Mobbingvorwürfe gegen MedUni Wien nicht verjährt

LG ZRS Wien spricht von fortgesetzter Schädigung

Wien (OTS) - Einen Etappenerfolg hat die Chirurgin Prof. E im Mobbing-Prozess gegen die Republik Österreich und die MedUni Wien erreicht: Die von der Beklagtenseite angeführte Verjährung wurde vom Gericht nun zurückgewiesen. „Ich erwarte jetzt, dass die Vorfälle eingehend geprüft werden“, sagt Prof. E.

Mobbing an der MedUni Wien

Die Vorgeschichte: Thoraxchirurgin Prof. E. war als eine der wenigen Frauen in dieser medizinischen Männerdomäne in ihrer Karriere zusehends beschränkt worden. Sie durfte nur mehr untergeordnete Operationen durchführen und wurde zunehmend isoliert, daraufhin leitete sie gerichtliche Schritte ein (Schadenersatz, Amtshaftung). Nach 5,5 Prozessjahren und einer zunehmend erdrückenden Beweislage zugunsten der Chirurgin wandten die beklagte Republik und die MedUni Wien 2015 plötzlich Verjährung der Vorfälle ein. Die Argumentation:
Das von der Republik und der MedUni Wien bestrittene Mobbing habe schon vor 2006 begonnen, somit sei der Fall verjährt. Diese Argumentation wurde nun vom LG Wien zurückgewiesen. Das Gericht führt etwa an, die Chirurgin werde weiterhin nicht zu Operationen eingeteilt und es liege daher eine fortgesetzte Schädigung vor.

Unfreiwillige Ruhend-Stellung

Im Verlaufe des Prozesses sah sich Prof. E. mit unerfreulichen Aktionen des Dienstgebers konfrontiert: etwa eine dauerhafte Dienstfreistellung (2013/14), die nach einem Jahr wieder aufgehoben wurde sowie einem vergeblichen Versuch, sie in Frühpension zu schicken. Nun ist Prof. E. zwar nicht offiziell dienstfrei gestellt, erhält aber trotzdem keinen qualifikations-adäquaten Aufgabenbereich. Zur Untätigkeit verdammt zu sein, ist ihr sehr unangenehm: „Ich möchte mich beruflich weiterentwickeln, anstatt dem Steuerzahler als weißer Elefant zur Last zu fallen“, fordert die Spitzenmedizinerin. Dieses Zwischenurteil ist noch nicht rechtskräftig. Es bleibt abzuwarten, ob die MedUni Wien und Republik das Verfahren durch Rechtsmittel nochmals verzögern.

Anlaufstelle für Mobbing-Betroffene

Ob der großen Anzahl an Mobbing-Fällen an der MedUni Wien bzw. dem AKH wurde eine eigene Anlaufstelle gegründet: Die Interessensgemeinschaft „Faire Medizin“ ist eine unabhängige, überparteiliche Plattform und setzt sich für einen fairen Umgang zwischen allen im Spital tätigen Berufsgruppen und für einen respektvollen Umgang mit PatientInnen ein. Kontakt: Tel. 0677/617 58 149, office@faire-medizin.at

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