Kinderbetreuung wird für jede Vorarlberger Familie leistbar

Entlastung für Familien mit niedrigem Einkommen bereits ab Herbst 2016

Bregenz (OTS) - Ab Herbst 2016 gibt es in allen Kinderbetreuungseinrichtungen und Kindergärten Vorarlbergs einen stark ermäßigten Tarif für Familien mit niedrigem Einkommen. Er beträgt für 25 Wochenstunden lediglich 20 Euro pro Monat. Das haben die Vorarlberger Landesregierung und der Gemeindeverband vereinbart. "Kinderbetreuung wird für jede Vorarlberger Familie leistbar", betonten die Landesrätinnen Katharina Wiesflecker und Bernadette Mennel, sowie Gemeindeverbandspräsident Harald Köhlmeier im heutigen (Donnerstag, 2. Juni) Pressegespräch im Landhaus: "Damit wird ein wesentliches Vorhaben der Landesregierung umgesetzt."

Allein im Landesbudget stehen heuer für den Bereich der vorschulischen Bildung und Erziehung mehr als 57,4 Millionen Euro zur Verfügung. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einer neuerlichen Steigerung von über neun Prozent (Plus von ca. 4,8 Millionen Euro). "Beim Ausbau der Betreuungsangebote steht neben der Quantität ganz stark die Qualität im Vordergrund. Das zeigt sich beispielsweise daran, dass Vorarlberg eine Vorreiterrolle im Bundesländervergleich einnimmt, was Gruppengrößen und Betreuungsschlüssel angeht", unterstrichen die Landesrätinnen Katharina Wiesflecker und Bernadette Mennel.

"Die Attraktivität einer Gemeinde für junge Familien hängt immer mehr auch von einem guten Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen ab. Die Gemeinden geben für die vorschulische Erziehung nach Abzug der Förderungen ebenfalls beinahe 40 Millionen Euro jährlich aus, wobei auch ein Teil in die Errichtung und Instandhaltung der Räumlichkeiten investiert wird", betonte Gemeindeverbandspräsident Köhlmeier.

Neues Tarifmodell

Im Arbeitsprogramm der Vorarlberger Landesregierung ist als ein Ziel der Ausbau der Kinderbetreuung festgehalten: "Es muss sichergestellt sein, dass in vertretbarer Entfernung vom Wohn- oder Arbeitsort eine verlässliche, leistbare, ganzjährige, ganztägige und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung zu Verfügung gestellt wird." Die aktuellen Elternbeiträge in der Kleinkindbetreuung liegen für 25 Betreuungsstunden zwischen 30 und 325 Euro, für 45 Stunden zwischen 67 und 576 Euro. Das Land Vorarlberg und der Vorarlberger Gemeindeverband haben sich jetzt auf ein neues Tarifmodell verständigt, das bereits ab Herbst 2016 in Kraft tritt.

Im Kindergarten

Der ermäßigte Tarif für den Kindergarten soll für Familien gelten, die eine Mindestsicherung oder eine Wohnbeihilfe des Landes beziehen. Der ermäßigte Tarif für die halbtägige Betreuung von bis zu 25 Stunden pro Woche der drei- und vierjährigen Kinder beträgt ab dem Kindergartenjahr 2016/17 20 Euro monatlich und erhöht sich für jede weitere halbe Stunde in der Woche um 50 Cent. Der halbtägige Besuch für fünfjährige Kinder (bis 12.30 Uhr/25 Stunden) bleibt wie im Normaltarif kostenfrei.

Gegenüberstellung von Normaltarif und ermäßigtem Tarif (für 3 und 4jährige):

Wochenstunden: Normaltarif (ab 2017/18): Ermäßigter Tarif (ab 2016/17):
25 Stunden 35,00 Euro 20,00 Euro
30 Stunden 48,25 Euro 25,00 Euro
45 Stunden 88,00 Euro 40,00 Euro

In den Kindergärten soll es in einem ersten Schritt ab Herbst 2016/17 einen landesweit einheitlichen ermäßigten Tarif sowie in einem zweiten Schritt ab dem Kindergartenjahr 2017/18 einen landesweit einheitlichen Normaltarif geben.

In der Kinderbetreuung

Das neu entwickelte Tarifmodell in der Kinderbetreuung enthält drei wesentliche Aspekte: soziale Staffelung, Altersstaffelung und den Tarifkorridor. In einem ersten Schritt wird ab dem Kindergartenjahr 2016/17 die soziale Staffelung eingeführt. Der niedrigste sozial gestaffelte Tarif für bis zu 25 Betreuungsstunden pro Woche beträgt 20 Euro im Monat.

Tarifstufen im Überblick

Wöchentliche Betreuung Tarifstufe 1 Tarifstufe 2 Tarifstufe 3 Tarifstufe 4

15 bis 25 Stunden 20 Euro 25% des Normaltarifes 50% des Normaltarifes 75% des Normaltarifes
30 25 Euro
45 40 Euro

Beispiele

  • Alleinerziehende Person mit einem Kind (2 Jahre), Haushaltsnettoeinkommen (inkl. Transferleistungen) 1.500 Euro. Regulärer Elterntarif für 25 Betreuungsstunden bisher 150 Euro, ab Herbst 2016 20 Euro (vergünstigter Tarif)
  • 2 Erwachsene, 2 Kinder (8 und 2 Jahre), Haushaltsnettoeinkommen (inkl. Transferleistungen), 2.800 Euro. Regulärer Elterntarif für 30 Betreuungsstunden bisher 220 Euro, neu 165 Euro (75%-Stufe).

Im zweiten Schritt ist geplant, ab dem Jahr 2017/18 für die Kinderbetreuungseinrichtungen einen landesweit einheitlichen Mindest-und Höchsttarif, abgestuft nach Alter des Kindes, anzubieten. In diesem landesweit einheitlichen Tarifkorridor sollen sich alle Tarife der Kinderbetreuungseinrichtungen bewegen. Neu ist auch, dass der altersgemäße Betreuungsaufwand in Form einer Altersstaffelung berücksichtigt wird.

Kosten

Leistbare Kinderbetreuung soll vor allem eine finanzielle Entlastung für die Familien bringen. Die Mindereinnahmen der Träger aufgrund der Einführung der sozialen Staffelung bzw. Ermäßigung werden in der Kinderbetreuung mit ca. 1,4 Millionen Euro veranschlagt, im Kindergarten mit rd. 400.000 Euro. Die Gesamtkosten von 1,8 Millionen Euro werden vom Land getragen.
(tm/as) (leist-kibe.vlk)

Die Landesrätinnen Wiesflecker und Mennel mit Gemeindeverbandspräsident Köhlmeier im Pressegespäch: Die leistbare Kinderbetreuung versteht sich als Solidarmodell zwischen öffentlicher Hand, Familien, die sich Kinderbetreuung leisten können und Familien, die wir unterstützen wollen. Sie stellt damit eine wichtige Maßnahme zur Bekämpfung von Armut dar.

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