Ausbau „Frühe Hilfen“ in der Steiermark

Unterstützung für Schwangere und junge Familien nach erfolgreichem Modellprojekt auf drei weitere Bezirke ausgeweitet

Wien (OTS) - Seit zwei Jahren gibt es im Bezirk
Bruck-Mürzzuschlag das von der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse gemeinsam mit dem Sozialressort des Landes Steiermark koordinierte „Frühe Hilfen“-Angebot. Insgesamt wurden im Rahmen des Pilotprojekts 49 Familien betreut und unterstützt. Vermittelt wurden die Familien hauptsächlich von den Landeskrankenhäusern, aber auch von SozialarbeiterInnen, PsychologInnen, Frauen- und Elternberatungsstellen, der Kinder- und Jugendhilfe sowie KinderärztInnen. Dort wird in einem ersten Schritt geklärt, welche Unterstützung konkret benötigt wird.

Wie kann die benötigte Unterstützung aussehen?

Geholfen wird beispielsweise bei Überforderung oder Unsicherheit im Zusammenhang mit der Versorgung des Kindes, Problemen in der Partnerschaft, bei psychischen Erkrankungen oder fehlendem sozialen Rückhalt. In den meisten Fällen sind die Belastungen komplex, können aber durch eine gezielte Vernetzung der Angebote aus dem Sozial- und Gesundheitssystem reduziert werden. Viele Frauen werden bereits während der Schwangerschaft erreicht. „Frühe Hilfen sind nicht mehr wegzudenken. Sie bringen unterstützende Organisationen zusammen und damit Familien schnell zu den passenden Angeboten“, freuen sich STGKK-Obfrau Verena Nussbaum und STGKK-Generaldirektorin Andrea Hirschenberger über die Ausweitung des Angebots auf drei weitere steirische Bezirke.

Unter dem Namen „Gut begleitet von Anfang an“ werden seit Oktober 2015 auch in der Südoststeiermark Familien in belastenden Lebenssituationen unterstützt. Im November 2015 startete ein drittes Netzwerk im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld, während das Angebot in Bruck-Mürzzuschlag fortgesetzt und auf Leoben ausgeweitet wurde. Insgesamt werden rund 270 Familien pro Jahr unterstützt.

Was sind „Frühe Hilfen“?

Bei „Frühe Hilfen“ handelt es sich um ein Maßnahmenpaket, das darauf abzielt, gesundheitliche Belastungen von Familien und Kindern frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern. Im Mittelpunkt stehen Familienbegleiter/innen, die als konkrete Ansprechpersonen für die Familien da sind. Als freiwilliges Angebot helfen sie den Betroffenen, geeignete soziale und gesundheitsbezogene Angebote zu finden und in Anspruch zu nehmen. Die Familienbegleiter/innen arbeiten in sogenannten „Frühe-Hilfen-Netzwerken“, die sich um eine optimale Vernetzung und Weiterentwicklung dieser Angebote bemühen. Dieses Netzwerk besteht aus unterschiedlichsten Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens und der Kinder- und Jugendhilfe (z.B. Krankenanstalten, Krabbelstuben, Schuldnerberatung, Eltern-Kind-Zentren, Mutterberatungszentren, praktische Ärzte oder Fachärzte), die einerseits als Zuweiser/innen zu den „Frühen Hilfen“ agieren, andererseits mit ihren Leistungen auch als Kooperationspartner/innen zur Verfügung stehen. Um „Frühe Hilfen“ möglichst niederschwellig zu gestalten, gehen die Familienbegleiter/innen aktiv auf belastete Familien zu -idealerweise bereits während der Schwangerschaft - und stellen so sicher, dass die Angebote frühzeitig jene erreichen, die sie benötigen.

Das Projekt „Frühe Hilfen“ geht auf eine Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zurück. Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser zum Nutzen von „Frühen Hilfen“:
„Präventionsmaßnahmen in der frühen Kindheit sind besonders effizient. Sie wirken sich langfristig positiv auf die Gesundheit aus und sind ein wirksamer Beitrag zur gesundheitlichen Chancengerechtigkeit, zur Armutsbekämpfung und zur Senkung späterer gesundheitlicher Risiken. Auch der ökonomische Nutzen ist nachweislich bei Maßnahmen in der frühen Kindheit am größten.“

Im Rahmen der Umsetzung der Rahmen-Gesundheitsziele und der Kinder-und Jugendgesundheitsstrategie treibt das BMG in Kooperation mit den Ländern und den Sozialversicherungsträgern den Ausbau von „Frühen Hilfen“ in Österreich zügig voran. Insgesamt sollen bereits Mitte 2016 in rund 45 Prozent aller österreichischen Bezirke „Frühe-Hilfen“-Netzwerke zur Verfügung stehen.

Zur Unterstützung der regionalen Umsetzung der Maßnahmen hat das Gesundheitsministerium an der Gesundheit Österreich ein Nationales Zentrum „Frühe Hilfen“ eingerichtet. Zu seinen Aufgaben gehören die bundesweite Vernetzung aller Partner/innen, die Sicherstellung hoher Qualität in der Umsetzung sowie der Wissenstransfer. Weiters führt es Schulungen und eine überregionale Evaluation durch und sorgt für ein einheitliches Dokumentationssystem. „Indem das Gesundheitsministerium zentrale Aufgaben wie Schulungen, Dokumentation und Evaluation übernimmt, bleibt in den einzelnen Netzwerken mehr Geld für die Arbeit mit den Familien“, betont Ministerin Oberhauser. „Damit sorgen wir für einen effizienten Mitteleinsatz und eine einheitliche und qualitätsgesicherte Umsetzung in ganz Österreich“, hält Oberhauser abschließend fest.

Regionale Vernetzungsveranstaltungen für die künftigen Netzwerkpartner/innen finden in regelmäßigen Abständen statt. Die nächste Veranstaltung findet am 24. Mai von 16.15 bis 20 Uhr im Congress Leoben, Hauptplatz 1 statt. Medienvertreter sind herzlich eingeladen.

Umfassende Informationen sind auf der Website www.fruehehilfen.at zu finden.

Die Finanzierung des Ausbaus der Frühen Hilfen erfolgt unter anderem aus den Vorsorgemitteln der Bundesgesundheitsagentur. Bis Frühjahr 2017 werden rund 5 Mio. Euro dafür aufgewendet.

In der Steiermark wird das Projekt zusätzlich aus Mitteln des Gesundheitsförderungsfonds Steiermark finanziert.

Rückfragen & Kontakt:

Bundesministerium für Gesundheit
Sabine Leidinger
Pressesprecherin
+43/1/71100-4506
sabine.leidinger@bmg.gv.at
www.bmg.gv.at
Radetzkystraße 2, 1030 Wien

Frühe Hilfen in der Steiermark
Mag.a Johanna Stelzhammer
Tel. 0316/8035-1579
Mail: johanna.stelzhammer@stgkk.at
www.stgkk.at/gutbegleitet

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