ASFINAG: Karawankentunnel ist seit 25 Jahren Österreichs „Tor zum Süden“

Knapp acht Kilometer langer Tunnel wurde am 1. Juni 1991 für den Verkehr freigegeben

Klagenfurt (OTS) - Als „neue Ära der wirtschafts- und verkehrspolitischen Entwicklung“ und als Ausdruck des Wunsches von Österreich und dem damaligen Jugoslawien „nach einer gemeinsamen Zukunft Europas“ wurde die Fertigstellung des Karawankentunnels am 1. Juni 1991 gefeiert. Staatsoberhäupter, Regierungschefs und zahlreiche Spitzenvertreter aus der Wirtschaft waren an diesem Tag zur Mautstelle Rosenbach gekommen, um bei der historischen Eröffnung dabei zu sein. Der acht Kilometer lange Tunnel war in einer länderübergreifenden Kooperation von Österreich und Jugoslawien in nur viereinhalb Jahren gebaut worden. Bauherr auf österreichischer Seite war die Tauernautobahn AG unter den damaligen Managern Karl Just und Arnold Tautschnig. 3,3 Milliarden Schilling wurden in Summe für 4,4 Kilometer Tunnel und 16,8 Kilometer Freilandstrecke investiert (ca. 240 Millionen Euro).

Der Tunnel ist seither eine sichere und deutlich schnellere Alternative zu Wurzen- und Loiblpass, die insbesondere in den Wintermonaten oft schwer zu überwinden waren. Wermutstropfen dabei: Der Tunnel musste nur 27 Tage nach der Eröffnung wegen des Krieges in Jugoslawien auch schon wieder für einige Tage geschlossen werden. 

Damals und heute sind mittlerweile allerdings längst nicht mehr vergleichbar. Der Verkehr hat deutlich zugenommen, vor allem aber hat die Sicherheitsausstattung des Tunnels mit der aus 1991 nichts mehr zu tun. Seit 2006 investierte die ASFINAG massiv in die Erneuerung der elektrotechnischen Ausstattung und brachte diese auf den Letztstand der Technik. 

Vollausbau steht unmittelbar bevor

Einen großen Sprung nach vorne in Sachen Verkehrssicherheit wird zusätzlich der Vollausbau des Tunnels bringen. 24 Jahre nach der Eröffnung startete die ASFINAG mit den Vorarbeiten zum Vollausbau. Der Tunnelanschlag gemeinsam mit Slowenien ist im Dezember 2017 vorgesehen, Projektleiter der ASFINAG ist Gernot Rüf. Die gute länderübergreifende Zusammenarbeit mit Slowenien sieht man übrigens auch daran, dass der Tunnel gemeinsam betrieben wird. Die Überwachung des gesamten Tunnels erfolgt wechselweise einen Monat lang einmal von der Überwachungszentrale Klagenfurt, dann von der slowenischen DARS in Hrusica. Auch der jeweils Sicherheitsverantwortliche wechselt monatlich, auf Seite der ASFINAG ist das der regionale Leiter der Betriebstechnik Thomas Nessel.   

Ein historischer Abriss 

Die wesentlichen Daten im Zuge des Baus des Karawankentunnels: 

1977 Staatsvertrag zwischen Österreich und Jugoslawien für Bau der Karawankenstrecke

 (aufgrund der Finanzierungsprobleme Jugoslawiens abgeändert und 1983 erneuert)

1978  Beschluss Österreichs für Finanzierung von Bau und Betrieb der Karawankenstrecke

1985 erhielt Jugoslawien die Finanzierungszusage der Europäischen Investitionsbank

1986 und 1987 Ausschreibungen beider Staaten

August 1986 Tunnelanschlag für Baulos Süd

Juni 1987 Tunnelanschlag Baulos Nord Österreich (4414 Meter)

Vier Menschen kamen während des Baus ums Leben, drei davon Kärntner

Der gesamte Tunnel kostete etwa 2,2 Milliarden Schilling, der österreichische Anteil betrug 1,2 Milliarden Schilling (87 Millionen Euro). Der Anteil der elektrotechnischen Einrichtungen machte 165 Millionen Schilling aus.

Rückfragen & Kontakt:

ASFINAG
Walter Mocnik
Pressesprecher Steiermark und Kärnten
Tel.: +43 (0) 664 60108-13827
walter.mocnik@asfinag.at
www.asfinag.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ASF0002