- 19.05.2016, 14:26:51
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Vorarlberger Handel profitiert von hoher Kaufkrafteigenbindung
Studie zur aktuellen Einhandelsstruktur in Vorarlberg präsentiert
Utl.: Studie zur aktuellen Einhandelsstruktur in Vorarlberg
präsentiert =
Bregenz (OTS) - (VLK) – Die wichtigsten Rahmenbedingungen für den
Vorarlberger Handel sind weiterhin gut, Dornbirn ist der Leuchturm
des Vorarlberger Einzelhandels, die Kaufkraftbilanz des Handels ist
auch dank Schweizer und Liechtensteiner Konsumentinnen und
Konsumenten hochpositiv – trotz online-Handel: so lauten die
Kernaussagen einer Studie zur aktuellen Einhandelsstruktur in
Vorarlberg, die heute (Donnerstag, 19. Mai) von Landesstatthalter
Karlheinz Rüdisser, Spartenobfrau Theresia Fröwis und Studienautor
Roland Murauer im Landhaus präsentiert wurde.
Die Studie erfolgte im Auftrag des Landes, der Wirtschaftskammer und
15 Gemeinden. Im Zeitraum Mai 2015 bis März 2016 wurden im Rahmen der
Untersuchung insgesamt 16.540 Telefoninterviews in Vorarlberg sowie
im angrenzenden Raum durchgeführt. Zusätzlich zu den elf zentralen
Handelsstandorten des Rheintals (Dornbirn, Bregenz, Feldkirch,
Bludenz, Hohenems, Lustenau, Rankweil, Lauterach, Götzis, Hard,
Wolfurt) wurden auch "zentrale" Handelsstandorte des Bregenzerwalds
und des Montafons (Bezau, Egg, Hittisau, Schruns-Tschagguns)
miteinbezogen. Auch der Kaufkraftabfluss in den online-Handel war
Untersuchungsgegenstand. "Die aktuelle Studie bietet nicht nur eine
vergleichende Trendanalyse des Einkaufsverhaltens der Bevölkerung
bzw. der vorhandenen Angebotsstrukturen", sagte Landesstatthalter
Rüdisser: "Die Ergebnisse sind wichtige Grundlagen für lokale,
regionale und landesweite raumplanerische und wirtschaftspolitische
Entscheidungen."
Die wesentlichen Kernaussagen
Wichtige Rahmenfaktoren sind für den Vorarlberger Handel
grundsätzlich top: Bei gesamtheitlicher Betrachtung der wichtigsten
handelsrelevanten Rahmenbedingungen (z.B.: Bevölkerungsentwicklung
und –dynamik; Tourismusintensität, Kaufkraftniveau, etc.) kann von
einer grundsätzlich guten Ausgangslage für die Betriebe geurteilt
werden. Dank des starken Bevölkerungswachstums in Vorarlberg
steigerte sich das Kaufkraftvolumenspotenzial in der letzten Dekade
um rund 230 Millionen Euro auf aktuell 2 Milliarden Euro.
Vorarlberg mit höchster Kaufkrafteigenbindung: Im Vergleich zu
anderen österreichischen Ländern weist Vorarlberg mit einer
Kaufkrafteigenbindung von 89,5 % den besten Wert auf – d.h. von 10
Euros, welcher der/die Vorarlberger Konsument/in ausgibt, werden 9
Euros im heimischen Handel umgesetzt.
Dornbirn bleibt der Leuchtturm des Vorarlberger Einzelhandels:
Insbesondere bei den mittelfristigen Bedarfsgütern (Bekleidung,
Schuhe, Sportartikel, Spielwaren, etc.) zeigt sich in sehr deutlichem
Maß die Attraktivität bzw. Anziehungskraft der Handelszonen
Dornbirns.
317,2 Millionen Euro an "externem" Kaufkraftzufluss: Der Vorarlberger
Einzelhandel zieht insbesondere aus der Schweiz und Liechtenstein
insgesamt 115,5 Millionen Euro an – das ist ein Anstieg der
Kaufkraftzuflüsse von 59 Prozent gegenüber dem Jahr 2009.
Mit 201,7 Millionen Euro Kaufkraftzufluss wird die Bedeutung des
Nächtigungs-Tourismus bzw. des Tagestourismus für den Vorarlberger
Einzelhandel klar hervorgehoben.
Trotz stark boomenden online-Handels: Kaufkraftbilanz des
Vorarlberger Handels ist positiv: Insgesamt fließen 202,2 Millionen
Euro des Vorarlberger Kaufkraftvolumens in stationäre und virtuelle
Einkaufsdestinationen außerhalb des Bundeslandes. Gegenüber 2009 hat
sich diese Summe mehr als verdoppelt (+ 110 %). Über die Hälfte aller
Abflüsse werden dabei im online-Handel gebunden (104,2 Millionen
Euro; Zunahme von 172 % gegenüber 2009). Ebenfalls zugenommen haben
die Abflüsse nach Deutschland (50,7 Millionen Euro bzw. + 77 %),
wobei hier der Hauptanteil in der Warengruppe "Lebensmittel" (32 %)
sowie "Möbel" (16 %) liegt. "Stellt man sämtliche Zu- und Abflüsse
gegenüber, verzeichnet Vorarlberg einen eindeutigen Bilanzgewinn mit
+ 115,0 Millionen Euro", betonte Studienautor Murauer. Er empfiehlt
bei zukünftigen Neuansiedlungen bzw. –erweiterungen auf mehr Qualität
statt Quantität zu setzen: "Das Rheintal zählt bereits jetzt zu den
dichtest besetzten Handelszonen Österreichs".
Ausbaubedarf für den Handel sieht Murauer in Richtung Tourismus,
"hier ist noch abschöpfbare Kaufkraft vorhanden".
"Die großen Herausforderungen, die wir aus der Studie ableiten,
sind einerseits die Stärkung der Handelsstrukturen sowohl in den
Orts- und Stadtzentren als auch in den Talschaften", sagt Theresia
Fröwis, Obfrau der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Vorarlberg,
"andererseits sehen wir uns verpflichtet, Maßnahmen gegen die
zunehmende Kaufkraftabwanderung ins Ausland durch den Online-Handel
zu ergreifen."
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