• 18.05.2016, 13:06:49
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„matinee“ am 22. Mai: Dokus „San Sebastián – Kochen für den Widerstand“ und „El Escorial – Traum eines Weltherrschers“

Außerdem: „Die Kulturwoche“ und „Ausflug ins Gestern: Fußballexperten“

Utl.: Außerdem: „Die Kulturwoche“ und „Ausflug ins Gestern:
Fußballexperten“ =

Wien (OTS) - Ganz im Zeichen Spaniens steht die von Clarissa Stadler
präsentierte „matinee“ am Sonntag, dem 22. Mai 2016, um 9.05 Uhr in
ORF 2: Zunächst erzählt die Dokumentation „San Sebastián – Kochen für
den Widerstand“ von Hansjürgen Schmölzer die Geschichte des
politischen und kulturellen Selbstbehauptungskampfes der Menschen in
der baskischen Region der aktuellen Kulturhauptstadt Donostia / San
Sebastián und welche zentrale Rolle dabei Kochen und Essen spielen.
Danach erkundet Filmemacher Martin Weinhart die von König Philipp II.
in Auftrag gegebene Schloss- und Klosteranlage El Escorial im
Nordwesten von Madrid. Nachdem „Die Kulturwoche“ aktuelle
Kulturberichte- und -tipps bringt, lässt abschließend ein „Ausflug
ins Gestern“ mit „Fußballexperten“ (10.50 Uhr) im Vorfeld der EM
schon einen Hauch von Fußball-Euphorie aufkommen: Eine unterhaltsame
Zeitreise zurück in die fußballerischen 50er und 60er des vergangenen
Jahrhunderts.

„San Sebastián – Kochen für den Widerstand“ (9.05 Uhr)

Die Küche von Donostia / San Sebastián, der Europäischen
Kulturhauptstadt 2016, gilt als eine der besten der Welt. Wie es dazu
kam, hat nicht nur mit Kochen zu tun. Filmemacher Hansjürgen
Schmölzer begibt sich in seinem Film auf die Spuren dieser
einzigartigen Kochkunst und ihrer Hintergründe, die einen
kulinarisch-humorvollen Eindruck von der Kultur der Basken bietet.

In der Franco-Zeit wurde den Basken die Verwendung der baskischen
Sprache in der Öffentlichkeit, den Schulen und Behörden verboten. Den
Menschen der Region blieben nur mehr wenige Rückzugszonen übrig, in
denen sie ihre Kultur pflegen konnten. Eine davon waren die
zahlreichen Kochkooperativen, die sogenannten Txokos oder Sociedades
Gastronomicas. Eine Tradition, die es weltweit in dieser Form nur in
dieser Region gab und gibt. Allein in Donostia / San Sebastián
existieren mehr als hundert davon. Die Mitglieder – die meisten
Kooperativen waren bis vor Kurzem nur Männern vorbehalten – treffen
sich dort regelmäßig zum gemeinsamen Kochen und Essen. Und zum Reden.
Sie wurden Orte der trotzigen Selbstbehauptung der baskischen Kultur
und trieben so auch die Qualität der Küche der Region in einzigartige
Höhen.
Und sie waren auch gleichzeitig informeller Umschlagplatz für
Informationen und Verabredungen der Basken zur Organisation ihres
zivilen Widerstandes. Und zwar abseits des militanten
ETA-Terrorismus, der sich im Laufe der Jahrzehnte immer weiter von
der baskischen Zivilgesellschaft entfernt und isoliert hat.
Dieses regelmäßige, weit verbreitete und quer durch die
gesellschaftlichen Schichten und nationalen Lager gehende gemeinsame
Kochen der Basken schweißt die Menschen in einer eigentümlichen Weise
zusammen, die für Außenstehende kaum zu verstehen ist.
Der Film durchdringt die Besonderheiten dieser Gesellschaft, die
stets in Feierlaune, humorvoll und über die Maßen gastfreundlich ist
und gleichzeitig zu jedem Moment über alles streiten kann.

„El Escorial – Traum eines Weltherrschers“ (9.40 Uhr)

Ein Bollwerk des Glaubens, ein Symbol der Größe und Macht des
spanischen Weltreichs – wie kaum ein zweites Bauwerk repräsentiert
die Schloss- und Klosteranlage Escorial im Nordwesten von Madrid das
16. Jahrhundert und seinen Auftraggeber Philipp II., den spanischen
König aus dem Hause Habsburg. Philipp II. war einer der
schillerndsten Herrscher seiner Zeit: macht- und pflichtbewusst,
getrieben von einem unbeirrbaren Glauben an die eine katholische
Kirche und dem Bestreben, seinem Vater Karl V. nachzueifern.
Philipp II. ließ den Escorial in einer unwirtlichen, menschenleeren
Landschaft errichten, um von dort aus die Welt zu regieren.
Gewissenhaft versah er sein Amt, saß täglich stundenlang über den
Akten. Die Architektur spiegelt diesen Geist perfekt wider: Es ist
ein äußerlich karges Bauwerk, kaum Zierrat, riesige Proportionen.
Darüber hinaus erinnert der Bau nicht von ungefähr an ein Kloster und
beherbergt bis heute Mönche.
Von dieser Klosterburg aus versuchte Philipp auch eine Lösung für
eines der drängendsten Probleme seiner Zeit zu finden: die
Kirchenspaltung. Er griff dabei zu dem Mittel der Inquisition. Wer
nicht dem vorgeschriebenen Glauben anhing, wurde vorgeladen,
gefoltert, verbrannt. Der Bau und seine Ausstattung atmen jene
Unerbittlichkeit, mit der Philipp seine Macht ausübte.
Der Film von Martin Weinhart verfolgt die Geschichte dieses
beeindruckenden Bauwerks, das seit 1984 zum UNESCO-Weltkulturerbe
zählt.

Die Sendungen der „matinee“ sind teilweise nach der TV-Ausstrahlung
auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als
Video-on-Demand abrufbar und werden auch als Live-Stream angeboten.

Das gesamte TV-Angebot des ORF – ORF eins, ORF 2, ORF III sowie ORF
SPORT + – ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen
zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden
sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090
010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

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