- 03.06.2016, 12:56:06
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Küberl: "ORF-Stiftungsrat kann Reform vertragen"
Unabhängiger Stiftungsrat wünscht künftig wieder fixe Vertreter von Wissenschaft, Kunst und Kirchen im obersten ORF-Gremium - "ORF ist öffentliches Gut, daher ist es gut, dass er vielen großes Anliegen ist"
Utl.: Unabhängiger Stiftungsrat wünscht künftig wieder fixe
Vertreter von Wissenschaft, Kunst und Kirchen im obersten
ORF-Gremium - "ORF ist öffentliches Gut, daher ist es gut,
dass er vielen großes Anliegen ist" =
Wien (KAP) - Franz Küberl, langjähriger Kirchenvertreter im ORF,
ortet Reformbedarf beim Stiftungsrat des öffentlich-rechtlichen
Rundfunks. Grund dafür seien die komplexe Zusammensetzung des
obersten Leitungsorgans sowie die immer wieder kritisierte
Handlungsunfähigkeit, so Küberl am Freitag in der Tageszeitung
"Presse". Sein Vorschlag: "Es wäre sinnvoll, in Zukunft ein Präsidium
des Stiftungsrats zu benennen, das wäre plenumsentlastend." Im
Interview mit "Kathpress" monierte der unabhängige Stiftungsrat eine
bessere Repräsentanz der Gesellschaft im ORF: "Es braucht wieder wie
vor der letzten Gesetzesänderung eine fixe Vertretung aus
Wissenschaft, Kunst und Kirchen", so Küberl.
Hintergrund für diese Forderung ist die Änderung der ORF-Gesetzes vor
zwei Jahren, als es aufgrund eines Erkenntnisses des
Verfassungsgerichtshofes über die Ungültigkeit der Fax-Wahl beim
ORF-Publikumsrat zu einer Novellierung kam. Dabei wurde der bis dahin
geltende gesetzliche Anspruch auf Vertreter aus den Bereichen
Wissenschaft, Kunst und Kirchen ersatzlos gestrichen. Küberl sieht
daher den Gesetzgeber "zum Wohl des ORF und der nötigen breiten
Verankerung in der Gesellschaft" gefordert. "Die Lösung könnte darin
bestehen, dass der Publikumsrat einfach aus seinem Bereich die drei
Vertreter von Wissenschaft, Kunst und Kirchen in den Stiftungsrat
entsendet", so Küberl. Demgegenüber sei die Frage zu stellen, ob
weiterhin jedes Bundesland und jede Partei einen Vertreter entsenden
müsse.
Als "grundsätzlich positiv" bewertete Küberl die zuletzt rund um die
Bundespräsidentenwahlen immer wieder aufflammende Diskussion über die
Berichterstattung des ORF. "Der ORF ist ein öffentliches Gut, und
daher ist es gut, dass er vielen im Land ein großes Anliegen ist."
Insgesamt habe der ORF in dieser Phase die "erwartbare Qualität"
gezeigt. "Und wenn in Einzelfällen Fehler passieren, dann ist es
immer besser, dazu zu stehen", so der Stiftungsrat in Richtung
Programmverantwortliche.
Im Blick auf die anstehende Wahl des ORF-Generaldirektors und
diversen personellen Spekulationen bekräftigte Küberl seine Linie:
"So wie bisher halte ich mich daran, dass ich erst am Wahltag wähle,
das ist diesmal am 9. August und nicht vorher." Wer immer gewählt
wird, werde aber "dafür Sorge tragen müssen, dass der ORF als
öffentlich-rechtlicher Rundfunk Qualitätsführer bleibt. Dafür braucht
man exzellente Leute, und vor allem auch junge Leute, die exzellentes
Programm machen", sagte Küberl.
Der Grazer Caritas-Direktor gehörte von 1998 bis 2014 dem höchsten
ORF-Gremium als Kirchenvertreter an. Nach der Gesetzesänderung vor
zwei Jahren ernannte die Bundesregierung Küberl dann erneut zum
Stiftungsrat, der seine Aufgabe unabhängig ausübt.
((ende)) PWU/RME
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