• 01.06.2016, 11:03:46
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Gentest zeigt Risiko für erblichen Darmkrebs

Wien (OTS) - 

Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten. Bei 25 Prozent der Fälle gibt es eine familiäre Häufung; in fünf bis sieben Prozent wird der Darmkrebs nachweislich vererbt. Ein Gentest gibt Aufschluss, wer davon betroffen ist. 

Tritt in einer Familie eine Krebserkrankung auf, ist dies nicht nur für die Betroffenen belastend und mit großer Unsicherheit verbunden. Auch für direkte Verwandte stellt sich die Frage, ob der Krebs vererbt werden kann – und ob sie ebenfalls gefährdet sind, daran zu erkranken.  

Krebserkrankung beginnt mit Genmutation

„Am Anfang steht immer eine Mutation in der Erbinformation einer Zelle“, beschreibt OA Dr. Philip de Maré, Leiter des Darmgesundheitszentrums des St. Josef-Krankenhauses, den Mechanismus einer Krebserkrankung. Bei Zellen der Darmschleimhaut können solche Mutationen durch ungesunde Ernährung, Alkohol, Rauchen oder auch schicksalshaft, also durch „genetisches Pech“, hervorgerufen werden. Über die Jahre hinweg kann sich – meist lange Zeit unbemerkt – aus einer kleinen Zellveränderung ein Tumor entwickeln.

Grundsätzlich sind Mutationen in der DNA etwas ganz Normales; Fehler, die dabei entstehen, werden in der Regel wieder repariert. „Gefährlich wird es, wenn der Reparaturmechanismus selbst defekt ist und diese Mutation an die Kinder vererbt wird. Dann kommt es zu einer familiären Häufung mit auffallend jungem Ersterkrankungsalter“, so de Maré. Fünf bis sieben Prozent aller Darmkrebserkrankungen sind auf Grund einer Genmutation erblich. Dazu zählen das sogenannte „Lynch-Syndrom“ und die „Familiäre adenomatöse Polyposis coli“. In Österreich sind pro Jahr rund 250 Personen von diesen vererbbaren, meist sehr aggressiven Krebsformen betroffen.   

Gentest bringt Sicherheit  

„Bei den erblichen Formen von Darmkrebs dauert der Weg von einer Zellveränderung bis zum Karzinom oft nur ein bis drei Jahre. Umso wichtiger ist die Früherkennung“, betont de Maré. Er empfiehlt, einen Spezialisten dann aufzusuchen, wenn es in der Familie bereits einen Fall von Darmkrebs oder einer „verwandten“ Krebsart wie z.B. Eierstock-, Gebärmutterschleimhaut-, oder Magenkrebs gegeben hat, und wenn die Betroffenen jünger als 50 Jahre alt waren. Im Darmgesundheitszentrum des St. Josef-Krankenhauses wird gemeinsam mit den Betroffenen eine ausführliche Familienanamnese erhoben und ein medizinischer Stammbaum erstellt. Lässt sich daraus ein erhöhtes Risiko ableiten, werden weitere Analysen bis hin zur molekulargenetischen Untersuchung durchgeführt. „Mit einem speziellen Gentest lässt sich genau sagen, ob jemand die Genmutation in sich trägt oder nicht. Falls ja, erstellen wir einen klaren Vorsorgeplan für regelmäßige Untersuchungen. Früherkennung ist bei Krebs das Um und Auf“, so der Darmspezialist. Für die Betroffenen bringt der Test vor allem eines: Gewissheit.  

Veranstaltungshinweis:

OA Dr. Philip de Maré, Leiter des Darmgesundheitszentrums des St. Josef-Krankenhauses, hält im Rahmen des „Langen Tag des Darms“ am Samstag, 11. Juni 2016 um 13.10 Uhr einen Fachvortrag zum Thema „Erblicher Darmkrebs“.

Die Veranstaltung findet im MuseumsQuartier in Wien statt und bietet auch interaktive Stationen und Informationsstände. Für Spannung sorgt ein 20 Meter langes, begehbares Darmmodell sowie die Möglichkeit, eine Koloskopie selbst durchzuführen. Der Eintritt ist frei. Details unter www.darmplus.at

Bildmaterial: http://www.vinzenzgruppe.at/presse/presseaussendungen-archiv/


Rückfragen & Kontakt

Mag. Anita Knabl-Plöckinger
Leitung Kommunikation
St. Josef-Krankenhaus
1130 Wien
Auhofstraße 189

Tel: +43 1 878 44 4159
Mobil: +43 664 88 41 96 44
E-Mail: [email protected]
www.sjk-wien.at

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