• 23.05.2016, 09:51:15
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AK fordert gerechte Schulfinanzierung nach einem Chancen-Index

Enquete „Zukunft trotz(t) Herkunft“ in der Arbeiterkammer: Familienhintergrund der Schulkinder muss bei der Mittelverteilung auf Schulen eine Rolle spielen

Utl.: Enquete „Zukunft trotz(t) Herkunft“ in der Arbeiterkammer:
Familienhintergrund der Schulkinder muss bei der
Mittelverteilung auf Schulen eine Rolle spielen =

Wien (OTS) - „Wie unsere Schule derzeit finanziert wird, ist
ungerecht“, sagt heute Gabriele Schmid, Leiterin der AK
Wien-Abteilung Bildungspolitik, auf der Enquete „Zukunft trotz(t)
Herkunft“ in der Arbeiterkammer: „Derzeit spielt bei der
Schulfinanzierung die Zusammensetzung der Schülerinnen und Schüler
keine Rolle. Die Mittel werden pauschal zugewiesen, unabhängig vom
Bildungshintergrund der Eltern, der die Bildungschancen der Kinder
prägt. Das muss anders werden.“ Auf der Enquete berichten ExpertInnen
aus Österreich und aus Deutschland, wie Schulfinanzierung nach einem
Chancen-Index funktionieren kann, der den Hintergrund der
SchülerInnen am Standort berücksichtigt.

„Die transparente und gerechte Schulfinanzierung auf Basis eines
Chancen-Index ist die Grundlage für mehr Chancengerechtigkeit. Nur
wenn sich der Unterricht an den individuellen Voraussetzungen der
SchülerInnen und den bestehenden Rahmenbedingungen der Schulstandorte
orientiert, können die Potenziale jedes Kindes optimal gefördert
werden“, so Schmid. Damit Schulstandorte jedes Kind zum Bildungsziel
begleiten können, brauchten sie Ressourcen, die an diese
Anforderungen angepasst sind. Die AK fordert „punktgenaue Ausstattung
statt einer Verteilung mit der Gießkanne“.

Modelle zum Ausgleich sozialer Benachteiligung durch eine gerechte
Mittelzuteilung werden bereits in mehreren Kantonen in der Schweiz,
einigen deutschen Bundesländern, Belgien und seit mehr als 25 Jahren
in den Niederlanden mit Erfolg praktiziert. Auch die OECD empfiehlt
die Umstellung auf eine indexbasierte Mittelverteilung als eine
Maßnahme zur Verringerung von sozialer Benachteiligung in der Schule.

Auf der gemeinsamen Enquete von Arbeiterkammer, Armutskonferenz
und der Initiative BildungGrenzenlos wirft neben anderen Simon
Morris-Lange vom Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für
Integration und Migration einen vergleichenden Blick auf bestehende
Modelle bedarfsorientierter Schulfinanzierung in den deutschen
Bundesländern. Martina Diedrich vom Institut für Bildungsmonitoring
und Qualitätsentwicklung (IfBQ) in Hamburg wiederum stellt das Modell
des Hamburger Sozialindex vor und zeigt, was in den Hamburger Schulen
dadurch erreicht wurde.

HINWEIS: Enquete „Zukunft trotz(t) Herkunft“, Montag, 23. Mai 2016,
15:00 Uhr, AK Wien Bildungszentrum, 1040, Theresianumgasse 16-18

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