effekt der
Verordnung hin.
Diese sieht weiters vor, dass es zu keinen Wettbewerbsnachteilen in
einzelnen EU-Staaten mehr kommen darf. In einigen Ländern war es
Usus, bei einer bargeldlosen Zahlung ein zusätzliches
Kreditkartenentgelt zu berechnen. "Diese Verzerrung wird
verschwinden, solche Gebühren werden verboten", hebt Reisenzahn
hervor.
Seit der Liberalisierung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs tummeln
sich unzählige Kreditkartenabrechner und abwickelnde
Zahlungsdienstleister auf dem österreichischen Markt. Die Freude über
die große Auswahl endete aber meist bei der technischen Umsetzung
seitens dieser Dienstleiter. So war es bis dato nicht möglich,
mehrere Anbieter auf einem Kreditkartenterminal abzuwickeln. Dem
Hotelier blieb nichts anderes übrig, als sich mehrere Terminals
anzuschaffen, um einen optimalen Mix bei der Abdeckung der
Zahlungsvorgänge zu erreichen. Die Servicekosten von Terminals und
technischem Support müssen so mehrmals bezahlt werden. In Zukunft
müssen sich die Terminals auch für die Konkurrenz öffnen.
Jedes Hotel sollte eine Zahlungsanalyse und Kartenbewertung
durchführen, da künftig erhebliche Einsparungen möglich sind, fasst
Reisenzahn die Bedeutung der neuen EU-Verordnung zusammen. Studien
belegen, dass die Ausgabenfreudigkeit mit Kreditkarten höher ist. Die
Prodinger Tourismusberatung betreut bereits Hotels und Seilbahnen mit
einem Gesamtvolumen von über 150 Millionen Euro im bargeldlosen
Zahlungsverkehr.
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