AK fordert gerechte Schulfinanzierung nach einem Chancen-Index

Enquete „Zukunft trotz(t) Herkunft“ in der Arbeiterkammer: Familienhintergrund der Schulkinder muss bei der Mittelverteilung auf Schulen eine Rolle spielen

Wien (OTS) - „Wie unsere Schule derzeit finanziert wird, ist ungerecht“, sagt heute Gabriele Schmid, Leiterin der AK Wien-Abteilung Bildungspolitik, auf der Enquete „Zukunft trotz(t) Herkunft“ in der Arbeiterkammer: „Derzeit spielt bei der Schulfinanzierung die Zusammensetzung der Schülerinnen und Schüler keine Rolle. Die Mittel werden pauschal zugewiesen, unabhängig vom Bildungshintergrund der Eltern, der die Bildungschancen der Kinder prägt. Das muss anders werden.“ Auf der Enquete berichten ExpertInnen aus Österreich und aus Deutschland, wie Schulfinanzierung nach einem Chancen-Index funktionieren kann, der den Hintergrund der SchülerInnen am Standort berücksichtigt.

„Die transparente und gerechte Schulfinanzierung auf Basis eines Chancen-Index ist die Grundlage für mehr Chancengerechtigkeit. Nur wenn sich der Unterricht an den individuellen Voraussetzungen der SchülerInnen und den bestehenden Rahmenbedingungen der Schulstandorte orientiert, können die Potenziale jedes Kindes optimal gefördert werden“, so Schmid. Damit Schulstandorte jedes Kind zum Bildungsziel begleiten können, brauchten sie Ressourcen, die an diese Anforderungen angepasst sind. Die AK fordert „punktgenaue Ausstattung statt einer Verteilung mit der Gießkanne“.

Modelle zum Ausgleich sozialer Benachteiligung durch eine gerechte Mittelzuteilung werden bereits in mehreren Kantonen in der Schweiz, einigen deutschen Bundesländern, Belgien und seit mehr als 25 Jahren in den Niederlanden mit Erfolg praktiziert. Auch die OECD empfiehlt die Umstellung auf eine indexbasierte Mittelverteilung als eine Maßnahme zur Verringerung von sozialer Benachteiligung in der Schule.

Auf der gemeinsamen Enquete von Arbeiterkammer, Armutskonferenz und der Initiative BildungGrenzenlos wirft neben anderen Simon Morris-Lange vom Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration einen vergleichenden Blick auf bestehende Modelle bedarfsorientierter Schulfinanzierung in den deutschen Bundesländern. Martina Diedrich vom Institut für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung (IfBQ) in Hamburg wiederum stellt das Modell des Hamburger Sozialindex vor und zeigt, was in den Hamburger Schulen dadurch erreicht wurde.

HINWEIS: Enquete „Zukunft trotz(t) Herkunft“, Montag, 23. Mai 2016, 15:00 Uhr, AK Wien Bildungszentrum, 1040, Theresianumgasse 16-18

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Wien
Doris Strecker
Chefin vom Dienst
(+43-1) 501 65-2565
akpresse@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0001