• 25.05.2016, 11:31:21
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ORF-DialogForum: Zweiteilige „Weltjournal“-Reportage „Europas neue Fronten“ von Christian Schüller und Antonia Rados präsentiert

Wien (OTS) - ORF-Reporter Christian Schüller und RTL-Reporterin
Antonia Rados haben für ein zweiteiliges „WELTjournal Spezial“ die
politischen Brennpunkte an den Grenzen Europas besucht und „Europas
neue Fronten“ ausgelotet – zu sehen am Dienstag, dem 31. Mai, um
22.35 Uhr und am Mittwoch, dem 1. Juni 2016, um 22.30 Uhr in ORF 2
(bzw. Teil 1 auch am 3. Juni in ORF III). Der ORF präsentierte einen
Zusammenschnitt der Dokus gestern, am Dienstag, dem 24. Mai, im
Rahmen eines ORF-DialogForums im ORF-Zentrum. ORF-Generaldirektor Dr.
Alexander Wrabetz begrüßte neben den zahlreichen Gästen Gudrun Harrer
(Der Standard), Livia Klingl (Kurier), Paul Lendvai (Autor und
Publizist), Andreas Pfeifer (ORF), Christian Schüller (ORF) und Kurt
Seinitz (Kronen Zeitung), die danach unter der Leitung von Klaus
Unterberger, ORF-Public-Value-Kompetenzzentrum, über „Europas neue
Fronten“ diskutierten.

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: „Als wir vor fünf Jahren
unser neues Korrespondentenbüro in Istanbul unter dem Leiter
Christian Schüller eröffneten, haben manche an dem Plan gezweifelt.
Heute sehen wir: Es war eine der wichtigsten Erweiterungen unseres
beachtlich großen Korrespondentennetzes. Niemand hätte vor fünf
Jahren sehen können, wie wichtig Istanbul heute für die aktuelle
Ereignisse Europas ist. Niemand hätte sehen können, dass die syrische
Stadt Aleppo beeinflusst, wie sich Wiener Bezirke verändern und die
Wiener wählen. Im Angesicht dieser Ereignisse habe ich diese
Produktion von Christian Schüller und Antonia Rados ermöglicht, in
der Europas Grenzen in einem umfassenden ‚WELTjournal Spezial‘ neu
vermessen werden. Für Österreich wird die internationale Politik
immer wichtiger. Folgerichtig haben wir die Auslandsberichterstattung
als eine zentrale Säule unserer Information mit dem ‚WELTjournal +‘
ausgebaut. Wir bieten Orientierung in einer komplexen Welt, dazu
brauchen wir noch mehr fundierte und authentische Information. Dem
ORF kommt hier als öffentlich-rechtlichem Sender eine besondere
Verantwortung zu.“

WELTjournal Spezial: Europas neue Fronten

Teil 1: Dienstag, 31. Mai, 22.35 Uhr, ORF 2 bzw. Freitag, 3. Juni,
14.30 Uhr, ORF III

Im ersten Teil reist ORF-Reporter Christian Schüller von Russland
über die Ukraine nach Ungarn. In Russland schwanken die Menschen
zwischen tiefem Misstrauen gegenüber europäischen Einflüssen und der
Sehnsucht nach einer gemeinsamen europäischen Zukunft. In der Ukraine
gilt Europa vielen noch immer als Hoffnung – wenn auch immer wieder
Enttäuschung durchklingt, dass Europa die Ukraine nicht aktiver gegen
den russischen Nachbarn unterstützt. In Ungarn zeigt Schüller, wie
ein EU-Land sich von europäischen Werten abwendet und welche
Konsequenzen das im Alltag hat.

So unterschiedlich diese Länder sind, teilen sie doch das Gefühl, von
Europa missverstanden zu werden. „Wir mussten erkennen, dass Europa
uns nicht braucht“, sagt die ukrainische Aktivistin Galina Odnorog,
die eigenhändig Barrikaden gegen russische Panzer gebaut hat. „Die
Menschen in Europa unterliegen leider einer negativen Propaganda
gegen uns“, glaubt hingegen die Moskauer Hausfrau Olga Kazakova,
deren 14-jährige Tochter für die Verteidigung Russlands exerziert.
Und in Ungarn sieht man Europa in wenigen Jahren untergehen: „In zehn
Jahren, wenn ihr Europa zerstört habt, werdet ihr sicher alle zu uns
kommen und um Asyl ansuchen!“, lautet die Prognose eines ungarischen
Provinzbürgermeisters.

Teil 2: Mittwoch, 1. Juni, 22.30 Uhr, ORF 2

Im zweiten Teil lotet Kriegs- und Krisenreporterin Antonia Rados die
Stimmung gegenüber Europa an den aktuellen Brennpunkten im Nahen
Osten und Nordafrika aus. In Tunesien, wo der Arabische Frühling
einst begonnen hat, sind Freiheit und Demokratie längst wieder auf
dem Rückzug. Die Hoffnungen vieler Jugendlicher auf ein besseres
Leben haben sich nicht erfüllt. Auch in Tunesien sind heute
Islamisten auf dem Vormarsch. Das Ausbleiben europäischer Urlauber
hat der Wirtschaft des Landes einen weiteren Schlag versetzt. Zu
Beginn des Arabischen Frühlings schwärmten westliche Beobachter von
der befreienden Rolle der sozialen Medien, doch das Internet hat auch
Kräfte freigesetzt, die Angst machen. „Wir haben auf die junge
Generation keinen Einfluss mehr“, klagt ein islamischer Gelehrter in
der Stadt Kairouan: „Heute holen sie sich den Islam, der ihnen passt,
aus dem Internet – und das ist meist die radikalste Auslegung!“

Im benachbarten Libyen trifft Antonia Rados auf einen Staat in
Auflösung – und die Verantwortung dafür trägt nach Ansicht vieler
Libyer die westliche Politik. Schwer bewaffnete Milizen haben das
Kommando übernommen. Auch hier gewinnt der IS an Boden. Die Folgen
dieser Anarchie könnten für Europa bald spürbar werden. Denn gerade
Libyen hat lange Zeit Zehntausende Flüchtlinge aus Schwarzafrika
zurückgehalten, die weiter nach Norden wollen. Jetzt könnten sich die
Schleusen öffnen.

Im Nahen Osten, wo Allianzen rasch wechseln, ist es nicht immer
leicht, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden. So entdeckt
Antonia Rados ausgerechnet im Nordirak, dem pro-westlichen Kurdistan,
eine Vielzahl erzkonservativer Moscheen. Viele Eltern sind froh, wenn
ihre Söhne den Weg nach Europa schaffen, denn dort würden sie
wenigstens nicht zu Terroristen werden, hoffen sie.

„DialogForum“ ab 24. Mai auf zukunft.ORF.at

Eine Aufzeichnung des ORF-DialogForums ist ab Freitag, dem 27. Mai
2016, auf zukunft.ORF.at als Video-on-Demand abrufbar. Außerdem
begleitet ein neues Format die Ausstrahlung von „Europas neue
Fronten“: ORF.at hat gemeinsam mit Christian Schüller sechs
interaktive Web-Reportagen für PC und Mobiltelefon aus Russland, der
Ukraine, Ungarn, Tunesien, Libyen und dem Irak umgesetzt. Diese sind
online ab 24. Mai unter TV.ORF.at/europasneuefronten abrufbar.

Im Rahmen der Public-Value-Schriftenreihe „Texte“ ist eine
Auseinandersetzung mit dem Flüchtlingsthema erschienen: „Flüchtlinge
an den Grenzen, Terror in Paris, Übergriffe in Köln, Hassbotschaften
im Internet: Was kann, was soll, was muss Qualitätsjournalismus tun?“
ist unter zukunft.ORF.at abrufbar.

Das ORF-DialogForum ist eine Initiative des ORF, das Gespräch mit
seinem Publikum, den österreichischen Institutionen, den
Organisationen und Gruppen der Gesellschaft zu beleben.

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