• 18.05.2016, 08:57:51
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Mangel an frischem Wachstumskapital gefährdet Wettbewerbssituation des österreichischen Mittelstands

Österreich bildet beim privaten Beteiligungskapital noch immer das europäische Schlusslicht

Utl.: Österreich bildet beim privaten Beteiligungskapital noch immer
das europäische Schlusslicht =

Wien (OTS) - Nachdem 2014 der Nachschub an frischem privatem
Wachstumskapital praktisch gänzlich zum Erliegen gekommen ist, gibt
es mit dem Vorliegen der neuen AVCO Statistik für 2015 zwar
unmittelbare Erholung im Fundraising-Bereich, aber noch immer starken
Aufholbedarf in Vergleich zu anderen Märkten. Es zeigt sich, dass im
vergangenen Jahr mit einem Fundraising-Volumen von 111 Mio. Euro die
Kapital-Tanks zumindest teilweise wieder gefüllt werden konnten,
Österreich bildet jedoch mit lediglich 108,6 Mio. Euro an tatsächlich
in Unternehmen investierten Mitteln das Schlusslicht im
internationalen Ranking und hat sich sogar um 2 Plätze
verschlechtert.

Investmentvolumen hinkt weiterhin hinterher.

Insgesamt wurden 108,6 Mio. Euro an privatem Wachstumskapital in 129
kleine und mittlere Unternehmen im In- (72,5 Mio. Euro) und Ausland
(36,1 Mio. Euro) investiert. Das von österreichischen Fonds
investierte Kapital beträgt auch 2015 wie im Vorjahr insgesamt 0,032%
des BIP. Damit hat sich Österreich im europäischen Ranking der
Investmentaktivitäten jedoch um zwei Plätze, auf Position 20
verschlechtert. KMUs und Mittelstands-Unternehmen können ihre im
internationalen Vergleich geringe Kapitalausstattung nicht
verbessern, es besteht hier nach wie vor großer Aufholbedarf.

Erfolgreiches Einzel-Fundraising. Private Investoren springen
ein

Dass im Jahr 2015 beobachtete Fundraising wurde beinahe
ausschließlich (74,28%) von Privatpersonen gestellt und ist zugleich
zum großen Teil auf das erfolgreiche Fundraising von Speedinvest
zurück zu führen. „Wenn man Venture Capital in Österreich machen
will, dann muss man Venture Capital neu erfinden. Internationaler
Fokus, eigener unternehmerischen Ansatz, Augenhöhe mit unseren
Gründern, und last not least, unsere Kapitalbasis, die weitgehend
selbst von Unternehmern kommt – dafür stehen wir und damit wollen wir
den Beweis antreten, dass Venture Capital auch in unserem Land eine
große Zukunft hat“, sagt Oliver Holle, Speedinvest. Institutionelles
Risikokapital, etwa von Pensionskassen und Versicherungen, lässt sich
in Österreich nach wie vor nicht darstellen. „International agierende
Investoren meiden verständlicher Weise Standorte mit ungeregelten
rechtlichen Rahmenbedingungen, wie es in Österreich zurzeit der Fall
ist“ betont Rudolf Kinsky, Präsident der AVCO.

Rahmenbedingungen sind weiterhin schwierig

„Wie man anhand des Europäischen Rankings sieht, verliert Österreich
verglichen mit anderen Standorten, immer mehr an Boden und ist in
einem Jahr um zwei Plätze nach hinten auf Platz 20 gerückt. Wir
spielen damit in der gleichen Liga mit Ländern wie Bulgarien,
Rumänien, Ukraine und Griechenland. Die Politik wird sich die Frage
stellen müssen, ob sie eine aus Österreich heraus aktiv und
wettbewerbsfähig agierende Wachstumskapital-Industrie haben will,
oder ob sie dies lieber anderen Standorten überlässt. Innovative und
wachstumsorientierte Unternehmen in allen Entwicklungsphasen – von
der Frühphase bis hin zur Expansionsphase – können nur gestärkt durch
Wachstumskapital wettbewerbsfähig und in den internationalen Märkten
erfolgreich sein…“, ergänzt Jürgen Marchart, Geschäftsführer der
AVCO.

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