- 17.05.2016, 11:00:01
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BELVEDERE: Intervention: Yan Pei-Ming - Crucifixion
Ausstellungsreihe Intervention in der Schlosskapelle des Oberen Belvedere
Utl.: Ausstellungsreihe Intervention in der Schlosskapelle des
Oberen Belvedere =
Wien (OTS) - Im Rahmen der 2007 initiierten Ausstellungsreihe
Intervention lädt das Belvedere regelmäßig nationale und
internationale Künstler ein, ortsspezifische Arbeiten in Bezug zur
Architektur des Hauses sowie zur Sammlung und zur Geschichte der
Institution zu präsentieren. Nach Werken von Brigitte Kowanz, Marco
Lulic, Gudrun Kampl, Tillman Kaiser, Marianne Gartner, Lisa Oppenheim
und Agnieszka Polska, Gerold Tusch, Christian Mayer und Rudi Stanzel
wird nun in der Schlosskapelle des Prinzen Eugen von Savoyen mit
Crucifixion ein Hauptwerk des chinesischen Künstlers Yan Pei-Ming
gezeigt. Die monumentale Arbeit des Malers ist vom 18. Mai bis 6.
November im Oberen Belvedere zum ersten Mal in Österreich zu sehen.
„Im Oberen Belvedere wird im Rahmen der erfolgreichen
Ausstellungsreihe Intervention die mittlerweile 17. zeitgenössische
Arbeit präsentiert, die auf die einzigartige Architektur des Hauses,
seine Geschichte oder die Sammlung Bezug nimmt. Dabei sollen die
Besucher dazu angeregt werden sich mit jenen Aspekten dieser Werke
auseinandersetzen, die die Augen für neue Sichtweisen und spannende
Entdeckungen öffnen. Nach Arbeiten von u. a. Gudrun Kampl, Gerold
Tusch, Karen Kilimnik oder zuletzt Rudi Stanzl zeigt das Belvedere
nun das Werk eines weiteren renommierten Künstlers. Yan Pei-Ming, der
als Größe der internationalen Kunstwelt gilt, beeindruckt vor allem
durch seine Monumentalgemälde, die eine für ihn charakteristische
Ausdruckskraft besitzen. Zum ersten Mal wird nun – ein von mir lang
gehegter Wunsch – die Schlosskapelle des Prinzen Eugen von Savoyen
bespielt. Durch Pei-Mings Crucifixion entsteht in dieser sakralen
Umgebung eine einmalige Atmosphäre. Ein nahezu unvergleichliches
Zusammenspiel von Barock und Gegenwart, ein Raumerlebnis, das den
Betrachter unweigerlich in seinen Bann zieht“, so Agnes
Husslein-Arco, Direktorin des Belvedere und des 21er Haus.
Yan Pei-Mings expressives Werk
Yan Pei-Ming wurde 1960 in Shanghai geboren und ist während der
Chinesischen Kulturrevolution ebendort aufgewachsen. Um Künstler zu
werden, verließ er als 19-Jähriger China und studierte in der Folge
an der École Nationale Supérieure d’Art in Dijon. Seither lebt und
arbeitet Yan Pei-Ming in Dijon und Paris. Auf der internationalen
Bühne der zeitgenössischen Kunst gilt er als einer der
erfolgreichsten chinesischen Künstler.
Yan Pei-Mings Schaffen umfasst neben großformatigen Porträts von
bedeutenden Persönlichkeiten, Selbstbildnissen und Tierbildern auch
reflexive Interpretationen von Meisterwerken der Kunstgeschichte.
Sein expressiver Stil, die große Gestik, die monochrom anmutende
Farbpalette sowie die Ausblendung von sekundären Bildelementen und
die kontemplative Stimmung seiner monumentalen Werke gründen in der
Atmosphäre der Chinesischen Kulturrevolution und in der Interaktion
mit den künstlerischen Traditionen des Abendlandes.
Die Schlosskapelle im Oberen Belvedere
„Das Belvedere und seine historische Dimension haben für mich fast
mythischen Charakter. Die Macht des Ortes und insbesondere die
geistige Aura der Schlosskapelle erweitern die Bedeutungsebenen von
Crucifixion und verhelfen dem Werk zu einer neuen und tiefsinnigen
Wirksamkeit. In der Vergangenheit wurden religiöse Werke vornehmlich
für einen spezifischen sakralen Ort sowie für bestimmte liturgische
Handlungen konzipiert; diese Beweggründe stehen heute nicht mehr im
Vordergrund. Für mich spielt die Frage nach der Bedeutung von
zeitgenössischen Werken mit religiösem Hintergrund, und sei es nur im
Hinblick auf eine formale Inspiration, eine tragende Rolle.
Crucifixion nimmt daher innerhalb der Darstellungen religiöser Themen
einen völlig neuen Platz ein“, so der Künstler Yan Pei-Ming.
Die prachtvolle Schlosskapelle im Oberen Belvedere ist weitestgehend
im Originalzustand erhalten und zeigt die große Bedeutung, die der
Bauherr Prinz Eugen von Savoyen den kirchlichen Räumlichkeiten
beigemessen hat. Die Fassade am südöstlichen Turm des Schlosses
verrät von außen kaum etwas über die Dimensionen der Kapelle, die
weit über die eines privaten Andachtsraums hinausgehen. Als einziger
Raum – neben dem Marmoorsaal – erstreckt sich die Kapelle über zwei
Geschosse. Im Inneren überrascht die hochwertige künstlerische
Ausstattung mit dem Deckenfresko von Carlo Innocenzo Carlone mit
Gottvater und dem Heiligen Geist, den Skulpturen der Heiligen
Johannes der Täufer und Petrus von Domenico Parodi sowie dem
Altarbild mit der Auferstehung Christi von Francesco Solimena.
Letzteres wird nun für sechs Monate gegen das monumentale Werk
Crucifixion von Yan Pei-Ming ausgetauscht. Die zeitgenössische Arbeit
des chinesischen Künstlers tritt hier in einen spannenden Dialog mit
dem historischen und religiösen Umfeld.
Die Ausstellung ist vom 18. Mai bis 6. November 2016 in der
Schlosskapelle Oberen Belvedere zu sehen.
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