• 15.05.2016, 15:07:11
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SP-Kalliauer: „Mauthausen bleibt uns Mahnmal für tägliches Wirken!“

Minister Stöger hielt Gedenkrede bei Bernaschek-Denkmal im Rahmen der Befreiungsfeier in Mauthausen

Utl.: Minister Stöger hielt Gedenkrede bei Bernaschek-Denkmal im
Rahmen der Befreiungsfeier in Mauthausen =

Linz (OTS) - Von 1938 bis 1945 waren mehr als 200 000 Menschen im KZ
Mauthausen und seinen Außenlagern unter unmenschlichsten
Verhältnissen inhaftiert, mehr als die Hälfte überlebte diese Haft
nicht. Heute gedenken wir im Rahmen der Befreiungsfeiern mit den
wenigen noch lebenden ehemaligen Häftlingen den Opfern der
nationalsozialistischen Herrschaft. Die Geschichte wach zu halten und
sich aktiv mit ihr auseinander zu setzen, hält SPÖ
Landesparteivorsitzender Johann Kalliauer für essentiell wichtig:
"Ein sichtbares Zeichen der Erinnerung an ein grausames Kapitel
unserer jüngsten Geschichte, wie es die Gedenkstätte Mauthausen ist,
ermöglicht eine dringend notwendige Auseinandersetzung mit den
Auswirkungen einer Politik, die auf Hetze und Ausgrenzung aufbaut,
auch 71 Jahre nach deren Ende. Ich halte es gerade in einer politisch
angespannten Situation, wie wir sie heute erleben, für essentiell
wichtig, diese Geschehnisse aufzuarbeiten und den Bezug zur Gegenwart
herzustellen." Kalliauer sieht die Gedenkstätte als Gedenkort und
Mahnmal, aber auch als Lernstätte für spätere Generationen: "Es muss
uns gelingen, unseren Kindern und Enkelkindern die Werte Freiheit,
Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität näher zu bringen. Ich halte
es deshalb für wichtig, dass Schulen die Gedenkstätte im Unterricht
besuchen und damit eine Annäherung an die Thematik hergestellt werden
kann."

Am Denkmal für den am 18. April 1945 hingerichteten Sozialdemokraten
Richard Bernaschek und die inhaftierten und ermordeten
Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im KZ Mauthausen hielt
Bundesminister Alois Stöger die Gedenkrede. Er bezog sich dabei vor
allem auf die destruktive Haltung des faschistischen Systems, die
wenige Tage vor der Befreiung des Konzentrationslagers unter anderen
noch Richard Bernaschek hinrichteten, obwohl sie wussten, dass das
nationalsozialistische Deutschland am Ende war. "Richard Bernaschek
ist den Verführungen der Nazis nie erlegen, genauso müssen wir auch
heute Haltung bewahren und für Solidarität und Freiheit einstehen",
so der stellvertretende Landesparteivorsitzende Stöger in Mauthausen.
"Nach dem Krieg wurden solidarische Systeme wie etwa die
Sozialversicherung geschaffen. Aber nicht nur in der
Gesundheitsfürsorge, auch bei der Armutsbekämpfung oder etwa der
Altenpflege wurden sichere soziale Netze geschaffen. Das Vertrauen in
die soziale Sicherheit ist eine wesentliche Grundlage für den
gesellschaftlichen Zusammenhalt. Darum sind es auch diese sozialen
Netze, die ständigen Angriffen von jenen ausgesetzt sind, die die
Gesellschaft spalten wollen!" Die Sozialdemokratie müsse zu ihren
Positionen stehen, für den Erhalt sozialer Sicherheit und für mehr
Solidarität kämpfen und sich keinen Verführungen ergeben, schloss
Bundesminister Alois Stöger.

"Wir dürfen nicht zulassen, dass jemals der Mantel des Schweigens
über die Gräueltaten des Nationalsozialismus ausgebreitet wird, auch
wenn es in einigen Jahren keine ZeitzeugInnen mehr geben wird",
schließt Kalliauer und bedankt sich beim Mauthausen Komitee
Österreich sowie allen Verantwortlichen und HelferInnen für die
Organisation der jährlichen Befreiungsfeier.

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