Don't believe the Hype?! Österreichische Musik im Aufwind?

Donauinselfest und Casinos Austria luden zum Musik-Talk

Wien (OTS/SPW) - Zum Thema österreichische Musikszene diskutierten gestern Abend im Weinpavillon der Wiener Summerstage Walter Gröbchen, Journalist und Musikverleger, Elisabeth Hakel, Abgeordnete zum Nationalrat sowie Kunst- und Kultursprecherin SPÖ, Hannes Tschürtz, Geschäftsführer ink music, Dietmar Hoscher, Vorstandsmitglied der Casinos Austria und Musikjournalist, Sängerin Virginia Ernst, Opus-Mastermind Ewald Pfleger
und Thomas Waldner, Projektleiter des Donauinselfests. Die Diskussion wurde von Musikerin Birgit Denk moderiert. ****

Was kommt nach dem Hype um Wanda, Bilderbuch, Seiler & Speer? Wer wird international den Durchbruch schaffen? Wird es jemals einen neuen Falco geben? Oder sind die kulturpolitischen Rahmenbedingungen in Österreich denkbar schlecht für NachwuchsmusikerInnen? Diese und andere Fragen wurden gestern von InsiderInnen der österreichischen Musikszene intensiv diskutiert.

„In Österreich gibt es aus meiner Sicht keinen wirklichen Hype. Weil Hype bedeutet, dass etwas künstlich aufgeblasen wird. Davon sind wir in Österreich weit entfernt. Seiler & Speer sind das beste Beispiel für einen klassischen ‚Nicht-Hype’, denn die beiden gibt es schon lange und haben es aus Eigeninitiative geschafft“, eröffnet Walter Gröbchen, Journalist und Musikverleger, die Diskussionsrunde. Mediales Airplay sei zwar nach wie vor essentiell für NachwuchsmusikerInnen, aber nicht mehr der einzige Kanal. „Heute schauen JournalistInnen bei ihrer Recherche auf die Anzahl von Twitter-Follower, Klicks auf YouTube und so weiter. Es gibt also heutzutage viel mehr Dampf in allen Kanälen.“

Früher Stammtisch, heute Facebook

Dietmar Hoscher pflichtet Gröbchen bei: „Österreichische Bands setzen sich heute auch durch, wenn sie nicht im Radio gespielt werden. Denn Wanda waren zuerst in der Community bekannt, bevor sie zu Radiostars wurden.“ Hannes Tschürtz will die Medien dennoch stärker in die Pflicht nehmen: „Die Qualitätspresse berichtet gut, aber bei Seiler & Speer dauerte es elendslang, bis sie endlich in der Kronen-Zeitung waren.“ Und Elisabeth Hakel ergänzt: „Die österreichischen Medien sind im Bereich Musik viel zu langsam. Denn die heutige Kommunikation ist eine andere, viel schnellere. Was früher der Stammtisch war, ist heute Facebook.“

Gitarre vom Gemeindeamt

Nicht nur die sozialen Netzwerke tragen zu einem fruchtbaren musikalischen Klima eines Landes bei, sondern auch eine aktive Kulturförderung. Ewald Pfleger: „In Schweden geht man als Künstler zum Gemeindeamt und bekommt sinnbildlich eine Gitarre oder ein Keyboard. Nicht umsonst stammen 70 bis 80 Prozent der US-Hits aus schwedischer Feder. Auch die österreichischen Pop-KünstlerInnen müsste man also viel mehr unterstützen. Dann würde es auch mit dem internationalen Durchbruch besser klappen.“
Beim Wiener Donauinselfest ist man schon auf einem guten Weg. „Bei uns stammen heuer zwei Drittel aller Bands aus Österreich, Tendenz steigend. Das ist schon ein Zeichen, dass die österreichische Musikszene sehr lebendig ist. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass es hier noch sehr viel zu tun gibt“, erklärt Thomas Waldner.

Auch Virginia Ernst zeigt sich sehr optimistisch „Ich hoffe, der Conchita-Effekt hält weiter an und noch viele österreichischen KünstlerInnen werden auch international wahrgenommen. Ich bin jetzt seit zweieinhalb Jahren in diesem Business und es ist für mich ein Wahnsinn, wie viel schon passiert ist. Wir sollten einfach alle an einem Strang ziehen und einen gemeinsamen Weg gehen. Ich jedenfalls bin stolz darauf, für Österreich Musik machen zu können. Hoffentlich bald international!“

Fotos (Credit Thomas Peschat):

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