ORF-DialogForum: Zweiteilige „Weltjournal“-Reportage „Europas neue Fronten“ von Christian Schüller und Antonia Rados präsentiert

Wien (OTS) - ORF-Reporter Christian Schüller und RTL-Reporterin Antonia Rados haben für ein zweiteiliges „WELTjournal Spezial“ die politischen Brennpunkte an den Grenzen Europas besucht und „Europas neue Fronten“ ausgelotet – zu sehen am Dienstag, dem 31. Mai, um 22.35 Uhr und am Mittwoch, dem 1. Juni 2016, um 22.30 Uhr in ORF 2 (bzw. Teil 1 auch am 3. Juni in ORF III). Der ORF präsentierte einen Zusammenschnitt der Dokus gestern, am Dienstag, dem 24. Mai, im Rahmen eines ORF-DialogForums im ORF-Zentrum. ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz begrüßte neben den zahlreichen Gästen Gudrun Harrer (Der Standard), Livia Klingl (Kurier), Paul Lendvai (Autor und Publizist), Andreas Pfeifer (ORF), Christian Schüller (ORF) und Kurt Seinitz (Kronen Zeitung), die danach unter der Leitung von Klaus Unterberger, ORF-Public-Value-Kompetenzzentrum, über „Europas neue Fronten“ diskutierten.

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: „Als wir vor fünf Jahren unser neues Korrespondentenbüro in Istanbul unter dem Leiter Christian Schüller eröffneten, haben manche an dem Plan gezweifelt. Heute sehen wir: Es war eine der wichtigsten Erweiterungen unseres beachtlich großen Korrespondentennetzes. Niemand hätte vor fünf Jahren sehen können, wie wichtig Istanbul heute für die aktuelle Ereignisse Europas ist. Niemand hätte sehen können, dass die syrische Stadt Aleppo beeinflusst, wie sich Wiener Bezirke verändern und die Wiener wählen. Im Angesicht dieser Ereignisse habe ich diese Produktion von Christian Schüller und Antonia Rados ermöglicht, in der Europas Grenzen in einem umfassenden ‚WELTjournal Spezial‘ neu vermessen werden. Für Österreich wird die internationale Politik immer wichtiger. Folgerichtig haben wir die Auslandsberichterstattung als eine zentrale Säule unserer Information mit dem ‚WELTjournal +‘ ausgebaut. Wir bieten Orientierung in einer komplexen Welt, dazu brauchen wir noch mehr fundierte und authentische Information. Dem ORF kommt hier als öffentlich-rechtlichem Sender eine besondere Verantwortung zu.“

WELTjournal Spezial: Europas neue Fronten

Teil 1: Dienstag, 31. Mai, 22.35 Uhr, ORF 2 bzw. Freitag, 3. Juni, 14.30 Uhr, ORF III

Im ersten Teil reist ORF-Reporter Christian Schüller von Russland über die Ukraine nach Ungarn. In Russland schwanken die Menschen zwischen tiefem Misstrauen gegenüber europäischen Einflüssen und der Sehnsucht nach einer gemeinsamen europäischen Zukunft. In der Ukraine gilt Europa vielen noch immer als Hoffnung – wenn auch immer wieder Enttäuschung durchklingt, dass Europa die Ukraine nicht aktiver gegen den russischen Nachbarn unterstützt. In Ungarn zeigt Schüller, wie ein EU-Land sich von europäischen Werten abwendet und welche Konsequenzen das im Alltag hat.

So unterschiedlich diese Länder sind, teilen sie doch das Gefühl, von Europa missverstanden zu werden. „Wir mussten erkennen, dass Europa uns nicht braucht“, sagt die ukrainische Aktivistin Galina Odnorog, die eigenhändig Barrikaden gegen russische Panzer gebaut hat. „Die Menschen in Europa unterliegen leider einer negativen Propaganda gegen uns“, glaubt hingegen die Moskauer Hausfrau Olga Kazakova, deren 14-jährige Tochter für die Verteidigung Russlands exerziert. Und in Ungarn sieht man Europa in wenigen Jahren untergehen: „In zehn Jahren, wenn ihr Europa zerstört habt, werdet ihr sicher alle zu uns kommen und um Asyl ansuchen!“, lautet die Prognose eines ungarischen Provinzbürgermeisters.

Teil 2: Mittwoch, 1. Juni, 22.30 Uhr, ORF 2

Im zweiten Teil lotet Kriegs- und Krisenreporterin Antonia Rados die Stimmung gegenüber Europa an den aktuellen Brennpunkten im Nahen Osten und Nordafrika aus. In Tunesien, wo der Arabische Frühling einst begonnen hat, sind Freiheit und Demokratie längst wieder auf dem Rückzug. Die Hoffnungen vieler Jugendlicher auf ein besseres Leben haben sich nicht erfüllt. Auch in Tunesien sind heute Islamisten auf dem Vormarsch. Das Ausbleiben europäischer Urlauber hat der Wirtschaft des Landes einen weiteren Schlag versetzt. Zu Beginn des Arabischen Frühlings schwärmten westliche Beobachter von der befreienden Rolle der sozialen Medien, doch das Internet hat auch Kräfte freigesetzt, die Angst machen. „Wir haben auf die junge Generation keinen Einfluss mehr“, klagt ein islamischer Gelehrter in der Stadt Kairouan: „Heute holen sie sich den Islam, der ihnen passt, aus dem Internet – und das ist meist die radikalste Auslegung!“

Im benachbarten Libyen trifft Antonia Rados auf einen Staat in Auflösung – und die Verantwortung dafür trägt nach Ansicht vieler Libyer die westliche Politik. Schwer bewaffnete Milizen haben das Kommando übernommen. Auch hier gewinnt der IS an Boden. Die Folgen dieser Anarchie könnten für Europa bald spürbar werden. Denn gerade Libyen hat lange Zeit Zehntausende Flüchtlinge aus Schwarzafrika zurückgehalten, die weiter nach Norden wollen. Jetzt könnten sich die Schleusen öffnen.

Im Nahen Osten, wo Allianzen rasch wechseln, ist es nicht immer leicht, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden. So entdeckt Antonia Rados ausgerechnet im Nordirak, dem pro-westlichen Kurdistan, eine Vielzahl erzkonservativer Moscheen. Viele Eltern sind froh, wenn ihre Söhne den Weg nach Europa schaffen, denn dort würden sie wenigstens nicht zu Terroristen werden, hoffen sie.

„DialogForum“ ab 24. Mai auf zukunft.ORF.at

Eine Aufzeichnung des ORF-DialogForums ist ab Freitag, dem 27. Mai 2016, auf zukunft.ORF.at als Video-on-Demand abrufbar. Außerdem begleitet ein neues Format die Ausstrahlung von „Europas neue Fronten“: ORF.at hat gemeinsam mit Christian Schüller sechs interaktive Web-Reportagen für PC und Mobiltelefon aus Russland, der Ukraine, Ungarn, Tunesien, Libyen und dem Irak umgesetzt. Diese sind online ab 24. Mai unter TV.ORF.at/europasneuefronten abrufbar.

Im Rahmen der Public-Value-Schriftenreihe „Texte“ ist eine Auseinandersetzung mit dem Flüchtlingsthema erschienen: „Flüchtlinge an den Grenzen, Terror in Paris, Übergriffe in Köln, Hassbotschaften im Internet: Was kann, was soll, was muss Qualitätsjournalismus tun?“ ist unter zukunft.ORF.at abrufbar.

Das ORF-DialogForum ist eine Initiative des ORF, das Gespräch mit seinem Publikum, den österreichischen Institutionen, den Organisationen und Gruppen der Gesellschaft zu beleben.

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