• 01.06.2016, 14:36:31
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Grüne Wien/El-Nagashi: Menschenrechte sind unteilbar - Solidarisch mit SexarbeiterInnen

Politik muss Rahmenbedingungen für sichere, selbstbestimmte und selbstständige Arbeit sicherstellen

Utl.: Politik muss Rahmenbedingungen für sichere, selbstbestimmte
und selbstständige Arbeit sicherstellen =

Wien (OTS) - „Wir alle sind gefragt, wenn es um Menschenrechte geht,
auch um die Rechte von SexarbeiterInnen“, so Faika El-Nagashi,
Menschenrechts-sprecherin der Grünen Wien, anlässlich des
Internationalen Hurentags am morgigen 2. Juni.

„Sexarbeiterinnen sind Teil der Gesellschaft. Sie sind unsere Mütter
und Töchter, Schwestern, Nachbarinnen, Kolleginnen. Sie sind
Alleinerziehende, Studierende, Migrantinnen, Unternehmerinnen. Sie
verdienen unsere Solidarität und unseren Respekt und uneingeschränkt
ihre Menschenrechte“, so El-Nagashi.

SexarbeiterInnen – mehrheitlich Frauen, aber auch Männer und
transidente Menschen – erleben täglich Abwertung und Ausgrenzung,
Beschimpfungen, Bedrohungen, Gewalt und Übergriffe. Sie werden an den
Rand der Gesellschaft gedrängt und ihre Menschenrechte mit Füßen
getreten. Die Verdrängung von SexarbeiterInnen aus der
gesellschaftlichen Mitte führt zu bedrohlichen Arbeits- und
Lebensbedingungen. „Was es braucht sind Rahmenbedingungen, um sicher,
selbstbestimmt und selbstständig arbeiten zu können. SexarbeiterInnen
haben das Recht, nicht diskriminiert zu werden. Das bezieht sich auch
auf die gesellschaftliche Doppelmoral, die SexarbeiterInnen
stigmatisiert und verurteilt“, so El-Nagashi.

„Wir Frauen lassen uns nicht auseinander dividieren. Sexarbeiter-
Innen sind erwerbstätig, weil sie es können. Sie suchen sich ihre
Arbeit aus, weil sie es dürfen. Für manche ist Sexarbeit ihre Arbeit.
Klare Bestimmungen, wie für andere Arbeitsbereiche auch, ermöglichen
die legale Ausübung dieser Tätigkeit. Dafür braucht es unsere
Solidarität“, ergänzt Barbara Huemer, Frauen- und
Arbeitsmarktsprecherin der Grünen Wien.

Der Internationale Hurentag am 2. Juni ist ein Aktionstag aus der
internationalen SexarbeiterInnenbewegung, der auf die Besetzung einer
Kirche in Frankreich durch SexarbeiterInnen in den 1970er Jahren
zurück geht. Damals wie heute ging es darum, die Einhaltung der
Menschenrechte zu fordern.

In Wien sind derzeit in etwa 3700 Personen (mehrheitlich Frauen)
behördlich als SexarbeiterInnen registriert. Sie gelten als
selbstständig Erwerbstätige, sind als solche steuerpflichtig und zu
einer wöchentlichen Gesundheitsuntersuchung verpflichtet.
Demgegenüber fehlen viele arbeitsrechtliche Absicherungen, vor allem
die Anerkennung als Erwerbstätige und die Entstigmatisierung ihrer
Tätigkeit. Erst 2012 fiel die "Sittenwidrigkeit" der Sexarbeit. Bis
dahin galten Übereinkünfte zwischen SexarbeiterInnen und ihren Kunden
als sittenwidrig und waren somit nicht rechtswirksam. In Wien
arbeiten SexarbeiterInnen vorwiegend in Prostitutionslokalen wie
Studios, Laufhäusern und Bars. Etwa 300 Betriebe sind in Wien als
Prostitutionslokale genehmigt. Das Wiener Prostitutionsgesetz aus dem
Jahr 2011 setzte eine Reihe von Sicherheitsbestimmungen für
SexarbeiterInnen in Betrieben um und versucht, für SexarbeiterInnen
gute Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen. Dazu braucht es aber auch eine
bundesweit einheitliche Regelung der Prostitution, in der die
Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und soziale Absicherung von
SexarbeiterInnen im Mittelpunkt stehen.

Anlässlich des Internationalen Hurentags am 2. Juni laden die Wiener
Grünen zu folgenden Veranstaltungen:

→„Sexarbeit im Fokus“
Straßenaktion am Do., 2. Juni 2016, 15:00-18:00 Uhr
Urban-Loritz-Platz (vor der Hauptbücherei)
Info-Cafe, politische Diskussionen, Flashmobs
Live-Acts & Djane

→ „Sex findet Stadt“
Stadtspaziergang am Do., 2. Juni 2016, zur Geschichte von
SexarbeiterInnen in Wien
Treffpunkt 17:30 Uhr bei der Straßenaktion am Urban-Loritz-Platz
Dauer: max. 1 ½ Stunden
mit Petra Unger, feministische Kunst- und Kulturvermittlerin
sowie GRin Faika El-Nagashi, GRin Barbara Huemer und Bundesrätin Ewa
Dziedzic

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